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Leipheim

23.05.2015

Schicker Turm statt baufälligem Eckert-Haus

Einfach abreißen darf die Stadt das Eckert-Haus in der Marktstraße nicht. Sie braucht einen Ersatzbau.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Architekt Florian Kirfel hat viele Ideen für die Marktstraße. Nicht alle sind davon begeistert.

Das Eckert-Haus in der Marktstraße ist ohne Übertreibung ein Schandfleck in der Leipheimer Altstadt. Es ist unansehnlich, marode und völlig verfallen. Und das in dieser prominenten Lage. Der Architekt Florian Kirfel ist überzeugt: „Hier ist ein sehr wertvoller und schöner Stadteingang entwickelbar.“ Seine Ideen hat er jetzt im Stadtrat vorgestellt.

Damit er und seine Kollegen das baufällige Haus überhaupt untersuchen konnten, musste extra eine Treppe gebaut werden, sonst ist es gar nicht erreichbar. Das Ergebnis: Das Haus hat schwere Baumängel, eine Sanierung lohnt sich nicht. Also bleibt der Abriss. Doch so einfach ist das nicht: Der Denkmalschutz redet mit. Das Eckert-Haus ist zwar kein Einzeldenkmal, es gehört aber zum geschützten Altstadt-Ensemble. Das heißt: Eine Abrissgenehmigung gibt es nur, wenn es gleich einen Neubau gibt. Die Fläche erst einmal zu kiesen und Parkplätze einzurichten, so wie es manche Stadträte vorschlugen, geht nicht.

Doch wie könnte ein Neubau aussehen? Der Architekt hat in seinen Modellen mit verschiedenen Gebäudeformen und -größen experimentiert. Am Ende kristallisierte sich ein Favorit heraus, mit dem auch Denkmalamt und Regierung von Schwaben einverstanden wären: Ein Turm, der sich direkt an die Stadtmauer anschließt, die an dieser Stelle etwa zehn Meter vor der Straße endet. Dieser Turm ist eigentlich ein hohes Wohnhaus mit drei Stockwerken plus Dachgeschoss. Der Turm ist einfach anschaulicher, deshalb war im Stadtrat nur noch vom Turm die Rede. Und der stieß auf ganz unterschiedliche Reaktionen quer durch die Fraktionen.

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Manchen Stadträten war das Gebäude zu massig und zu hoch, sie bezweifelten außerdem, dass es finanzierbar wäre und sich ein Käufer finden würde. Andere sprachen von einer modernen, ungewöhnlichen und pfiffigen Lösung und fanden es positiv, dass in der Innenstadt neuer Wohnraum geschaffen werden würde. Der Turm hätte die Größe eines großzügigen Einfamilienhauses, sagte Kirfel. Er sprach von einer Wohnfläche von 100 bis 150 Quadratmetern, eventuell könnte im Erdgeschoss eine Garage eingebaut werden. Abriss und Neubau würden nach Angaben des Architekten etwa 500000 Euro kosten. Details stehen aber noch nicht fest, es handelt sich ja erst einmal um eine Idee. Deshalb wollte die Stadt die Computerdarstellung des Architekten, die in der Sitzung gezeigt wurde, auch noch nicht veröffentlichen.

Kirfel appellierte, „nicht zu schüchtern zu sein und etwas zu wagen, das der Stadt einen schönen Stadteingang beschert“. Dem Planer geht es nicht nur um den Turm. Er hat schon weitergedacht und visualisiert, wie der Stadteingang im Bereich Marktstraße einmal aussehen könnte. Dort stand bis ins 19. Jahrhundert ein Stadttor. Vor der Stadtmauer könnte der Stadtgraben geöffnet und eine Grünanlage angelegt werden. Dazu müssten aber die zwei Häuser an der Ecke Wallgrabenstraße abgerissen werden, die noch in Privatbesitz sind. Auf der gegenüberliegenden Seite könnte die fehlende Stadtmauer am Uhrenwinkel als niedrige Sitzmauer weitergeführt werden. Das Gebäude an der Marktstraße 28 (wo zurzeit die Mittagsbetreuung des Kinderschutzbunds stattfindet) könnte auf lange Sicht zu einem Wohnhaus mit schmucker Fassade umgebaut werden.

Das sind natürlich alles Visionen. Jetzt hat der Planer vom Stadtrat erst einmal den Auftrag bekommen, in Sachen Eckert-Haus an die Feinplanung zu gehen.

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