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200. Geburtstag

08.12.2013

Ohne Kolpingsfamilien wäre ihr Leben ärmer

Gemeinschaft wird bei den Kolpingsfamilien großgeschrieben. Zum 200. Geburtstag von Adolph Kolping verzehrten Mitglieder des Kolping-Bezirkverbands Günzburg Donauwellen mit dem Bild des Gründers. Rechts auf dem Foto zu sehen ist der Präses des Kolping-Diözesanverbands Augsburg Alois Zeller.
Bild: Kolping

Drei Mitglieder aus dem Bezirk Günzburg verraten, was sie am Werk von Adolph Kolping fasziniert. Der Gründer wurde vor 200 Jahren geboren.

Für Waltraud Stricker, Diakon Upali Fernando und Werner Stricker ist am morgigen Sonntag, 8. Dezember, ein besonderes Datum. An diesem Tag jährt sich der Geburtstag des Sozialapostels Adolph Kolping zum 200. Mal. Das Trio dient dem Kolpingwerk in verschiedenen Funktionen. Der Bubesheimer Werner Stricker ist Vorsitzender des Kolping-Bezirksverbands Günzburg, der Günzburger Upali Fernando Präses des Bezirksverbands. Und Waltraud Stricker hat das Amt der Regionalbeauftragten des Diözesanverbands Augsburg in der Donau-Region inne. Wir sprachen mit ihnen über die Faszination, die das Werk Kolpings auf sie ausübt.

Warum sind Kolpingsfamilien heute noch gefragt?

Waltraud Stricker: Es ist wohl die Gemeinschaft, die dort erfahrbar ist. Die Aufgaben sind nach wie vor aktuell: Unterstützung von Jugendlichen, Familien, Senioren. Das Kolpingwerk ist ein christlicher Sozialverband.

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Adolph Kolping hat sich entwurzelter Handwerksgesellen erbarmt. Heute ist die Realität eine andere. Warum sind Sie zur Kolpingsfamilie gekommen?

Werner Stricker: 1958 machte der damalige Präses (geistlicher Leiter, Anm. d. Red.) an der Schule Werbung. Ich ging zuerst zur Katholischen Jugend, dann zu Kolping – und blieb da hängen. Mich faszinierte das Leben dieses Priesters. Kolping kümmerte sich um Leute, die auf der Straße standen, und bot ihnen Gemeinschaft.

Das 19. Jahrhundert ist weit weg.

Waltraud Stricker: Bei uns geht es aber um die Gegenwart. Adolph Kolping hat ja auch gesagt: „Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist.“

Demnach ist die Unterbringung von vagabundierenden Gesellen Schnee von gestern.

Waltraud Stricker: Der demografische Wandel hat andere Nöte hervorgebracht. Die Menschen werden immer älter, aber viele vereinsamen. Es gibt viele Senioren, die nach dem Berufsleben zu Hause bleiben und nicht mehr unter die Leute gehen. Wir müssen sie da herausholen. In der Heilig-Geist-Pfarrei in Günzburg kümmer ich mich um die Seniorenarbeit. Gegenwärtig denkt Kolping daran, eine Seniorengemeinschaft zu gründen.

Wie sieht die aus?

Waltraud Stricker: Wir sind noch in der Planung. Details werden Sie zu einem späteren Zeitpunkt erfahren.

Warum sind Sie bei Kolping?

Waltraud Stricker: Mir würde etwas fehlen, wenn ich die Kontakte und den Freundeskreis bei Kolping nicht hätte. Meine erwachsenen Kinder sagen, dass sie durch Kolping eine schöne Jugendzeit gehabt haben. Es gab Ausflüge, Familienwochenenden, die ganze Familie war in der Theatergruppe.

Die katholische Kirche hat in den vergangenen Jahren oft mehr durch Missbrauchsfälle und den Baustil des umstrittenen Bischofs Tebartz van Elst auf sich aufmerksam gemacht, als durch Freude am Glauben.

Upali Fernando: Ich denke mir bei Bischof Tebartz schon, ob der Bischofssitz so viel kosten musste. Aber meinen Glauben beeinflussen menschliche Fehler nicht. Wer jetzt deswegen aus der Kirche austritt, braucht doch nur einen Vorwand. In der Diskussion sollte auf das geachtet werden, was die Kirche gerade für Bedürftige tut.

Zumindest der neue Papst Franziskus ist ein Hoffnungsträger.

Fernando: Er ist eine ganz große Hoffnung und eine Chance für unseren Glauben und die Kirche. Papst Franziskus wird nicht alle Erwartungen erfüllen können, aber er wird viel bewegen.

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