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17.07.2010

Plötzlich Helden

Plötzlich Helden

Wer das goldene Rettungsschwimmer-Abzeichen haben will, muss ganz schön was leisten: 25 Meter Schwimmen in höchstens 30 Sekunden, Abtauchen auf drei bis fünf Meter Tiefe und einen fünf Kilo schweren Tauchring heraufholen, sich aus der Umklammerung durch einen Befreiungsgriff lösen, einen Partner in unter einer Minute 25 Meter weit schleppen, an Land bringen, drei Minuten Herz-Lungen-Wiederbelebung. Und das alles am Stück, ohne Pause.

Die fünf Männer und Frauen, die am Mittwoch einen 68-Jährigen aus dem Silbersee gerettet haben, können sich das goldene Abzeichen eigentlich gleich abholen gehen, denn das alles haben sie geleistet. Sie haben nicht weggehört, als die Lebensgefährtin des Münchners um Hilfe rief. Sie sind ins Wasser gesprungen und haben nach dem Leblosen getaucht und ihn - ohne Sorge um die eigene Gesundheit - aus dem Wasser gezogen.

Dass sie echte Retter sind, haben die Fünf noch gar nicht realisiert - tatsächlich geht es ihnen nach diesem Erlebnis nicht besonders gut. Sie brauchen professionelle Unterstützung, um zu verarbeiten, was da am Silbersee passiert ist.

Niemand weiß zur Stunde, ob und wie der 68-Jährige den Badeunfall überleben wird. Fest steht nur eins: Ohne die Fünf hätte er keine Chance aufs Überleben gehabt. Sogar die erfahrenen Rettungssanitäter waren beeindruckt vom Mut der Badegäste, die eigentlich nur einen schönen Tag am See verbringen wollten und plötzlich zu Helden geworden sind. Es gibt sie also doch noch, die Menschen, die nicht wegschauen und helfen, ohne an sich selbst zu denken.

Das ist, rein technisch gesehen, tatsächlich ein goldenes Abzeichen wert - aber vor allem ist diese Hilfe eine Form von Nächstenliebe, die nicht mit Gold aufzuwiegen ist.

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