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Auszeichnung

04.08.2018

„Qualitätssiegel Demenz“ für Ernst-Ott-Seniorenzentrum

Das Foto zeigt (von links) Stefan Riederle (Geschäftsführer), Irmgard Juschka (Betreuungskraft), Angela Meißle (Pflegefachkraft), Tina Bartenschlager (Pflegekraft) und Marianne Fetzer (stellvertretende Pflegedienstleiterin) mit der Urkunde und einer „Nesteldecke“ für Demenzkranke. Die Decke spendete die Tochter eines Bewohners der Einrichtung.
Foto: Sandra Kraus/Landkreis

Es ist nicht die erste besondere Anerkennung für die Einrichtung in Ichenhausen

Das Beschützende steht im Ernst-Ott-Seniorenzentrum in Ichenhausen im Vordergrund. „Es ermöglicht den Bewohnern ein Leben nahe der Normalität“, sagt Stefan Riederle, Geschäftsführer der Ökumenischen Sozialstation im Landkreis Günzburg und damit auch Chef des Ernst-Ott-Seniorenzentrums. In der Gerontopsychiatrischen Fachpflegeeinrichtung leben 32 Demenzkranke. Keiner von ihnen muss in seinem Zimmer bleiben oder sich starren Regeln unterwerfen, was bei dieser Erkrankung sowieso nur zu Dauerkonflikten führen würde. Jeder lebt seinen Rhythmus, erledigt das, was er noch kann und möchte. Aktuell freut man sich hier über das „Qualitätssiegel Demenz“, das die Einrichtung zum dritten Mal von der Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken verliehen bekommen hat.

„Zertifikate sind oft Momentaufnahmen und orientieren sich an bürokratischer Dokumentation. Die Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken geht bei ihrem Qualitätssiegel einen anderen Weg. Sie ist einen ganzen Tag im Haus, schaut zu und lässt die Atmosphäre auf sich wirken“, erklärt Riederle in der Mitteilung. Auch Marianne Fetzer, die stellvertretende Pflegedienstleiterin, freut die Anerkennung. „Unser Haus beschützt in zweifacher Hinsicht. Es kann niemand weglaufen, sich aber trotzdem frei in Haus und Garten bewegen. Zweitens bleibt die Welt mit ihren Anforderungen außen vor. Wer sich zwei verschiedene Socken angezogen hat, wird gelobt, dass er es geschafft hat und nicht darauf hingewiesen, dass sie nicht gleich sind. Wer seinen Schrank zum hundertsten Mal umräumt, räumt ihn eben um.“ Eines ist bei diesem Krankheitsbild klar: Man macht viel, pflegt und tut Gutes, aber der Krankheitsverlauf schreitet trotzdem fort. Um das auszuhalten und um mit dem Verhalten der Bewohner klarzukommen, sind alle Mitarbeiter gerontopsychiatrisch ausgebildet. Hilfreich sind ihre Teilzeitarbeitsverträge, da bleibt einerseits Zeit zum Abschalten, andererseits kann der Dienstplan auf die familiäre Situation der Mitarbeitenden abgestimmt werden. Tritt ein Bewohner in die letzte Lebensphase, hat das Ernst-Ott-Seniorenzentrum eine weitere Besonderheit: Ausgebildete Palliativ- und Hospizkräfte stehen bereit, ein spezieller Abschiedsgottesdienst für Bewohner und Mitarbeiter gehört zur Sterbekultur.

Die Einrichtung ist kürzlich auch anderweitig ausgezeichnet worden. Vier Sterne auf einer silbernen Tafel schmücken den Eingangsbereich, sie wurde in die Thevo-Liste aufgenommen (wir berichteten). Dies ist ein Verzeichnis für Heime, die sich besonders um das Liegen und Schlafen der Bewohner kümmern. (zg)

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