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Sitzung

17.07.2019

Rettenbach blickt finanziell „in eine rosarote Zukunft“

Was ihre Finanzen betrifft, kann die Gemeinde Rettenbach zufrieden in die Zukunft blicken. Inzwischen sind die Rücklagen höher als die Schulden und auch ansonsten besteht kein Anlass zur Besorgnis.
Bild: Peter Wieser

Bürgermeisterin und Kämmerer zeigen sich mit den Finanzen der Gemeinde äußerst zufrieden – wenn nur die Kanäle nicht wären

Die Sitzung des Rettenbacher Gemeinderats am Montag glich einem großen Zahlenwerk. Einer der Tagesordnungspunkte war die Jahresrechnung 2018, die innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Haushaltsjahres aufgestellt und dem Rat vorgestellt werden muss, ein weiterer war der Finanzzwischenbericht für 2019.

Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast (CSU) zeigte sich sowohl über die Gewerbesteuereinnahmen, die wesentlich höher als angenommen sind, wie auch über den hohen Gemeindeanteil an der Einkommensteuer höchst erfreut. Zudem wurde in den meisten Ausgabengruppen der Planansatz nicht ausgeschöpft. Mit Einnahmen in Höhe von rund 800000 Euro liege man bei der Gewerbesteuer 34 Prozent über dem Ansatz und gleichzeitig in einem stabilen Trend, erklärte Kämmerer Christoph Zeh. Wenngleich der Gemeinde nach Abzug der Umlagen nur 25 Prozent davon effektiv im Haushalt blieben, seien dies im vergangenen Jahr Mehreinnahmen in Höhe von rund 30000 Euro gewesen. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer liegt mit knapp 1,1 Millionen Euro ebenfalls höher als erwartet. Die Steuerkraftsumme werde gleichbleibend hoch sein, man könne von einer Kreisumlage in Höhe von rund 750000 Euro ausgehen, so der Kämmerer. Mit 806000 Euro konnten dem Vermögenshaushalt rund 310000 Euro mehr als geplant zugeführt werden.

Auf zwei Zahlen ging Zeh besonders ein: Zum Jahresanfang 2018 hatte die Gemeinde 286000 Euro mehr Schulden als Rücklagen, zum Jahresende waren es 374000 Euro mehr Rücklagen als Schulden. Damit ist eine Veränderung von mehr als 600000 Euro an Zuführung und Tilgung eingetreten. „Wir haben rekordmäßig 343000 Euro getilgt“, betonte Zeh weiter. Inzwischen gebe es nur noch drei laufende Darlehen, zu Beginn seiner Tätigkeit als Kämmerer seien es sieben gewesen.

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Beim Finanzzwischenbericht für das laufende Jahr zeigte sich Kämmerer Zeh ebenfalls zufrieden. Dieses verlaufe planmäßig. Man könne auch dieses Jahr auf eine gute und zufriedenstellende Finanzsituation blicken, es gebe keinen Grund zur Besorgnis, eventuell die Rücklage angreifen zu müssen. Man werde eine Zuführung erwirtschaften und im Gegenzug möglicherweise auch die Rücklagen stärken. Dies werde im Hinblick auf die bevorstehenden großen Projekte erforderlich sein.

Einen wichtigen Punkt wird die Verbesserung des stark sanierungsbedürftigen Kanal- und Wassersystems darstellen – ein Thema, mit dem sich der Rettenbacher Gemeinderat noch im zweiten Halbjahr intensiv beschäftigen wird und das finanziell nicht unerheblich zu Buche schlagen wird. Auch das Ausweisen neuen Wohnbaulands steht an, wenn der Flächennutzungsplan genehmigt ist. Damit hat die Gemeinde in den kommenden Monaten noch einiges zu tun. Bürgermeisterin Dietrich-Kast zeigte sich im Hinblick auf die Ausführungen des Kämmerers, der für die zahlenlastige Sitzung sogar eine Entschuldigung fand, optimistisch: „Wir können in jedem Fall in eine rosarote Zukunft sehen.“

Weiter informierte die Bürgermeisterin, dass die Gemeinde das Areal der ehemaligen Gaststätte Zum Kreuz erwerben wird und in Kürze der Notartermin stattfindet. Wie die Gemeinde dieses nutzen wird, steht noch nicht fest.

Volker Heß (BL) erkundigte sich nach dem Sachstand bei der Beschaffung der Sitzgruppen, den sogenannten Brotzeitinseln, die in einem Projekt mit dem Regionalmarketing an der Kreuzung Hauptstraße/Alte Mühle aufgestellt werden sollen. Inzwischen hätten sich weitere Kommunen angeschlossen, es erfolge eine Sammelbestellung und man werde entsprechend benachrichtigt, so die Bürgermeisterin.

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