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Finanzen

12.04.2018

Rekordverdächtiger Haushalt

Bild: Wild

Was die Gemeinde Kötz dieses Jahr ausgeben will – und wie das bezahlt werden soll

Einen rekordverdächtigen Haushalt hat der Kötzer Gemeinderat verabschiedet. Rund zehn Millionen Euro will die knapp 3300 Einwohner zählende Gemeinde in diesem Jahr ausgeben. Sechs Millionen gehen in den laufenden (Verwaltungs-)Betrieb, vier Millionen werden investiert. Die Investitionssumme wird sich damit gegenüber 2017 mehr als vervierfachen. Bei der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend stellte Kämmerin Silvia Quenzer die wichtigsten Eckdaten des Haushalts 2018 vor.

Die rund zehn Millionen Euro seien „eine stolze Summe“, erklärte die Kämmerin. Die Investitionen seien auch nur zu stemmen, weil in den zurückliegenden Jahren mehr als 3,5 Millionen Euro auf die hohe Kante gelegt worden seien. Aus diesen Rücklagen müssen dieses Jahr knapp 2,5 Millionen entnommen werden, um die geplanten Investitionen tätigen zu können. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um drei Großprojekte. Die Sanierung des Ortskerns im Ortsteil Ebersbach mit Straßenbau, Kanalbaumaßnahmen, Wasserversorgung und neuer Beleuchtung ist mit 1,45 Millionen veranschlagt, der Neubau eines Kinderhorts in Großkötz mit gleichfalls 1,45 Millionen kalkuliert, der Neubau eines Kindergartens in Kleinkötz kostet 2,25 Millionen Euro. Vorgesehen ist ferner Grunderwerb mit 750 000 Euro – nicht zuletzt, um naturnahe Ausgleichsflächen für künftige Baugebiete vorhalten zu können.

Mit sechs Millionen Euro ist der Verwaltungshaushalt, also der laufende Betrieb, veranschlagt. 1,485 Millionen muss die Gemeinde als Kreisumlage an den Landkreis abführen, für die Arbeit in der Verwaltungsgemeinschaft mit Bubes-heim sind knapp 600 000 Euro fällig. „Ein großer Posten“, so Kämmerin Silvia Quenzer, ist ferner die Günzhalle, die Einnahmen von knapp 35 000 Euro bringen soll, zugleich aber Kosten von fast 223 000 Euro verursacht.

Die Höhe der Grundsteuern A und B bleibt mit je 310 von Hundert auf dem Stand des Vorjahres. Sie liegen damit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden im Landkreis und im Freistaat. Mit 320 von Hundert bei der Gewerbesteuer liegt Kötz in etwa im Mittelfeld.

An freiwilligen Leistungen für die Vereine gibt die Gemeinde wieder gut 9000 Euro aus, etwas mehr als 3100 Euro sind es, wie in den Vorjahren, an Zuschüssen und Zuweisungen für überörtliche gemeinnützige Verbände und Organisationen.

Um die Investitionen stemmen zu können, werden knapp 2,49 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen. Die Finanzreserve der Gemeinde geht damit auf gut eine Million zurück. Angesichts der „guten Finanzlage“ der Gemeinde sei das vertretbar, erklärte die Kämmerin, allerdings müsse die Ausgabenpolitik stets im Auge behalten werden. Neue Kredite sind in diesem Jahr nicht notwendig. Im Gegenteil: Durch Tilgungen um 91 000 Euro wird der Schuldenstand auf etwa eine Million Euro zurückgehen. Bis 2021 sollen die Schulden weiter auf dann rund 775 000 Euro gesenkt werden.

Das Fazit von Bürgermeister Ernst Walter: „Der Haushalt 2018 kann trotz der erheblichen Investitionen als solide bezeichnet werden“. Da der Etat intensiv vorberaten wurde, stimmte der Gemeinderat ohne weitere Diskussion und einhellig dem Zahlenwerk zu.

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