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Landkreis Günzburg

01.02.2018

Premiumwanderweg: „An der Strecke wird nicht mehr gerüttelt“

Auf bereits vorhandenen Wegen und Pfaden wird der neue Premiumwanderweg „Auwaldtrail“ auf 58 Kilometern in vier Etappen durch den Auwald zwischen den beiden Landkreisen Dillingen und Günzburg entlangführen.
Bild: Donautal aktiv

Die Kosten sind festgelegt, eine Stelle wird geschaffen, noch in diesem Jahr könnte der Pfad durch den Auwald in den Landkreisen Günzburg und Dillingen stehen.

Lothar Kempfle will pessimistisch bleiben. So ganz traut der Geschäftsführer von Donautal-aktiv dem Frieden noch nicht: Im vergangenen Sommer war seine Freude groß, als alle acht betroffenen Kommunen in den beiden Landkreisen Dillingen und Günzburg dem Premiumwanderweg zugestimmt hatten – trotz der Bedenken von Jagdpächtern und Grundstückseigentümern. Doch dann kamen die ersten Änderungswünsche. „Aber jetzt wird an der Strecke nicht mehr gerüttelt. Es gibt keinen Spielraum mehr, null Komma null“, betont Kempfle. Landrat Leo Schrell, Vorsitzender von Donautal-aktiv ergänzt: „Der Verlauf muss für die Zertifizierung beibehalten werden. Das ist von enormer Bedeutung.“

200000 Euro gibt es für die Umsetzung laut Landrat Schrell aus dem Leader-Topf. Damit ist die Finanzierung gesichert. In diesem Frühjahr wird die Stelle für das Projektmanagement besetzt, die Bewerbungen für die halbe Stelle laufen derzeit. Den größeren Teil am Budget tragen laut Kempfle die Kommunen und Landkreise entlang der 58 Kilometer langen Strecke. Mit dem Geld der Gemeinden wird ein Unternehmen den neuen Premiumwanderweg langfristig unterhalten. Davor steht die Einrichtung des Trails auf bestehenden Wegen und Trampelpfaden. Denn die Strecke darf nach den Vorgaben nicht gekiest sein. Manche Stellen müssen jedoch freigeschnitten werden und drei oder vier Holzstege werden angelegt. Das wird die Aufgabe des neuen Kollegen im Projektmanagement sein, erklärt Kempfle. Der oder die soll in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Waldbesitzern die Streckeninfrastruktur anlegen. Wanderern sei gesagt: In einem Park besteht die sogenannte Verkehrssicherungspflicht, im Wald nicht: „Man kann nicht alle 60 Kilometer sichern“, erklärt Kempfle. Wenn der sogenannte Auwaldtrail eingerichtet wurde, werden Schilder erstellt und nach einem Kataster aufgestellt.

Doch die Arbeit des künftigen Projektmanagers ist damit noch nicht getan. Er wird Hotellerie- und Gastronomiebetriebe über den Weg informieren. Sie sollen Auskunft geben können, wenn sich ein Urlauber wegen eines Ausflug zum neuen Premiumwanderweg samt Übernachtung bei ihnen meldet. Zwei Zielgruppen soll das Marketing speziell ansprechen: Die traditionellen Wanderer, deren Kinder vielleicht schon aus dem Haus sind. Und junge Paare ohne Kinder, die im Wald Entschleunigung suchen. Beide Gruppen haben laut Donautal-aktiv-Geschäftsführer verschiedene Bedürfnisse. Bis März 2020 wird die Stelle des Projektmanagers gefördert. Auch danach wird man sich weiter um den Weg kümmern müssen, weiß Kempfle. Schon jetzt würden Schilder beschädigt oder komplett abgeschraubt. „Das ist völlig kontraproduktiv und frisst einen Teil des Budgets. Was treibt einen biederen Schwaben dazu?“

Der Weg soll nicht nur Auswärtigen zeigen, was die Region zu bieten hat. Viele können es laut Kempfle gar nicht glauben, dass es bald einen Premiumwanderweg geben wird. Der könnte die Menschen nachhaltig begeistern. Denn: „Wer bleibt denn in einer Region, wo es nichts gibt, worauf er stolz sein kann?“ Landrat Schrell meint, es sollte „uns stolz machen, dass wir dieses nahezu einigartige Potenzial für einen Premiumwanderweg direkt vor der Haustür haben“. Wenn alles klappt, ist der Auwaldtrail im Herbst begehbar. Über den Winter hinweg soll er danach überregional beworben werden, damit ab dem Frühjahr 2019 auch Touristen die Schönheit der Region in den Kreisen Dillingen und Günzburg entdecken.

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