1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Philosophieren und chillen im Kloster

Wettenhausen

06.09.2018

Philosophieren und chillen im Kloster

Philosophieren, Beten, Chillen und Kultur: Im Kloster Wettenhausen findet derzeit eine internationale Sommerbegegnung statt. Einige der 15 Teilnehmer sind (von links): Jennifer, Betty, Katharina, Anja, Karina und Marco (ganz rechts). Links daneben: Franca Heftrig von der Jugendstelle Weißenhorn und Jugendseelsorger Daniel Rietzler.
Bild: Peter Wieser

In Wettenhausen findet derzeit eine internationale Sommerbegegnung für junge Menschen statt. Wie die Teilnehmer die gemeinsamen Tage dort erleben.

Eigentlich hätte die Sommerbegegnung mit einer Bergmesse am Samstag bei Nesselwang beginnen sollen. Nur: Das Wetter hatte nicht ganz mitgespielt. Stattdessen waren die Teilnehmer in Wettenhausen geblieben und haben den Kalvarienberg besucht, die Lebensstationen Jesu betrachtet und die Woche mit einem etwas ruhigeren Einstieg begonnen.

Die Sommerbegegnung ist nicht die erste. In diesem Jahr wird sie von der Katholischen Jugendstelle Weißenhorn in Kooperation mit zwei weiteren Stellen in Rom und in Klagenfurt organisiert. Insgesamt sind es 15 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern, die bis 9. September unter dem Motto „Einmal den Sommer anders erleben“ eine Woche im Kloster Wettenhausen verbringen. Kein Theologentreffen oder Ähnliches, wie Pfarrer Daniel Rietzler und Jugendseelsorger der Dekanate Neu-Ulm und Günzburg bemerkt. Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Einige von ihnen sind Betty aus der Tschechischen Republik, die Kunst studiert oder Karina aus der Slowakei, die ein Studium als Lehrerin der Bildenden Kunst hinter sich hat. Anja aus Haldenwang im Allgäu, Katharina aus Nürnberg und Jennifer aus Altötting arbeiten dagegen in Berufen der Verwaltung, Steuer und Industrie. Marco, gebürtig in Hamm in Nordrhein-Westfalen, ist der einzige von ihnen, der einen Weg eingeschlagen hat, der mit dem Glauben zu tun hat: Er studiert in Eichstätt Religionspädagogik. „Junge Christen, die sich mit dem Glauben auseinandersetzen“, sagt Pfarrer Rietzler. Es sei die Beziehung zu Gott und die Gemeinschaft der Kirche, die die Menschen über Nationen hinweg verbinde.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Sie tauschen sich in mehreren Sprachen aus

Alle sind sie zwischen 22 und 28 Jahre alt und vielleicht ist es gerade die Verschiedenheit untereinander, die den Reiz ausmacht, sich in Diskussionen und in der Gemeinschaft auszutauschen. Dies geschieht teilweise in verschiedenen Sprachen, einem Mix aus Deutsch, Englisch, Tschechisch, Italienisch und mehr.

Dabei geht es auch darum, Themen und Situationen aus der Welt und aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und schrittweise zu verstehen. Eine zentrale Rolle spielt der christliche deutsche Philosoph Ferdinand Ulrich: Unter dem Titel „Eine spannende Reise in die Philosophie und unser Leben“ werden seine Gedanken zu dem Märchen „Hänsel und Gretel“ thematisiert. Es geht unter anderem um philosophische theologische Grundfragen, wie: „Wo ist der Ursprung“, „Was hat Gott damit zu tun“ oder „Wie finde ich eine echte Selbstverwirklichung“. „Unser Selbstsein und unsere Identität neu entdecken“, nennt es Jennifer. Nicht nur sein „eigenes Ding“ zu machen, sondern auch etwas, was von Gott her angedacht sei oder wie man etwas für andere Menschen einbringen könne, fügt Pfarrer Rietzler hinzu.

„Die Kirche ist großartig“

Einen weiteren Bestandteil der internationalen Sommerbegegnung stellt der kulturelle Austausch dar: Am Sonntag fand ein Besuch mit einem Rundgang im Kloster Wiblingen statt. Ein Ausflug nach Ulm steht ebenfalls noch an. „Philosophieren, Beten, Chillen und Kultur“, auch dies ist ein Motto unter dem die Begegnung stattfindet. Chillen im Kloster? Es soll auch ein zur Ruhe kommen und ein Neuausrichten sein – ein weg vom Alltag. „Peace and a quiet place“ – Friede und ein ruhiger Ort, so nennt es Betty. Gerade die Begegnungen und die Kontakte zu den Ordensschwestern, seien immer sehr angenehm. Die Teilnehmer sind während dieser Zeit Selbstversorger. Gekocht werde in Kochteams, erzählt Katharina. Am Montag hat es Pasta gegeben.

Das Kloster sei ein idealer Ort, sind sie sich einig. „Die Kirche ist großartig“, bemerkt Karina und der prunkvolle Kaisersaal mache schon Eindruck, schließt sich Anja dem an. Aufmerksam auf die Sommerbegegnung sei sie, wie einige andere Teilnehmer auch, durch ein Gebetsnetzwerk geworden: Die Whats-App-Gruppe „Einfach gemeinsam beten“, wo dies veröffentlicht worden sei.

Auch die Ordensschwestern freuen sich über den Besuch, vor allem über die gemeinsamen Gottesdienste. „Wir freuen uns, dass die da sind“, sagt Priorin Schwester Amanda. Vielleicht ergebe sich dadurch sogar eine Berufung – dass sich jemand dazu entschließe, den Priesterberuf zu ergreifen oder Ordensschwester zu werden, fügt sie lächelnd hinzu.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Planspiel_Boerse_Sept18_3_2.tif
Planspiel

Zehn Wochen Makler an der Börse

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen