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Landkreis Günzburg

18.11.2019

S-Bahn-Netz: Erst muss die Mittelschwabenbahn besser werden

Die Mittelschwabenbahn soll attraktiver werden.
Foto: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Plus Beim Ausbau des S-Bahn-Netzes darf man den Landkreis nicht vergessen. Erst ist aber die Strecke von Günzburg über Krumbach nach Mindelheim im Fokus.

Bis in der Region S-Bahn-Züge fahren, wird noch einiges Wasser die Donau hinunterfließen. Immerhin: Auf dem Papier steht das Konzept bereits. Vorgesehen ist, in der Region Donau-Iller den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszubauen, stärker zu vernetzen und so möglichst viele Menschen zu bewegen, vom Auto auf Bahn und Bus, Carsharing oder Fahrrad umzusteigen. Kurzfristig gehe es darum, die Mittelschwabenbahn von Günzburg über Krumbach bis Mindelheim zu ertüchtigen und damit attraktiver zu gestalten, erklärten Landrat Hubert Hafner und Oliver Dümmler, Geschäftsführer des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller, im Wirtschafts- und Strukturbeirat des Landkreises.

Derzeit wird auf politischer Ebene darüber diskutiert, die Bahnstrecke zwischen Ulm und Augsburg von bislang zwei auf künftig drei oder vier Gleise auszubauen. Damit böte sich für den Landkreis Günzburg die Chance, mit S-Bahn-Zügen einen besser getakteten Anschluss an Ziele in der Region Donau-Iller zu erhalten – in Richtung Ulm und Neu-Ulm, Heidenheim, Biberach oder Memmingen. Und von dort womöglich weiter in die Ferne.

Auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein S-Bahn-Netz wichtig

Im Beirat herrschte Einigkeit darüber, dass der Aufbau eines solchen S-Bahn-Netzes nur von Vorteil sein könne – nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes. Um das Projekt erfolgreich zu gestalten, müssten aber auch die Buslinien besser mit der Bahn vernetzt werden. In den städtischen Gebieten müsse mehr für Radler getan werden, rund um die Bahnhöfe mit weiteren Abstellflächen oder Ladestationen für E-Bikes. Auch Autofahrern aus Dörfern abseits der Bahnlinien müsse an Bahnhöfen die Möglichkeit geboten werden, ihr Fahrzeug abzustellen und auf den Zug umzusteigen, erklärte nicht nur Busunternehmer und Kreisrat Josef Brandner (Freie Wähler).

SPD-Kreisrat Werner Gloning hakte nach. In einer Machbarkeitsstudie zum regionalen S-Bahn-Netz sei nach seinen Informationen Günzburg ausgeklammert worden. Das sei „ein falsches Gerücht, das sich hartnäckig hält“, erwiderte Dümmler. Günzburg sei als Gründungsmitglied des Regio-Vereins sehr wohl in dessen Pläne integriert, betonte auch Landrat Hafner. „Obwohl wir nicht im Zentrum der Region stehen.“ Auf Drängen Glonings bekräftigte der Beirat aber die Forderung, dass der Landkreis in jeglicher Hinsicht in das geplante S-Bahn-Netz eingebunden wird.

Haltepunkte der Mittelschwabenbahn müssen barrierefrei werden

Verbesserungsbedarf sehen Hafner und Dümmler vorab bei der Mittelschwabenbahn. Unter anderem müssten die Haltepunkte zwischen Günzburg und Mindelheim barrierefrei werden, um Menschen mit Behinderung den Zugang zu den Zügen zu erleichtern.

Auch bei der zeitlichen Anbindung der Mittelschwabenbahn an die regionalen und überregionalen Züge gebe es Nachholbedarf, erklärte Dümmler. In dieser Hinsicht sei vor allem der Freistaat gefordert, betonte der Landrat. Immerhin: Jüngst wurde ein Vertrag geschlossen, der den Bestand der Mittelschwabenbahn bis 2032 sicherstellt. Mit dem Nahverkehrsplan des Landkreises hat sich im Übrigen auch der Kreisausschuss bei seiner Sitzung am heutigen Montag beschäftigt.

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