Newsticker

Konjunkturpaket: Familien erhalten Geld wohl in drei Raten
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Relikte aus der Bronzezeit ausgegraben

Archäologie

17.09.2012

Relikte aus der Bronzezeit ausgegraben

Die archäologischen Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Leipheim sind in Kürze beendet. Die Experten fanden im Rahmen des Baus der Südumfahrung Siedlungsspuren aus längst vergangenen Zeiten.
4 Bilder
Die archäologischen Grabungen auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Leipheim sind in Kürze beendet. Die Experten fanden im Rahmen des Baus der Südumfahrung Siedlungsspuren aus längst vergangenen Zeiten.
Bild: Bernhard Weizenegger 

Auf dem Leipheimer Fliegerhorst haben schon vor Tausenden von Jahren Menschen gelebt

Von Katja Röderer

Leipheim. Die Arbeit ist mühsam. Aber das war wahrscheinlich schon immer so auf dem Fliegerhorst in Leipheim. Wo früher Militärs ihren Dienst taten, graben sich seit einiger Zeit Archäologen durch die Tiefen des Geländes. Zentimeter für Zentimeter tragen sie hier die Sandschichten ab, bevor die Südumfahrung gebaut wird. Dabei haben die Archäologen Glück: Nachdem der Bauplan der Umgehungsstraße teilweise geändert wurde, sitzt ihnen die Zeit an manchen Ausgrabungsstellen nicht mehr ganz so im Nacken, weil Teile des Bauwerks nun an anderer Stelle errichtet werden.

Die Archäologin Anja Seidel von der Firma Archbau erklärte, dass die archäologischen Untersuchungen in der Regel stattfinden, sobald der Oberboden auf Baustellen abgetragen ist. „Dann muss geprüft werden, ob sich ein Denkmal im Boden befindet.“ Im Moment graben sich die Archäologen auf dem Fliegerhorst durch die darunter befindlichen hellen Sandschichten. Dunkle Bereiche in diesen hellen Sandschichten weisen darauf hin, dass an dieser Stelle einmal etwas geschehen sein muss. „Die dunkle Verfärbung kommt durch organisches Material zustande“, sagt Anja Seidel, Reste von Pflanzen oder Tieren sind verwest. Damit jeder weiß, wo er graben muss, sind die einzelnen Abschnitte mit kleinen Plastikschildchen gekennzeichnet. Tonscherben, die aus der Erde geholt werden, sind in beschrifteten Tütchen verstaut worden und hängen jetzt mit Nägeln befestigt an den Wänden der Grabungsstätten. Ob es sich um Reste von Gebrauchskeramik handelt, erkennen die Archäologen beispielsweise an den typischen Kanten mancher Scherben, die offensichtlich einmal zu einem Krug oder Ähnlichem gehört haben. Doch Muster oder Farben sind darauf nicht zu sehen. Damit würde eine Datierung leichter fallen.

Wolfgang Czysz vom Landesamt für Denkmalpflege erklärt, dass es im Moment ohnehin schwierig sei, eine Zeit für die Entstehung der Gebrauchskeramik zu benennen. „Noch steht nichts Genaues fest“, so Czysz. Aller Voraussicht nach dürfte es sich um Siedlungsreste aus einer Zeit zwischen 1500 v.Chr. und 800 v.Chr. handeln. Erst wenn die Funde gereinigt sind, können die Experten an der Textur der Keramik erkennen, in welcher Epoche sie entstanden sind. Seit Mai laufen die archäologischen Untersuchungen auf dem Fliegerhorstgelände. Jetzt sind sie so gut wie abgeschlossen. Wegen einer schon bekannten Fundstelle aus Römerzeiten am Südrand der Landebahn waren eigentlich weitere Funde aus Römerzeiten vermutet worden, wie Wolfgang Czysz sagt. „Hier kamen Münzen und Ziegel zum Vorschein.“ Doch wurden keine weiteren römischen Relikte mehr ausgegraben. Haufenweise Gold hat hier offenbar auch nicht im Erdreich geschlummert. Fest steht jetzt aber, dass schon zu späten Bronzezeiten und in der Jungsteinzeit Menschen auf dem Gelände lebten. Sie haben weitere Siedlungsspuren hinterlassen. Die Funde werden nun von der Firma Archbau noch archivfähig gereinigt und dokumentiert. Das Landesamt für Denkmalpflege wird den abschließenden Bericht mit der Stadt Leipheim besprechen, so Wolfgang Czysz. Die Stadt muss am Ende entscheiden, was mit den Funden geschehen soll.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren