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Fußball-Landesliga

08.09.2019

SCI-Trainer Oliver Unsöld sieht rot

Verzweifelt reagiert Oliver Unsöld auf die Ereignisse in Durach. Seine Mannschaft vergab dort jede Menge Chancen und sah sich zusätzlich durch zwei Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Michael Hintermaier benachteiligt. Der Trainer des SC Ichenhausen reagierte zu impulsiv – und kassierte einen Platzverweis.
Bild: Erwin Hafner

Zwei unglückliche Entscheidungen bringen den Trainer des SC Ichenhausen in Rage. Er kassiert einen Platzverweis. Die Niederlage in Durach hat aber auch andere Ursachen.

Der SC Ichenhausen steckt zweifellos in einer kleinen Krise. Am Samstag, 7. September, unterlag der Fußball-Landesligist beim VfB Durach 0:3 (0:1). Die hinterher tief enttäuschten Königsblauen mussten sich einmal mehr an die eigene Nase fassen, weil sie als optisch klar dominierende Mannschaft selbst klarste Möglichkeiten nicht im Tor untergebracht hatten. Zum eigenen Unvermögen gesellte sich diesmal eine höchst unglückliche Schiedsrichterleistung. Das Unparteischengespann um Michael Hintermaier griff mit falschen Entscheidungen gleich zweimal wegweisend ins Spiel ein. Beim zweiten Mal reagierte SCI-Trainer Oliver Unsöld dermaßen ungehalten, dass er sich die Rote Karte einhandelte. Er wird am kommenden Sonntag in Ehekirchen nicht auf der Bank sitzen dürfen.

Klares Foul übersehen

Es lief die 84. Minute. Durach führte seit einem frühen Kontertreffer von Dominik Portsidis 1:0 – und das überaus schmeichelhaft, denn Ichenhausen hatte vor allem im ersten Durchgang sehenswerten Fußball gezeigt und sich über die komplette Spieldauer gefühlt 80 Prozent Ballbesitz erarbeitet. Nun lag der Ball bei Pierre Heckelmüller, der von der Linksaußenposition einen weiteren Angriff der Gäste einleiten wollte und dabei klar gefoult wurde. Alle Beteiligten, Spieler wie Zuschauer, warteten auf den Pfiff des Unparteiischen. Der kam aber nicht. Stattdessen schnappte sich ein Duracher den Ball, legte ihn quer in den Strafraum, dort kam es zum Duell zwischen Maximilian Ocker und Markus Piller, der Duracher fiel, diesmal pfiff Hintermaier und Piller verwandelte den Strafstoß zum vorentscheidenden 2:0. Es folgten heftige Proteste der Ichenhauser, die im Feldverweis für ihren Coach gipfelten.

Großchancen vergeben

In Unsölds Unmut über diese Szene mischte sich garantiert sein Ärger über den gesamten Verlauf der Partie. Bereits in der dritten Minute hätten die Seinen in Führung gehen können, aber der Kopfball von Mateusz Staron nach einer Ecke von Benjamin Sturm strich hauchdünn am Glück vorbei. Das dickste Ding vergeigten die Ichenhauser nach einer Viertelstunde. VfB-Torhüter Julian Methfessel parierte einen Schuss von Simon Fischäß mit dem Fuß, der Abpraller fiel dem mitten im Fünfmeterraum stehenden Kilian Kustermann vor die Füße, doch der platzierte die Kugel direkt auf den Schlussmann.

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Verzagen wollten die Königsblauen trotz dieses Ungeschicks natürlich noch nicht. Weiter bestimmten sie Tempo und Richtung der Begegnung. Und sie hatten weitere klare Gelegenheiten. So, als Staron allein auf Methfessel zusteuerte. Aber auch er scheiterte am Torwart (40.).

Rudi Schiller: Entscheidung eine "Lachnummer"

Obwohl Durach unmittelbar nach dem Seitenwechsel zwei gute Offensivaktionen auspackte, blieb Ichenhausen optisch obenauf. Nach einer Stunde etwa verloren dann die Unparteiischen ihre bis dahin ordentliche Tagesform. Der erste dicke Knackpunkt ergab sich aus SCI-Perspektive in der 68. Minute, als eine scharfe Hereingabe von Benjamin Sturm in den Strafraum kam, wo Staron goldrichtig stand und das Ding endlich erlösend ins Netz bugsierte – doch zur Überraschung der Duracher und zum Entsetzen der Ichenhauser hatte der Assistent exklusiv eine Abseitsstellung gesehen. SCI-Sportleiter Rudi Schiller bezeichnete die Entscheidung als „Lachnummer“. Im Rückspiegel war für den Funktionär sonnenklar: „Wenn dieser korrekt erzielte Treffer zählt, gewinnen wir das Spiel.“

Kurz darauf schlug noch ein Allgäuer Abwehrspieler einen Kopfball des eingewechselten Alexander Sigl von der Torlinie und in der Schlussphase scheiterte auch Stefan Strohhofer am glänzend reagierenden Methfessel. Der Treffer zum Endstand, den Thomas Echteler kurz vor dem Abpfiff gegen eine inzwischen entblößte Abwehr der Ichenhauser erzielte, war Zugabe.

Man darf es sich nicht zu einfach machen...

Unsöld kritisierte hinterher einmal mehr die Chancenauswertung. Unter halbwegs normalen Umständen hätte es für sein Team dennoch zum Erfolg reichen müssen gegen einen Kontrahenten, der sicher keine Übermannschaft in dieser Liga darstellt. Und auch Schiller hielt unmissverständlich fest, es wäre aus seiner Sicht „zu einfach“, das Ergebnis allein auf die Schiedsrichterleistung zu schieben. „Es hat seine Gründe, warum wir zurzeit keinen Erfolg haben“, sagte er.

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