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19.06.2009

Rekultivierung droht ins Wasser zu fallen

Günzburg-Riedhausen Die gute Nachricht: Dank eines Rekultivierungsplanes und der gemeinsamen Anstrengung von Stadt, Landratsamt, Kiesunternehmer und Arbeitsgemeinschaft (Arge) Donaumoos mit Unterstützung von Landwirten und Fischern ist es gelungen, an den Vollmer-Seen bei Riedhausen (Stadt Günzburg) ein Stück Natur zurückzugewinnen. Die schlechte: Rücksichtslose Badegäste und Leute, die ihre Autos widerrechtlich kreuz und quer parken, machen diese Erfolge teilweise wieder zunichte. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig appelliert jetzt an die Bevölkerung: "Bitte unterstützen Sie uns in unseren Bemühungen, die Natur wird es Ihnen danken!"

Seit 1969 wird durch die Firma Vollmer im Donauried südlich von Riedhausen Kies und Sand abgebaut. Die dadurch entstandenen Wasserflächen - die Vollmer-Seen - werden vorwiegend im Sommer von Erholungssuchenden bevölkert.

Durch den Kiesabbau wurde die Flora und Fauna im Donauried jahrzehntelang gestört, sodass die Flächen nun mithilfe eines Rekultivierungsplanes wieder der Natur zurückgegeben werden sollen. "Eine Teilfläche unseres für den Kiesabbau überlassenen Grundstücks, welches im Biotopverbund Leipheim-Gundelfinger Moos liegt, wurde durch die Firma Vollmer unter Mitwirkung der Stadt, der Fachbereiche Unterer Naturschutz und Wasserrecht des Landratsamtes nun renaturiert", berichtet Sirka Negretti von der Servicestelle Wirtschaft/Information/Recht im Günzburger Rathaus. Neu gestaltete Senken und Mulden, in denen sich Regenwasser sammelt, die neu modellierte Uferlinie sowie die gezogenen Gräben und Schutzwälle bieten Wasser- und Watvögeln den idealen Lebensraum, so Negretti.

Schilder weisen darauf hin

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Ziel der Beruhigung dieses sensiblen Bereiches ist es, dass sich scheue und lärmempfindliche Tierarten wieder ansiedeln können. "Der Flussregenpfeifer, der in seinem Bestand bedroht ist, wurde bereits gesichtet", freut sich Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Weiter berichtet er, dass sich diese Vogelart derzeit in der Brut- und Aufzuchtszeit befindet. "Badegäste, die sich in diesem zur Badenutzung verbotenen Bereich aufhalten", erzählt Frimmel, "stören den Flussregenpfeifer. Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass die Eier im Nest nicht mehr ausgebrütet oder Jungvögel nicht mehr gefüttert werden".

Auch OB Jauernig sieht es als eine Pflicht an, die Badegäste nun darauf hinzuweisen, dass in diesem Bereich sowohl das Baden als auch das Befahren mit Autos oder Krafträdern untersagt ist, worauf Schilder im Bereich des aufgelassenen Kieswerkes deutlich hinweisen. "Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt. Deshalb ist es auch unsere Verpflichtung, die beanspruchten Flächen der Natur wieder zurückzugeben", betont der Rathauschef. Die Stadt ist Grundstückseigentümerin. Jauernig und die Verantwortlichen des Vollmer-Kieswerkes appellieren an das Pflichtbewusstsein der Badenden, ihren Müll nicht herumliegen zu lassen, sondern wieder mit nach Hause zu nehmen.

Verstärkte Kontrollen

Wegen teilweise chaotischer Zustände, verursacht durch parkende Fahrzeuge der Badegäste, werden die landwirtschaftlichen Anlieger-Fahrzeuge an der Durchfahrt gehindert, die Mitglieder des örtlichen Fischereivereins als berechtigte Inhaber der Fischpacht beeinträchtigt. Auch vor landwirtschaftlich genutzten Flächen machen die parkenden Badegäste keinen Halt. Deswegen ist das städtische Ordnungsamt zusammen mit der Polizei gezwungen, verstärkt Kontrollen zu fahren.

Auf eine Feststellung legen die Verantwortlichen der Stadt aber Wert: Baden in den Vollmer-Seen ist in dem gemäß Beschilderung freigegebenen Bereich erlaubt - ebenso wie das Parken entlang einer Seite des Feldweges, der nach Riedhausen führt. "Zum Schutze der in diesem Bereich hochsensiblen Natur, der Landwirte und der Fischer aber eben nicht überall", heißt es in einer Mitteilung des Rathauses. "Kommentar auf dieser Seite

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