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Gebäude

19.07.2019

Nutzungskonzept für Gründerhaus

Wie gründlich soll der ursprüngliche Alko-Standort saniert werden? Gemeinderat Kötz vertagt Entscheidung

Auch im zweiten öffentlichen Anlauf haben die Kötzer Gemeinderäte nicht entschieden, wie es mit dem Alko-Gründerhaus weitergehen soll. Nur rasch das Nötigste herrichten? Lieber gründlich sanieren? Mit diesen Fragen hatte das Gremium auch schon Anfang Juni gerungen, sogar das Wort Abriss war damals gefallen. Hubert Kuhn und Daniel Lanzendörfer vom Ingenieurbüro Degen hatten jetzt Kostenschätzungen für die Sanierungsvarianten vorgelegt.

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Weil auf der Rückseite des Gründerhauses eine Scheune sehr nah am Gebäude steht, werden durch die Nutzungsänderung Brandschutzmaßnahmen notwendig. Die Fachleute sprachen von einer Brandschutzwand, weil der erforderliche Mindestabstand von 2,50 Meter nicht gegeben ist, an der engsten Stelle beträgt er nur 1,77 Meter. „Die günstigste Variante ist auch die beste Variante“, sagte Kuhn und empfahl, Fensteröffnungen auf der Gebäuderückseite zuzumauern. Eine Brandschutzverglasung sei teuer und die Belichtung kein Problem, weil ohnehin nur Nebenräume betroffen wären. Lediglich für ein Fenster im Obergeschoss empfahl er eine Brandschutzverglasung, über die die Feuerwehr den Treppenraum entrauchen könnte.

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Obergeschoss mit einer zu geringen Raumhöhe von 2,20 Metern. Auch wenn es vorerst nicht genutzt werden sollte, müssten wegen des Brandschutzes dort die rückwärtigen Fensteröffnungen geschlossen werden. Bei einer Vollsanierung müsse man dann an einen neuen, höher gesetzten Dachstuhl denken, um im Obergeschoss eine brauchbare Raumhöhe und vielleicht sogar ein nutzbares Dachgeschoss zu schaffen. Dies brächte laut Kuhn auch einen enormen Raumgewinn. Die Brutto-Geschoßfläche von Erdgeschoss und Obergeschoss bezifferte er auf 470 Quadratmeter, mit Dachgeschoss wären es 635 Quadratmeter, also ein Drittel mehr Fläche.

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Das warf nach Diskussionen über zugemauerte Fenster, künstliche Belichtung und Lüftung von Nebenräumen die Frage auf, wer welche Räume im Gründerhaus wie nutzen soll. Alko hat das Gründerhaus der Gemeinde Kötz zur Verfügung gestellt mit der Vorgabe, es drei Nutzergruppen zugänglich zu machen. Im Mittelteil im Erdgeschoß will sich das Unternehmen präsentieren. Die Krabbelgruppe soll weiter im Gründerhaus bleiben können, die Musikschule ebenfalls Räume bekommen. Der Kirchenchor probt jetzt schon dort.

48000 Euro würde es laut Daniel Lanzendörfer kosten, das Erdgeschoss verkehrssicher zu machen, 33000 kämen für das Obergeschoss dazu und etwa 60000 Euro für Fassade und Außenanlagen, wo über eine finanzielle Beteiligung von Alko gesprochen werden könnte. Das ergibt insgesamt 140000 Euro, um das Gebäude an der Kurzen Gasse verkehrssicher zu machen. Auf Dauer aber genügt das nicht, machten die Planer deutlich, eine Generalsanierung sei unvermeidbar. Der Keller sei jetzt schon feucht. Die Kostenschätzung für eine Generalsanierung liegt bei 1,2 Millionen Euro. Darin enthalten wäre auch eine neue Heizung. Die jetzige zeige Defekte, sagte Bürgermeister Ernst Walter, die jüngste Prüfung des Erdtanks habe Undichtigkeiten ergeben.

Walter plädierte dafür, die Generalsanierung gleich anzupacken, ebenso Gemeinderat Norbert Ritter. Michael Seitz hingegen verwies auf die großen Hochbauprojekte, die in Kötz laufen oder angepeilt sind. Es sei fraglich, sagte Seitz, ob man ein weiteres großes Projekt finanziell und verwaltungstechnisch stemmen könnte. Am Ende kristallisierte sich heraus, dass der Gemeinderat vor einer Entscheidung ein Nutzungskonzept haben möchte. Thomas Wöhrle regte an, dieses Nutzungskonzept nicht nur für das Alko-Gründerhaus zu erarbeiten, sondern alle kommunalen Gebäude darin zu berücksichtigen. Beschlossen wurde dann aber, ein Nutzungskonzept für das Gründerhaus zu machen. Ein kleiner Umbau sei in wenigen Wochen zu erledigen, für eine Generalsanierung brauche man im Optimalfall etwa sechs Monate Bauzeit, sagte Kuhn. Als Zeitrahmen für die Erarbeitung eines Nutzungskonzepts mit anschließender Generalsanierung nannte er eineinhalb bis zwei Jahre.

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