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Bildung

07.06.2018

Scheppacher Grundschule wird zur Kunst- und Kulturmeile

Louisa baut und klebt ein tierisches Wesen aus Karton und Pappe.
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Louisa baut und klebt ein tierisches Wesen aus Karton und Pappe.

An drei Projekttagen sind 30 Experten im Einsatz. Große Präsentation ist am Freitag

Seit gestern ist die Scheppacher Grundschule keine ganz gewöhnliche Schule mehr. Sie hat sich in eine gewaltige Kunst- und Kulturmeile verwandelt, in sämtlichen Klassenzimmern wird nicht mehr gerechnet, sondern gezeichnet, gefilzt, geklebt, getöpfert oder auch Musik gemacht. Noch bis Freitag drehen sich die Projekttage rund um Kunst und Kultur, über 30 Künstler und Experten sind an diesen drei Tagen im Einsatz und arbeiten in 25 verschiedensten Workshops mit den Erst- bis Viertklässlern. Am Freitag werden im Rahmen des Schulfests die Ergebnisse der jungen Künstler präsentiert.

Nachdem im vergangenen Jahr die Musik im Vordergrund gestanden hatte, sollte es diesmal die Kunst sein. Groß aufgezogen, mit Workshops, geleitet von Fachleuten, ganz ohne Notendruck. „Im Schulalltag ist es kaum möglich, großformatige Kunstwerke zu schaffen und mit bekannten Künstlern zu arbeiten. Hier können die Schüler ihrer Kreativität einmal freien Lauf lassen“, erklärt Schulleiter Andreas Spatz den Hintergrund. Die Idee hatte er zusammen mit seinem Kollegium entwickelt, „irgendwann war die ganze Schulfamilie bei der Planung integriert“. Denn der eine Papa kannte diesen Künstler, die andere Mama hatte Kontakt zu jener Fotografin. Auch Vereine waren begeistert von dem Vorhaben und boten ihre Mitarbeit an. Darüber hinaus war die Raiffeisenbank so angetan von dem Projekt, dass die Schule unter vielen Bewerbungen den Zuschlag für 5000 Euro aus dem Gewinnsparen erhielt.

Am Mittwochmorgen ist es in dem Gebäude so leise, wie man es aus Unterrichtszeiten kennt. Außer den Handwerkern, die im Pausenhof ab und an bohren, herrscht Stille. Konzentrierte Stille, denn in welches Klassenzimmer auch immer man einen Blick hineinwirft, sind die Kinder vertieft in ihre Kunst, am Boden kniend und malend oder andächtig klebend. Die Vielfalt ist unglaublich, die Kinder mussten sich im Vorfeld für einen von 25 Workshops entscheiden. Sei es Jonglieren, Tanz, Hip-Hop, Malerei, Stabpuppentheater, Papierkunst, Aquarell, Mosaik, Filzen oder Nähen. Während der Burgauer Künstler Rolf Eichelmann zum Beispiel eine große Dschungelwelt auf Holzplatten erstellt, lassen Künstlerinnen der Schule der Fantasie aus Krumbach aus Karton und Pappe tierische Wesen erwachen. Die diplomierte Bildhauerin Petra Wende baut mit den Kindern ein Boot aus Holz, Draht und Papier. Nach nur einer Stunde ist schon ziemlich viel zu erahnen, auch wenn die Künstlerin gesteht: „Man kommt mit einer Idee her und es wird etwas ganz anderes. Sehr spannend.“

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Finden die Kinder auch. „Hey, wir machen was voll Cooles“, ruft ein Mädchen aus einem Klassenzimmer auf den Gang raus. Ein Junge ruft zurück: „Bei uns ist es auch voll cool, wir dürfen mit Farbe spritzen.“ Damit auch alles für die Nachwelt festgehalten wird, sind im ganzen Schulhaus rasende Reporter unterwegs. Lara und Noah, ausgerüstet mit I-Pad, machen Fotos und Interviews, am Ende wird daraus ein Videoclip.

Ungewöhnlich ist das Projekt der Münchner Künstlerin Simone Faltermaier, die bereits bei BMW Installationen erstellt hat: Sie baut mit den Kindern ein Sofa aus über 1000 kleinen gelben Putz-Schwämmen. Christian Weng, Leiter der Musikschule, gründet sogar ein Schulorchester aus Kindern, die ein Instrument spielen, aber noch niemals zusammen gespielt haben. Eine Kostprobe ihres gemeinsamen Könnens geben sie am Freitag im Rahmen des Schulfests. Dann wird auch erstmals das neue Schullied von allen gemeinsam geschmettert. Text und Melodie hat ein Songwriter aus München komponiert. „So etwas verbindet, das zeichnet Schule aus“, findet Rektor Andreas Spatz.

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