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Burgau

09.09.2017

Rekord an der Mittelschule

Die Mittelschule Burgau bereitet sich aufs neue Schuljahr vor. Hier schreibt Rektorin Elisabeth Schlachter einen Gruß für eine zehnte Klasse an die Tafel.
Bild: Christian Kirstges

In Burgau wird es im neuen Schuljahr erstmals drei zehnte Klassen geben. Für die Rektorin und ihre Stellvertreterin ist der Grund des Erfolgs kein Geheimnis.

Der Stolz ist Rektorin Elisabeth Schlachter und Konrektorin Martina Deniffel deutlich anzusehen: Im neuen Schuljahr wird die Mittelschule Burgau erstmals drei zehnte Klassen haben. Das sei landkreisweit einmalig und im Verhältnis zur Schülerzahl womöglich auch bayernweit. Es sei die erste Schule im Kreis gewesen, die Ende der 90er Jahre mit dem Mittlere-Reife-Zug begonnen habe. Dass es jetzt drei Klassen sind, zeige, „dass wir als weiterführende Schule anerkannt sind“, betont Schlachter.

Woran das liegt, ist für sie und ihre Stellvertreterin ziemlich klar. „Wir haben eine gute Crew, ich möchte keinen der Lehrer missen. Und wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet“, sagt die Schulleiterin. Während die ehemaligen Hauptschulen insgesamt nach wie vor mit einem zu schlechten Image kämpften, sei das in Burgau anders. „Die Eltern haben hier auch erkannt, dass wir uns ganzheitlich um die Schüler kümmern“, ergänzt Deniffel. Es werde versucht, dass die Klassenleiter so viel Zeit wie möglich mit ihren eigenen Klassen verbringen, wodurch sie viel besser auf die Kinder und Jugendlichen eingehen könnten. Auch werde die Schulsozialarbeit stark eingebunden. Jeder bemühe sich um die Schüler.

Das zeige sich sicherlich auch daran, „dass wir es eigentlich jedes Jahr schaffen“, die Absolventen in die Ausbildung zu bringen. Die Berufsorientierung sei Teil des Unterrichts, nicht wenige hätten ihren künftigen Betrieb während eines Praktikums gefunden. Den Lehrern sei ein guter Kontakt zu den Firmen wichtig und sie entschuldige sich persönlich, wenn ein Schüler dort Probleme bereite, sagt Schlachter. So wie kürzlich, als es mit einem jungen Syrer nicht so gelaufen sei wie es sollte.

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Störenfriede sollen einen anderen Weg gehen

Apropos Flüchtlinge: Da gebe es keinen Unterschied zu deutschen Kindern und Jugendlichen. Die einen seien fleißig und wissbegierig, die anderen müsse man eher anschieben. Grundsätzlich sei es für viele Schüler mitten in der Pubertät sicher nicht leicht, eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben zu treffen, nämlich die Berufswahl. Aber die Lehrer unterstützten sie dabei, so gut sie können, wie auch bei anderen Belangen. Und damit die Neunt- und Zehntklässler sich auf ihren Abschluss konzentrieren können, werde in den unteren Klassen dafür gesorgt, dass Störenfriede einen anderen Weg nehmen. Die meisten Eltern, so sagt Schlachter, ziehen mit der Schule auch an einem Strang. Rechtliche Streitigkeiten, wie es sie an manch anderer Schule gebe, habe sie hier noch nie erlebt.

Wichtig sei sicherlich, Schülern und Eltern das Gefühl zu geben, dass sich das Kollegium kümmert – bis hin zur Chefin. So setze sie sich auch dafür ein, dass Mädchen kein Kopftuch tragen. „Es geht mir nicht um das Stück Stoff“, betont sie. „Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass sie damit schlechtere Chancen haben, in eine Ausbildung und einen Beruf zu kommen.“ Im Übrigen seien auch Kappen an der Schule ein Tabu. Jeder solle eben die gleichen Voraussetzungen haben, unabhängig von der Kleidung.

Ein Drittel der Zehntklässler ist nicht seit Beginn an der Schule

Alle Stellen seien im neuen Schuljahr wieder besetzt, aber Kapazitäten für viele Extras wie eine stärkere Förderung von Flüchtlingskindern gebe es eigentlich nicht. Dass so etwas doch geschehe, liege am Engagement jedes einzelnen Lehrers. Es sei nicht leicht, überhaupt Personal zu bekommen, das für die Mittelschule ausgebildet ist – dieses Lehramt werde wegen des schlechten Rufs und der schlechteren Bezahlung im Vergleich zu Realschule oder Gymnasium eben seltener studiert. Stattdessen kämen Lehrer dieser Schulformen, die sich gut hier einlebten. Was Schlachter und Deniffel Hoffnung macht: Es gebe inzwischen mehr Studenten, die ihr Orientierungspraktikum hier absolvierten und Gefallen daran fänden.

Von den künftigen Zehntklässlern sei übrigens ein Drittel nicht bereits seit der fünften Klasse an der Schule, sondern von der Realschule gewechselt. Die meisten kommen demnach in der achten Klasse von dort. „Wir bringen auch Schüler, die es dort nicht geschafft haben, wieder hoch“, betont Schlachter.

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