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Glöttweng

05.02.2015

Probleme mit Telekom: Gasthof vom Festnetz abgehängt

Der Gasthof Zum Adler in Glöttweng ist per Festnetz nicht zu erreichen.
Bild: Marc Müller/dpa (Symbolbild)

Das Unternehmen stellt analoge Telefonanschlüsse auf ein neues Verfahren um. Das führt in Glöttweng zu Problemen. Und auch beim Mobilfunk gibt es Schwierigkeiten.

Wer die Telefonnummer des Gasthofs Zum Adler in Glöttweng wählt, hört nur ein schnelles Tuten. Seit geraumer Zeit ist der Festnetzanschluss gestört, weil die Deutsche Telekom ihn vom analogen Betrieb auf das neue „Voice over IP“-Verfahren umstellen will, das Telefonieren über das Internet. Die Betonung liegt auf „will“.

Denn seit Wochen gelingt es dem Unternehmen nicht, den Anschluss wieder freizuschalten. „Zuerst hieß es, das würde nur ein paar Tage dauern“, sagt Wirtsfrau Irmgard Fink. Weil nun schon deutlich mehr Zeit verstrichen ist, hat sie sich an unsere Zeitung gewandt. Sie ist empört: „Was die Telekom da macht, ist geschäftsschädigend und existenzbedrohend. Wir sind ja darauf angewiesen, dass die Leute bei uns anrufen, um einen Tisch oder ein Zimmer zu reservieren.“ Da immerhin der Internet-Anschluss noch funktioniert, kann die Wirtsfamilie zumindest auf ihrer Homepage auf das Problem hinweisen und hat dort nun eine Handynummer angegeben.

Was Irmgard Fink besonders nervt, ist das scheinbare Unvermögen der Telekom. Denn das Unternehmen sei nicht nur außerstande, den Fehler zu finden und zu beheben. Bei jeder Nachfrage im Callcenter, wie lange die Störung noch dauert, werde sie an jemanden anderen verwiesen. Erst nachdem unsere Zeitung bei der Telekom nachgehakt hat, habe sich die zuständige Abteilung in der Bonner Konzernzentrale gemeldet. Dort sei angeboten worden, den Anschluss wieder auf den alten Vertrag umzustellen. Da die Familie befürchtet, dass sich das Ganze dadurch noch weiter verkompliziert, hat sie aber abgelehnt.

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Kunden können Schadensersatz verlangen

Die Telekom selbst teilt unserer Zeitung mit, dass der Technische Service „bereits mit Hochdruck“ daran arbeite, die Störung zu beheben. Die Probleme bedauere das Unternehmen sehr. Dass die Familie Fink ständig an andere Ansprechpartner weitergeleitet werde, kann die Telekom aber nicht nachvollziehen. „In der Regel können Mitarbeiter beim Kundenservice eine Auskunft zum Auftragsstatus geben“, erklärt eine Sprecherin.

Sie weist auch die Vermutung zurück, das neue Verfahren sei nicht ausgereift genug, was ein Techniker gegenüber den Wirtsleuten erklärt habe, wie Irmgard Fink sagt. Die Sprecherin betont: „IP-Telefonie basiert auf einer moderneren, zukunftssicheren Technik und ist heute bereits genauso stabil wie das bisherige Festnetz. Bei der Umstellung kann es vereinzelt zu Verzögerungen und Störungen kommen.“ Da die „Techniklandschaften“, auf denen Telefon, Internet, Mobilfunk und Fernsehen laufen, sehr komplex seien, „ist es nicht immer leicht, Fehler zu finden und zu beseitigen“.

Jede Woche würden die Anschlüsse von 60000 Kunden umgestellt. Telefon, Fernsehen, Internet und Mobilfunk seien in den vergangenen Jahrzehnten getrennt voneinander gewachsen und würden nun auf einem Netz zusammengeführt. Wenn es dabei Probleme gebe und diese zu Verdienstausfällen führten, könnten Kunden immer einen Antrag auf Schadensersatz stellen.

Auch Kunden von Kabel Deutschland nicht erreichbar

Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Haldenwang sind zwar keine weiteren Probleme dieser Art bekannt, heißt es im Rathaus. Doch in Nachbarregionen gibt es ebenfalls Fälle, in denen das Festnetz nach der Umstellung auf „Voice over IP“ nicht mehr funktionierte. In Zusmarshausen war es etwa die Bäckerei Rieger und in Dinkelscherben das Fuhrunternehmen Lindner. Dort habe die Telekom bereits zugesagt, eine Entschädigung für entgangene Aufträge zu zahlen.

Doch auch Kunden anderer Anbieter haben Probleme. Am Wochenende waren Nutzer des Festnetzes von Kabel Deutschland quer durch die Republik zeitweise nicht erreichbar, konnten aber selbst telefonieren. Und im Bereich Glöttweng gibt es nicht nur Schwierigkeiten mit dem Fest-, sondern auch mit dem Mobilfunknetz der Telekom, sagt Bürgermeister Sven Tull. Schlecht sei der Empfang dort schon gewesen, aber nun sei er wohl wegen Arbeiten am Mobilfunkmasten vollständig ausgefallen. Nach Angaben der Telekom ist dort ein altes Kabel defekt, das bis Ende Februar durch ein neues ersetzt werden soll. Dann sollten die Störungen behoben sein.

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