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Günzburg

06.08.2019

Rettern in den Weg gestellt? Anwohnerin widerspricht

Seit Ende März ist die Leibistraße am Rande des Nauwalds für den motorisierten Verkehr gesperrt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Eine Frau aus der Günzburger Leibistraße hat eine andere Darstellung des Geschehens als der DLRG-Kreisvorsitzende.

Als Promilleweg wurde und wird sie bisweilen benutzt. Außerdem kommen Ortskundige, ohne eine Umfahrung nehmen zu müssen, auf diese Weise direkt nach Günzburg und Leipheim. Dabei ist die Leibistraße seit Ende März außer für Anlieger und Landwirtschaft für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Stadt Günzburg hat eine entsprechende Anordnung erlassen. Denn der nicht geteerte Weg liegt in einem Wasserschutzgebiet. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls mit auslaufenden Kraftstoffen soll so minimiert werden. Wo fast niemand fährt, sind die Chancen gut.

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Das ist die Theorie, sagt eine Anwohnerin der Leibistraße, die nicht genannt werden will (der Name ist der Redaktion bekannt). In der Praxis hielten sich Unbelehrbare in der Vergangenheit nicht an eine auf 20 Stundenkilometer limitierte Geschwindigkeitsbegrenzung – und seit der Sperrung auch nicht an dieses Verbot. Dazu zählt die Anwohnerin auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Deren Kreisvorsitzender Michael Gröger versteht die Welt nicht mehr, weil seine Rettungsorganisation „im Einsatz“ von Anwohnern der Leibistraße angezeigt worden sei. Außerdem sollte eine Mitarbeiterin durch ein quer stehendes Auto auf der Leibistraße an der Weiterfahrt behindert werden (wir berichteten).

Auf einmal war das Blaulicht aus

Die Anwohnerin widerspricht dieser Darstellung. Man habe niemanden behindert, schon gar keine Rettungskräfte, vor denen sie großen Respekt habe. Und sie habe auch nichts gegen Einsatzfahrten. Dem Blaulichtfahrzeug an jenem angeblichen Einsatztag, den der DLRG-Vorsitzende angeführt habe, sei ihre Nachbarin zufällig gefolgt, die eigentlich zum Wertstoffhof wollte. Deren Beobachtung sei gewesen, dass sich der DLRG-Wagen an der B16 am „Polizeiohr“ als Linksabbieger an der roten Ampel „brav in den Verkehr eingeordnet hat, ohne ein Blaulicht eingeschaltet zu haben“.

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Sollte das Blaulicht missbräuchlich benutzt worden sein, „dann hätte das noch eine ganz andere Größenordnung“. Nach den Recherchen der Anwohnerin handelt es sich um den 24. Mai, als die Nummern der DLRG-Fahrzeuge aufgeschrieben worden sind. „Man kann ja ganz einfach nachprüfen, ob es damals einen Einsatz gegeben hat oder nicht.

Den Vorwurf der Behinderung von Einsatzkräften nannte die Anwohnerin eine „Unverschämtheit“. Sie sagt. „Die sind so schnell gefahren. Sich da in den Weg zu stellen, das wäre glatter Selbstmord gewesen.“

Staub im Mund und auf den Lippen

Die Frau beklagt, dass sie den vorderen Teil ihres Gartens seit Jahren gar nicht mehr benutzen kann. Sie, ihr Mann und die übrigen Anwohner haben den aufgewirbelten Staub des Feldweges, der in der Luft liege, „im Mund, auf der Zunge und auf den Lippen“. Sie wisse sich nicht mehr anders zu helfen, als sich die Kennzeichen der auf der Leibistraße verbotswidrig fahrenden Autos aufzuschreiben und der Polizei zu melden. Die Halter bekommen dann einen Bußgeldbescheid wegen der begangenen Ordnungswidrigkeit. Diese Maßnahmen zeigten bislang nur begrenzten Erfolg.

„Wir machen hier eigentlich die Arbeit der Polizei, die uns zu verstehen gegeben hat, dass sie keine Zeit hat, regelmäßig zu kontrollieren, ob das Durchfahrtverbot eingehalten wird oder nicht. Wir möchten, dass die Menschen respektieren, dass ein Wasserschutzgebiet einfach Vorrang hat.“ Die Schilder seien ja schließlich nicht „zur Gaudi da“.

Lesen Sie dazu:

Anwohner stellen sich in Günzburg Rettungskräften in den Weg

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