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Medizin

16.07.2016

Psychisch Kranke sollen besser integriert werden

BKH Günzburg und Uni Ulm beteiligen sich an einem Forschungsprojekt

Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg und die Universität Ulm nehmen an einem EU-geförderten Forschungsprojekt teil. Dabei geht es um soziale Inklusion von Menschen mit seelischen Erkrankungen. Ziel ist es, der weitverbreiteten Diskriminierung psychisch Kranker entgegenzuwirken und für diese eine verbesserte Teilhabe an der Gesellschaft zu erreichen. Das CRISP-Projekt, dessen Abkürzung für den englischen Titel „Citizenship, Recovery and Inclusive Society Partnership“ steht, wird von der schottischen University of Strathclyde/ Glasgow, der Mental Health Foundation UK und der Universität Ulm durchgeführt.

Weitere Kooperationspartner kommen aus Finnland und den USA, darunter die New York University, die Yale University sowie das Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago. Vor Kurzem fand im schottischen Glasgow eine Auftaktveranstaltung statt. Mit dabei war Professor Dr. Nicolas Rüsch von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Uni Ulm, die am BKH Günzburg angesiedelt ist. Führende Experten aus Europa und den USA diskutierten dabei politische Rahmenbedingungen und Initiativen zur Verbesserung der sozialen Integration für psychisch erkrankte Menschen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der Ulmer Arbeitsgruppe sowie der Günzburger Sektion „Public Mental Health“ wird das Programm „In Würde zu sich stehen“ sein. Dabei handelt es sich um ein von Psychiatrieerfahrenen geleitetes Gruppenprogramm, das Teilnehmer bei der oft schwierigen Entscheidung unterstützt, ihre Erkrankung anderen gegenüber geheim zu halten oder aber offenzulegen.

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Das Programm wurde von der Ulmer Arbeitsgruppe für psychisch erkrankte Jugendliche weiterentwickelt. Es wird derzeit in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie in Ulm, Augsburg und Ravensburg evaluiert. Eine intensive Zusammenarbeit gibt es zudem mit dem Psychotraumazentrum am Berliner Bundeswehrkrankenhaus. Hierbei geht es darum, das Programm für Soldaten mit psychischen Erkrankungen zu übertragen.

Weiterer Schwerpunkt sind Interventionen, um die Situation psychisch belasteter oder erkrankter Personen am Arbeitsplatz zu verbessern. Dazu wird 2017 in Zusammenarbeit mit finnischen Fachleuten in Ulm ein Seminar stattfinden. Ziel ist, Psychiatrieerfahrene stärker an der Arbeitsmarktpolitik zu beteiligen und damit zur besseren Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen in das Arbeitsleben beizutragen. (zg)

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