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Günzburg

31.05.2019

SPD nominiert Gerhard Jauernig mit 100 Prozent

„Mein Herz schlägt links“, ist die Botschaft, mit der die stellvertretenden SPD-Ortsvorsitzenden Daniel Szerman und Petra West (von rechts), Gerhard Jauernig nach der offiziellen Nominierung in den Wahlkampf schicken. Auch Ehefrau Bettina freut sich über das 100-Prozent-Ergebnis ihres Mannes.
Bild: Sandra Kraus

Plus Die Sozialdemokraten schicken ihren OB-Kandidaten mit der größtmöglichen Zustimmung in den Kommunalwahlkampf. Was Jauernig alles vorhat.

Die Günzburger SPD hat ihren Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters im Jahr 2020 gefunden. Mit einem Traumergebnis von 100 Prozent nominierten die Genossen Gerhard Jauernig. Zum vierten Mal wird der seit 2002 amtierende Oberbürgermeister Jauernig damit antreten. „Gery und wir – stark für Günzburg“ ist das Motto, das ein Beamer auf die Leinwand wirft. Der fröhlich festliche Abend – Ehefrau Bettina Jauernig hatte für Blumenschmuck, Samen für SPD-rote Radieschen und witzige SPD-Badeenten gesorgt – beginnt mit einer Bilderschau, die die Höhepunkte von Jauernigs Wirken als Oberbürgermeister in seiner Heimatstadt zeigte, musikalisch unterlegt mit Ben Zuckers Lied „Was für eine geile Zeit“.

Eine halbe Stunde dauert die Bewerbungsrede

Ein stimmiger Auftakt für einen Kandidaten, der seine 30-minütige Bewerbungsrede beendet mit dem Satz: „Ich freue mich darauf, Ziele zu definieren und umzusetzen. Denn die Städte sind die Orte der Wahrheit und der Wirklichkeit, das wird in Berlin und München manchmal vergessen.“

Jauernig arbeitet sich durch alle Themen der Kommunalpolitik, vom Bauland für junge Familien, bezahlbarem Wohnraum, über Kindertagesstätten, die Neuansiedlung von Firmen, Tourismus, Vereinsleben bis hin zum würdigen Leben Hochbetagter in Günzburg.

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Mit diesen Sätzen löst Jauernig Applaus aus

Applaus von den knapp 100 SPD-Mitgliedern und Gästen im Foyer im Forum am Hofgarten gab es für Sätze wie „Wir lassen uns den Fernbahnhof nicht nehmen und schon gar nicht von der IHK!“. „Unser Wasser bleibt in der Hand der Stadtwerke.“ „Danke für großartige ehrenamtliche Arbeit im Rahmen der Flüchtlingshilfe.“ Und besonders für das Bekenntnis: „Wer die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellt, dem bringen wir keine Freundlichkeit entgegen. Das werde ich Tag für Tag leben.“

Jauernig nimmt auch zur „Friday for Future“-Bewegung Stellung: „Ich finde es unheimlich gut, dass sich die Jüngeren Gedanken machen um ihre und unsere Zukunft. Ich nehme das ernst.“ Zwischen dem Rückblick auf Geleistetes und Erreichtes blitzen Ideen auf. So soll Günzburg eine Stadt der kurzen Wege werden, in die Schulen soll Geld für Digitalisierung fließen, Günzburgs Flüsse sollen erlebbar werden und nicht zuletzt soll Günzburg eine Stadt der Radfahrer werden. Auch der öffentliche Personennahverkehr soll gestärkt werden.

Zwei Besonderheiten

Sehr langer und sehr starker Beifall brandet am Ende auf. Warum dieser vierte Wahlkampf etwas ganz Besonderes werden wird, zeigte Ortsvorsitzende Simone Riemenschneider-Blatter auf, deren Rede wegen einer Erkrankung von Stellvertreterin Petra West verlesen wurde. Erstens, weil in der Kommunalwahl 2020 auch die Günzburger CSU Gerhard Jauernig als Kandidat vorschlagen wird. „In einer Zeit, in der Populisten und Populismus Zulauf und Zuspruch erfahren, sehen wir in der gemeinsamen Festlegung auf einen Kandidaten ein klares Signal der demokratischen Parteien gegenüber diesen Populisten. Die parteiübergreifende Nominierung ist eine Entscheidung für Günzburg und gleichzeitig eine Anerkennung für Jauernigs Amtsführung und überparteiliche Akzeptanz in der Bevölkerung.“

Die zweite Besonderheit sei die Situation der großen Volksparteien, speziell der SPD und ihrem „desaströsen Ergebnis bei der Europawahl“. Dem gelte es entgegenzuwirken, die Sorgen und Anliegen der Bürger ernst zu nehmen und sich darum zu kümmern.

Die CSU auf dem Zettel passt zwei Stimmberechtigten nicht

Für die Einhaltung der formalen Regularien der Nominierung war Gerd Olbrich zuständig. Es stimmten 36 von 36 Stimmberechtigten für Jauernig als Kandidat der OB-Wahl. „Mehr geht nicht“, befand Olbrich. Und es passt zu Jauernig, dass die einzige Wortmeldung bei der Aussprache vom Grünen-Politiker Bernhard Lohr stammt. „Die Stadt Günzburg hatte und hat ganz großes Glück mit Dir.“ Die einzigen Gegenstimmen des Abends gab es bei der Wahl des Kennworts. Dass auf dem Wahlzettel neben Gerhard Jauernig SPD und CSU stehen wird, passte zwei Stimmberechtigten nicht. Das Schlusswort im Kreis seiner Familie mit Ehefrau Bettina, den erwachsenen Kindern Theresa und Leon sowie den Parteifreunden, darunter Alt-Oberbürgermeister Rudolf Köppler und Achim Fißl, gehörte Gerhard Jauernig: „Danke für das tolle Ergebnis. Ich freue mich darauf, für Günzburg zu arbeiten und in einen gemeinsamen Wahlkampf zu gehen.“

Die Nominierung Jauernigs durch die CSU findet am 3. Juni um 19 Uhr im Landgasthof Linde in Deffingen statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

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SPD und CSU setzen auf OB-Kandidaten Jauernig

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