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Fußball-Landesliga

19.08.2019

SC Ichenhausen auf dem Boden der Tatsachen

Bedient ist der Ichenhauser Kilian Kustermann nach dem Abpfiff. Gegen Neuburg stießen er und seine Teamkollegen an gewisse Grenzen.
Bild: Ernst Mayer

Den SC Ichenhausen trennt im Spitzenspiel weit mehr als nur ein Tor vom VfR Neuburg. Nach der Heimniederlage weiß das Team aber auch, dass es an guten Tagen viel erreichen kann.

Als das Spitzenspiel verloren war, sanken einige Fußballer des SC Ichenhausen auf den Rasen und blieben dort erst einmal nachdenklich-kopfschüttelnd sitzen. Auf Augenhöhe mit dem VfR Neuburg hatten sie sich im Hindenburgpark präsentieren wollen. Am Ende mussten sie erkennen, dass sie zumindest derzeit noch einiges trennt vom Leistungsvermögen eines wirklichen Landesliga-Spitzenteams. Ein solches stellen die Oberbayern zweifellos. Neuburg präsentierte sich an diesem 17. August als bisher mit Abstand bester SCI-Kontrahent in dieser Runde und gewann vor 200 Zuschauern hoch verdient 1:0, wobei das Resultat den Gastgebern einigermaßen schmeichelte.

Die Chance zur Führung war da

Die Ichenhauser konnten an die sehr guten Leistungen der beiden Spiele zuvor nur 20 Minuten lang anknüpfen. In dieser Anfangsphase hätten sie sogar in Führung gehen können. Nach einem Einwurf von Benjamin Sturm stand Alexander Sigl (diesmal als zweite Sturmspitze neben Kilian Kustermann aufgeboten) blank, scheiterte mit seinem Schuss aber am Querbalken (15.). Es sollte für lange Zeit die einzige nennenswerte Gelegenheit der Gastgeber bleiben. Tief in der zweiten Spielhälfte gelang Pierre Heckelmüller noch ein guter Schuss aus 20 Metern, doch der Ball strich über den Kasten (65.).

Torwart Liridon Rrecaj hält das zu Null lange fest

Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste bereits. Neuburg übernahm nach gut 20 Minuten das Kommando, bestimmte fortan die Spielrichtung und gab diese Dominanz auch nie mehr auf. Chancen ergaben sich beinahe zwangsläufig – und hier zeigte sich immer wieder, dass der SCI in Liridon Rrecaj einen Riesen im Tor hat. Jedenfalls hielt er das zu Null lange fast im Alleingang. Zunächst parierte er mit dem Fuß gegen Sebastian Habermeyer (22.), dann stoppte er den allein vor ihm auftauchenden Marco Friedl (40.).

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Hoffnungen der SCI-Fans, ihr Team könnte nach einer entsprechenden Neuausrichtung im zweiten Durchgang besser zurechtkommen, erfüllten sich nicht. Weiterhin waren die Neuburger am Drücker. Rainer Meisinger scheiterte noch mit einem Freistoß (53.), dann gelang Habermeyer mit einem scharfen Flachschuss ins lange Eck das letztlich Goldene Tor (54.). Wenig später prallte ein Kopfball von Friedl an die Unterkante der Latte, während Habermeyer die Standhaftigkeit des Gebälks prüfte, indem er den Ball in der Schlussphase ans Lattenkreuz wuchtete. Und schließlich sorgte Rrecaj dafür, dass es beim knappen Rückstand blieb, indem er im Duell mit Eugen Belousow eine Glanzparade zeigte.

Personelle und taktische Änderungen verpuffen

Das Bemühen war dem SC Ichenhausen nicht abzusprechen und die Mannschaft darf auf einen guten Tabellenplatz spekulieren, weil sie gefestigt daherkommt und viel Talent mitbringt. Allerdings hatte im aktuellen Heimspiel kein Beobachter den Eindruck, als könne noch mal ein echter Ruck durchs Team gehen. Zusätzlich konnten die drei eingewechselten Spieler keine Wende herbeiführen, ebensowenig gelang das Trainer Oliver Unsöld, der erneut einen taktischen Umbau vornahm und wieder mit einer Vierer-Abwehrkette inklusive Stefan Strohhofer agieren ließ.

Zu den Neuburgern sei noch gesagt, dass sie sich im Hindenburgpark auch im schauspielerischen Bereich meisterlich präsentierten. Bei jeder Kleinigkeit wälzten sich Spieler am Boden und forderten medizinische Hilfe an, um Sekunden später quickfidel über den Rasen zu sprinten. Zum Frust der Gastgeber ließ sich Schiedsrichter Fridolin Hiefner davon derart beeindrucken, dass er eine sehr einseitige Kartenverteilung wählte. Am Ende hatten die keineswegs böse einsteigenden Königsblauen acht Verwarnungen (darunter einmal gelb-rot) kassiert, während die Oberbayern mit einer davon kamen.

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