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Bezirkswahl

16.10.2018

SPD-Kreischef fühlt sich wie nach einem Boxkampf

Erst weiß, dann blau: So wurde am Sonntag ausgezählt. Die weißen kleinen und großen Stimmzettel enthielten die Ergebnisse der Landtagswahl, die blauen Bögen für den Bezirkstag wurden dann am Montag ausgewertet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Achim Fißl spricht von einem Desaster für seine Partei. Was die anderen Direktkandidaten zu ihrem Abschneiden sagen.

Fünf Jahre hat Stephanie Denzler als Bezirksrätin hinter sich, jetzt zieht die Günzburgerin erneut direkt in das Gremium ein. Zwar hat die 44-Jährige im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren elf Prozentpunkte verloren. Trotzdem ist sie mit ihren 40,7 Prozent durchaus zufrieden, zumal sie schwabenweit das zweitbeste Ergebnis eingefahren hat. „Es zeigt, dass unser unglaublicher Einsatz im Wahlkampf gefruchtet hat.“ Das Gesamtresultat ihrer Partei könne man nicht beschönigen, das nage auch an ihr, aber im Gegensatz zur total eingebrochenen SPD jammere man auf hohem Niveau.

Zum ersten Mal trat Friedrich Holzwarth (AfD) als Direktkandidat bei der Bezirkswahl an und brachte es auf Anhieb auf 14,3 Prozent der Stimmen. „Ich freue mich richtig darüber“, sagte der 52-Jährige. Insgeheim hatte er sich zwar noch mehr ausgerechnet, nachdem die AfD bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr so erfolgreich abgeschnitten hatte, „aber mit 14 Prozent sind wir gut dabei“. Dass CSU und vor allem SPD starke Verluste hinnehmen mussten, wundert den Leipheimer nicht. „Sie haben an der Wählerklientel vorbeiregiert, das ist jetzt der Denkzettel.“ Er selbst hofft noch, über die Zweitstimmen in den Bezirkstag einziehen zu können.

Irgendein „Köpferollen“ einzufordern, bringe nichts

Wie die Landtagswahl wurde auch die Bezirkswahl für die SPD zum Desaster. Vor fünf Jahren erreichte Direktkandidat Frank Otte noch rund 12,1 Prozent der Stimmen, Achim Fißl, der SPD-Kreisvorsitzende aus Krumbach, kam jetzt auf 6,7 Prozent. „Ich fühle mich gewissermaßen wie in einem Boxkampf, in dem ich auf die Bretter gegangen bin. Und ich liege immer noch am Boden“, sagt er. Das SPD-Ergebnis sei schlichtweg ein Desaster. Für Konsequenzen sei es jetzt aber noch zu früh. Und es bringe ja auch nichts, „irgendein Köpferollen“ einzufordern.

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Ildiko Sugar-Bunk aus Krumbach, Direktkandidatin der Freien Wähler, kam auf 12,6 Prozent. Bereits vor fünf Jahren hatte der damalige Direktkandidat Anton Gollmitzer starke 12,9 Prozent geholt. Mit ihrem Abschneiden ist Ildiko Sugar-Bunk „zufrieden“. Sie habe zum ersten Mal bei einer solchen Wahl kandidiert und ihr habe der Wahlkampf großen Spaß gemacht. Sie habe das Gefühl, dass sie in der Politik etwas bewegen könne und sie freut sich, dass sich die Freien Wähler in Bayern als starke Kraft etabliert hätten – und dies in einem zweistelligen Bereich.

Ein Riesenerfolg für die Grünen

Grünen-Direktkandidat Harald Lenz aus Ebershausen kam auf circa 13 Prozent der Stimmen. Vor fünf Jahren lag der Grünen-Direktkandidat Alexander Ohgke bei 5,8 Prozent. „Es ist ein Riesenerfolg, dass wir auch im Kreis zweistellig sind“, freut sich Lenz. Und es sei der Partei gelungen, die guten Umfragewerte „ins Ziel zu tragen“. Offensichtlich hätten es die Grünen geschafft, die richtigen Themen zu setzen. An den Infoständen sei der Zuspruch aus der Bevölkerung zu spüren gewesen. Sehr bedauerlich sei aber, dass viele die AfD gewählt hätten.

Ernst Bommer, der nach seiner Landtagskandidatur vor fünf Jahren diesmal bei der Bezirkswahl für die FDP antrat, ist von seinem Ergebnis mehr als „überrascht“. Mit 5,2 Prozent habe der 48-Jährige aus Burtenbach nie gerechnet, zumal sich der Wahlkampf im Landkreis in Grenzen gehalten und die FDP bewusst auf Plakatierung verzichtet habe. Der Burtenbacher freut sich riesig, dass seine Partei den Sprung in den Landtag geschafft hat, jetzt müsse vernünftige Oppositionsarbeit gemacht werden.

Sabrina Balkheimer, die in Schwaben auf Listenplatz zwei für die Linken antrat, hat zumindest ihr persönliches Miniziel erreicht. In ihrem Wohnort Riedheim hat sie die Fünf-Prozent-Hürde geknackt. Das mache Mut, auch im Hinblick auf die Kommunalwahlen in zwei Jahren. Insgesamt hätte sie sich gerne ein besseres Ergebnis gewünscht. Mit 2,3 Prozent liegt sie noch unter dem bayernweiten Schnitt ihrer Partei. Es liege noch viel Arbeit vor den Linken, so richtig seien sie in Bayern noch nicht angekommen. Trotzdem hat Balkheimer die Hoffnung, dass vielleicht noch zwei oder drei Linke-Kandidaten in den Bezirkstag einziehen könnten.

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