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Fleckviehzüchter

25.01.2020

Oben ohne ist bei Landwirten ein großes Thema

Bei der Ehrung der Landkreisbesten als „Fleckvieh-Profi 2019“ wurden nach einem Punktesystem Milchleistung, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit der Tiere berücksichtigt. Das Bild zeigt (von links) Simon Dirr (Silheim), den Zweiten Vorsitzenden Andreas Böhm, Johann Stelzle (Reisensburg), Alexander Dirr (Kissendorf), Georg Lecheler (Breitenthal), Philipp Stolle (Anhofen), Franz Reiter (Kissendorf), Christian Kirschenhofer (Anhofen), Gerhard Traxler (Waldheim), Jürgen Burkhart (Nordhofen), Markus Schneider (Wiesenbach), Sebastian Bader (Breitenthal), Michael Schütz (Edenhausen) und Zuchtleiter Friedrich Wiedenmann.
Foto: Hans Schwarz/Verband

Höhepunkt der Versammlung war die Präsentation hornloser Tiere

Mit einer durchwachsenen Bilanz zu Zucht und Vermarktung hat der Vize-Verbandsvorsitzende Andreas Böhm die Mitgliederversammlung des Fleckviehzuchtverbandes und des Milcherzeugerringes Wertingen für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm eröffnet. Die Vermarktungshemmnisse wegen Blauzunge und der Einbruch im Zuchtviehexport haben sich negativ auf das Jahresergebnis ausgewirkt. Böhm befürwortete die Demos von „Land schafft Verbindung“, die Verständnis für die Sorgen der Landwirte und ihre Forderungen nach praxisgerechteren Lösungen zur Düngeverordnung erreichen wollen.

Laut Zuchtleiter Friedrich Wiedenmann ist der Herdbuchkuhbestand mit etwa 53 000 Kühen in 877 Betrieben leicht rückläufig. Im Landkreis sei 2019 bei den 113 Fleckvieh-Herdbuchbetrieben (drei weniger als im Vorjahr) mit 7220 Kühen (92 weniger als im Vorjahr) ein Leistungsniveau von 7979 Kilo pro Kuh und Jahr erreicht worden. Mit steigender Herdenleistung und zunehmender Herdengröße verbessern sich laut Wiedenmann die Kriterien für Fruchtbarkeit, Gesundheit und die Lebensleistung.

Wiedenmann sagte laut der Mitteilung: „Die Pauschalvorwürfe gegen die moderne Milchviehhaltung in größeren und leistungsstärkeren Betrieben sind nicht gerechtfertigt. Unsere Mitgliedsbetriebe leisten sehr gute Arbeit und den Kühen geht es so gut wie noch nie zuvor.“

Ein Indiz dafür sei auch die deutliche Zunahme der Herdenlebensleistung. 31 Kühe im Zuchtgebiet haben die wichtige Grenze von 100000 Kilo Milchleistung überschritten. Fünf stehen im Kreis Günzburg. Der Zuchtleiter wies auch auf große Erfolge in der Zucht auf natürliche Hornlosigkeit hin.

Bei der Vermarktung haben laut Johann Schwarz Handelshemmnisse wegen des Blauzungen-Sperrgebietes gebracht, dennoch wurden die Verkaufszahlen von Kühen gesteigert. Der Zuchtviehexport von Kalbinnen und Jungrindern ist 2019 massiv eingebrochen. Bei den Nutzkälbern konnten die Vorjahreszahlen trotz der Blauzungenproblematik gesteigert werden. Der Zuchtverband bietet mit der Sammlung der vorgeschriebenen Blutproben bei den Marktbeschickern einen zusätzlichen Service. Schwarz animierte die Zuhörer, frühzeitig Impfstoff für die Wiederholungsimpfungen zu bestellen, damit die Voraussetzungen für das Verbringen aus dem Sperrgebiet lückenlos erfüllt werden können. Das Highlight des Jahres 2019 war die „Wertinger Nacht oben ohne“; es war die deutschlandweit erste Tierschau mit Präsentation von ausschließlich natürlich hornlosen Tieren. Aus dem Landkreis waren die Betriebe Traxler (Waldheim), Schneider (Wiesenbach), Schwarz (Ried) und Rau-Wiedemann (Schneckenhofen) beteiligt. Am erfolgreichsten war Alexander Dirr aus Kissendorf. Er errang mit der Von-Welt-Tochter Harmoni den Klassensieg bei den älteren Kühen. (zg)

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