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23.11.2019

Offingen beschließt VG-Haushalt für 2020

Die Personalkosten in der Verwaltung steigen weiter an. Ein Politiker meinte, man verwalte sich „zu Tode“. Großes Lob gab es für die Musikschule Gundremmingen, Offingen und Rettenbach

Am Donnerstag hat die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Offingen den Haushalt für das Jahr 2020 beschlossen. Kämmerer Christoph Zeh sprach von einem stabilen Niveau an Gesamtausgaben, die der Haushaltsplan auch im Jahr 2020 aufweise. Mit knapp 1,77 Millionen Euro sei dieser gegenüber dem Vorjahr um rund 72000 Euro leicht überdurchschnittlich angestiegen.

Die größte und bedeutendste Kostengruppe stellen die Personalkosten mit einem Anteil von 76,7 Prozent dar. Dies liege nicht nur am Mitarbeiterzuwachs, sondern auch an den Tarifabschlüssen, den jetzt schon bestehenden Aufgaben in Verbindung mit der Umsatzsteuerpflicht ab den Jahren 2020 und 2021 sowie dem immensen Zuwachs an Belegen, erklärte Zeh. Der Selbstfinanzierungsanteil in der Verwaltung liege bei etwa 30 Prozent. Dies bedeute, dass sich der Anstieg der Umlagen sehr moderat darstelle.

Der Haushaltsplan 2020 sieht eine Verwaltungsumlage in Höhe von 938400 Euro (Vorjahr: 899500 Euro) vor. Für die Bemessung nach der Einwohnerzahl wird 2020 der Betrag je Einwohner auf 129,60 Euro (Vorjahr: 124,69 Euro) festgesetzt. Für Offingen (4254 Einwohner) bedeutet dies eine Umlage in Höhe von rund 551000 Euro, für die Gemeinde Gundremmingen (1335 Einwohner) rund 173000 Euro und für die Gemeinde Rettenbach (1652 Einwohner) gut 214000 Euro.

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Die Abrechnung der Musikschule Gundremmingen, Offingen und Rettenbach erfolgt gesondert, sie beträgt je Schüler 656,86 Euro. Der Vermögenshaushalt in Höhe von 56000 Euro weist einen durchschnittlichen Wert auf. Zum Jahresanfang verfügte die Verwaltungsgemeinschaft über einen Rücklagenbestand von rund 405600 Euro – eine vorgesehene Entnahme in Höhe bis zu 51600 Euro wird voraussichtlich nicht erforderlich sein – und sie ist schuldenfrei. Man verfüge über eine leistungsfähige Verwaltungsgemeinschaft mit einer stabilen Haushaltslage, fasste Zeh zusammen.

Der hohe Personalkostenanteil veranlasste Michael Süß (FW), Mitglied des Offinger Marktgemeinderats, jedoch zu der Feststellung: Im Vergleich zum Jahr 2006 hätten sich die Personalkosten verdoppelt, warum das so sei, das sei ihm klar. „Wir verwalten uns zu Tode“, vertrat Süß gleichzeitig die Meinung weiterer Mitglieder der Gemeinschaftsversammlung. Man sei zwar gut aufgestellt, die Auflagen und die Bürokratie jedoch würden immer größer, erklärte Offingens Bürgermeister und VG-Vorsitzender Thomas Wörz (SPD). Was man an Personal aufstocke, sei das Minimum, um über die Runden zu kommen.

Zuvor war die Jahresrechnung für das Jahr 2018 mit einem Verwaltungshaushalt in Höhe von rund 1,74 Millionen Euro und einem Vermögenshaushalt in Höhe von rund 116000 Euro festgestellt und die Verwaltung entlastet worden. Man habe keine Mängel feststellen können, erklärte Werner Brenner (CSU), Mitglied des Rettenbacher Gemeinderats, der das Ergebnis der Rechnungsprüfung vorgestellt hatte. In Anbetracht der gestiegenen Rücklagen in Höhe von rund 405000 Euro regte er an, ob man diese, auch in Anbetracht des zu bezahlenden Strafzinses, zurückfahren sollte. VG-Vorsitzender Wörz erinnerte an bevorstehende Aufgaben und Investitionen, darunter eine Barrierefreiheit im Rathaus und worüber man sich im Hinblick darauf Gedanken machen werde.

Großes Lob erhielt Klaus Schlander, Leiter der Musikschule, für seine Präsentation über die Einrichtung. Nach 30 Jahren habe diese mit derzeit 441 Schülern den Höchststand an Musikschülern erreicht. 14 Lehrkräfte unterrichten in 152 Jahreswochenstunden, einen hohen Anteil stellt die musikalische Früherziehung dar und in sämtlichen Bereichen gibt es genügend Nachwuchs. Schlander ging auf die zahlreichen Auftritte ein, darunter das Musical „Wakatanka“ mit 960 Besuchern und 160 Kindern auf der Bühne, aber auch auf die der Jugendkapelle, der Big Band und der verschiedenen Ensembles. Im Concertino Bayern-Wettbewerb hatten Schüler der Musikschule in diesem Jahr den ersten und den zweiten Platz belegt.

Bei der Gemeinschaftsversammlung wurden Gundremmingens Zweiter Bürgermeister Anton Frei und Offingens Bürgermeister Thomas Wörz jeweils als die Stellvertreter von Gundremmingens Bürgermeister Tobias Bühler und von Hauptamtsleiterin Brigitte Fischer im Verwaltungsrat im gemeinsamen Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte bestätigt. Weiter bestellte die Gemeinschaftsversammlung Eleonore Elbs zur interkommunalen Datenschutzbeauftragten im Landkreis Günzburg für die Verwaltungsgemeinschaft Offingen.

Die Verwaltungsgemeinschaft trägt jetzt das Siegel „Kommunale IT-Sicherheit“ des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Dieses kann zur Vorbereitung einer Zertifizierung nach einem ISMS-Standard dienen und ist speziell auf die Bedürfnisse von kleineren Städten, Märkten und Gemeinden ausgerichtet.

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