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Landkreis Günzburg

27.12.2019

Obst und Gemüse kannte der schwerkranke Bub nicht

Der Verein Ladakh-Hilfe mit der in Waldstetten lebenden Karola Wood kümmert sich um Lobzang, der nach der Heilung einer Knochentuberkulose jetzt Unterstützung bei der Berufsausbildung braucht.
Bild: Wood/Ladakh-Hilfe

Die Ladakh-Hilfe hat einem Jungen mit Knochentuberkulose geholfen. Er braucht noch weitere Unterstützung.

Ein Kinderschicksal voller Armut und Krankheit kann durch Einsatz, Ausdauer und Unterstützung gewendet werden. Die Geschichte mit dem Jungen Lobzang aus Zanskar begann für den Verein Ladakh-Hilfe 2008 und ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.

Deutsche Freiwillige entdeckten 2008 bei einem Arbeitseinsatz im entlegenen Zanskargebiet einen kleinen achtjährigen Jungen, der in den Bergen Ziegen hütete und stark hinkte. Als sie nachforschten, erfuhren sie seine erschütternde Geschichte. Seine Mutter war gestorben, der Vater hatte wieder geheiratet und eine neue Familie gegründet, der Junge war nicht mehr erwünscht und musste in bitterer Armut bei einer alten Tante leben.

Wer kommt für teure Medikamente auf?

Vor und nach dem Schulbesuch war es Lobzangs Aufgabe, die Ziegen zu hüten. Dann kamen Schmerzen in der Hüfte, die so schlimm wurden, dass der Junge ohne Stock nicht mehr gehen konnte. Im Krankenhaus wurde schließlich die Diagnose Knochentuberkulose gestellt. Das bedeutete einen monatelangen Klinikaufenthalt. Wer sollte sich um den Jungen kümmern, die teuren Medikamente bezahlen?

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Eine erwachsene Schwester, die sich noch nie für ihren Bruder interessiert hatte, wurde in Leh, der Hauptstadt Ladakhs, ausfindig gemacht.

Schwester musste ihren Job aufgeben

Um Lobzangs Pflege zu übernehmen, musste sie ihren Job aufgeben, denn die Zustände im Krankenhaus sind mit den europäischen nicht vergleichbar. 20 bis 30 Patienten liegen in einem großen Saal mit nur einer Toilette.

Da für diese Patienten nur eine Krankenschwester zuständig ist, sind pro Patient meist mehrere Angehörige anwesend, die pflegerische Tätigkeiten übernehmen und sich um Essen kümmern. Betten für die Angehörigen gibt es nicht, sie schlafen auf dem Steinboden neben den Patienten.

Der Verein Ladakh-Hilfe übernahm die Kosten für den Verdienstausfall der Schwester und die Behandlung des Kindes. Einheimische Therapeutinnen des Vereins betreuten den Jungen regelmäßig, sprachen ihm Mut zu, brachten Spielsachen und hochwertige Nahrungsmittel.

Was ist Obst? Was ist Gemüse?

Lobzang kannte solche Dinge wie Obst, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und frisches Gemüse nicht und weigerte sich anfangs, diese fremden Dinge zu essen. Mangelernährung trägt zur Entstehung von Knochentuberkulose bei.

Sechs Monate war der Junge im Krankenhaus, bis er auf Gehstützen entlassen werden konnte. Er wurde völlig gesund ohne bleibende Schäden und konnte auch dank der finanziellen Hilfe einer Patin aus Leipheim wieder in die Schule gehen und dieses Jahr seinen Schulabschluss machen. Nach einigen beruflichen Umwegen ist er jetzt bereit, Orthopädietechniker zu werden oder ein anderes Studium zu absolvieren, mit dem er später Kindern mit Behinderung in Ladakh helfen kann.

Die Organisation sucht Sponsoren

Das Studium am „ All India Institute For Physical Medicine And Rehabilitation“ in Mumbai dauert viereinhalb Jahre und kostet mit Internat und Gebühren 3500 Euro im Jahr. Um Lobzang (und den behinderten Kindern in Ladakh) diese Lebens-Chance geben zu können, sucht die Ladakh-Hilfe jetzt Sponsoren, die den jungen Mann mit einer monatlichen Spende ihrer Wahl beim Erlernen eines Berufs unterstützen.

Mailadresse und Informationen unter kinder@ladakh-hilfe.de oder https://www.ladakh-hilfe.de/deutsch/aktuelles/patenschaft-studium-zanskar-lobzang/

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