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22.07.2010

Perfekte Inszenierung einer tragischen Liebe

Günzburg Es ist ein hochprofessionelles Resultat, das die Schüler des Dossenberger-Gymnasiums unter Anleitung einiger engagierter Lehrer derzeit im Kolpingsaal präsentieren. Ein Musical aus urheberrechtlichen Gründen frei inspiriert nach dem Klassiker "West Side Story" mit vielen bekannten und mitreißenden Melodien, versetzt die Zuschauer zurecht in Begeisterung: Das perfekte Zusammenspiel aus Musik, Tanz und Gesang, in einem ebenso einfachen wie raffiniert pointiertem Bühnenbild in Szene gesetzt, macht schnell vergessen, dass hier "nur" Schüler agieren. Der Aufführungsort erweist sich für eine so attraktive Vorstellung allerdings als recht klein, zumal ein großes Orchester rund ein Drittel der Zuschauerfläche einnimmt.

Zwei Jahre haben die Lehrer Erich Broy (Bigband, Percussion, Noten), Thomas Engel (Orchester) und Peter Neuburger (Produktion und solistische Einstudierung) zusammen mit Schülern neben dem regulären Unterricht an dem Bühnenstück gearbeitet.

Mit Hannah Hupfauer (Regie) und Désirée Damm (Choreographie) wagten sich zwei Schülerinnen aus der K12 an ebenso anspruchs- wie verantwortungsvolle Aufgaben. Die eigentliche Probenphase, erfuhren die Premierengäste von Schulleiter Dr. Christoph Henzler, war aber mit gerade einmal zwei Wochen recht kurz. Dennoch lief schon bei der Premiere alles perfekt. Da gelang jeder Einsatz, die Texte kamen flüssig und ungekünstelt. Da stimmten Mimik und Gestik der aggressiven Bandenmitglieder, deren hohen Adrenalingehalt man fast glaubte riechen zu können. Die Abstimmung von Musiker und Gesang saß, und auch die Technik funktionierte ohne Reibungen.

So konnten sich die Besucher ganz dem Genuss des Musicals hingeben, das die Liebesgeschichte von Maria, einer Puertoricanerin und Tony, einem amerikanischen Ex-Gang-Mitglied erzählt. Katharina Schnell und Max Häußler gingen in ihren Rollen auf. Ihre überzeugende schauspielerische Kunst stand in keiner Weise hinter ihrer gesanglichen Leistung zurück.

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Diese Überzeugungskraft konnte das Publikum bei allen Bühnenakteuren bestaunen. Die perfekte Besetzung, die eine durchgängige Qualität der Darbietung ermöglichte, hat einen gut Teil zum großartigen Eindruck beigetragen, den das Stück bei allen Besuchern hinterlassen hat. Erstaunlich auch die Spiel- und Tanzfreude der jungen Männer: Immerhin zwei große Gruppen verfeindeter Banden, die "Jets" und die "Sharks", galt es zu besetzen. Die mussten nicht nur als hochaggressive Machos überzeugen, sondern auch mit Gesang und Tanz, was ihnen auf das Beste gelang. Konkurrenz erhielten sie nur von ihren weiblichen Pendants, die sich ebenfalls ins Zeug legten. Wie in der West Side Story, kommt es auch in der "East Side Tragedy" trotz Polizeieinsatz - hier konnten Alex Noworzyn und Julian Häuser ihre Begabung zur Geltung bringen - und der warnenden Doc, (überzeugend: Corinna Schreiner) zum großen Show Down.

Die gelungene Inszenierung und die überragenden Leistungen der Musiker und Bühnendarsteller machte den Abend zum uneingeschränkten Genuss.

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