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19.03.2009

"Schnelle Eingreiftruppen" gegen Wildschweine geplant

Landkreis (zg) - Das Landratsamt Günzburg weist in einer aktuellen Mitteilung die Vorwürfe des Geschäftsführers des Bayerischen Bauernverbandes Günzburg (BBV), Matthias Letzing, zurück, es beteilige sich nicht an der "Arbeitsgemeinschaft Schwarzwild" (wir berichteten).

Wie der Leiter der Unteren Jagdbehörde, Frank Kurtenbach, erklärt, nehmen die zuständigen Stellen im Landratsamt die Problematik der zunehmenden Schwarzwild-Population sehr ernst. So habe man im vergangenen Sommer die Gründungsversammlung der Arbeitsgemeinschaft organisiert, die Wahl ihres Vorstands durchgeführt und deren Ziele mit entwickelt. Er selbst, gibt Kurtenbach an, stehe in ständigem Kontakt mit Gerhard Deuringer, dem Vorsitzenden der aus Vertretern der Jäger, Landwirte und des Staatswaldes bestehenden Arbeitsgruppe. Auch wenn nicht an allen Sitzungen ein Vertreter der Unteren Jagdbehörde teilnehme, sei auf diese Weise ein ausreichender Informationsfluss und die Unterstützung der Arbeitsgruppe durch die Behörde gewährleistet.

So sei er durch Gerhard Deuringer darüber informiert, dass die "Arbeitsgemeinschaft Schwarzwild" in ihrer nächsten Sitzung nach den Osterferien über eine Kartierung der Schwarzwildschäden im Landkreis beraten werde. Auch bei diesem Projekt wird laut Kurtenbach die Untere Jagdbehörde den Arbeitskreis nachhaltig unterstützen: Alle Daten werden zentral im Landratsamt gesammelt, ausgewertet und dann mittels eines neu beschafften Geo-Informationssystems auf amtlichen Karten dargestellt. Kurtenbach: "Dort, wo das Schwarzwild am stärksten vertreten ist, können die Jäger dann effektive Bejagungsmaßnahmen durchführen."

Gebühren bei Drückjagden auf ein Mindestmaß gesetzt

"Schnelle Eingreiftruppen" gegen Wildschweine geplant

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft habe ihm darüber hinaus berichtet, dass im Frühsommer die Einrichtung sogenannter "strukturierter schneller Eingreiftruppen" geplant sei. Mithilfe dieser Eingreiftruppen könne zeitnah reagiert werden, wenn irgendwo im Landkreis eine größere Rotte festgestellt werde. Auch hier habe der Landkreis seinen Teil dazu beigetragen, die Arbeit der Jäger zu unterstützen.

So habe Landrat Hubert Hafner eine Absenkung der Gebühren für verkehrsrechtliche Anordnungen bei Drückjagden auf das gesetzlich zulässige Mindestmaß angeordnet und sich erst kürzlich bei den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Landkreisgemeinden dafür eingesetzt, dass diese nach Möglichkeit auf einen Kostenersatz für Absperrmaßnahmen durch die Freiwilligen Feuerwehren verzichten. Kurtenbach: "Von mangelnder Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Schwarzwild kann nach alledem wirklich keine Rede sein."

Auf Unverständnis stößt im Landratsamt zudem die Aussage des BBV-Geschäftsführers, im Landkreis seien bislang noch keine Entschädigungen an Landwirte für durch Biber verursachte Schäden ausbezahlt worden. Nach Auskunft der Leiterin des Fachbereichs Umweltschutz, Carola Bollinger, wurden alle dem Landratsamt Günzburg für den Zeitraum von August bis Dezember 2008 gemeldeten Biberschäden bereits vor zwei Wochen in voller Höhe mit einem Gesamtbetrag von mehr als 5000 Euro ausbezahlt. Diese freiwillige Entschädigung für Biberschäden wurde laut Bollinger vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit erstmals 2008 mit 250 000 Euro für den gesamten Freistaat zur Verfügung gestellt.

Die Schadensmeldungen werden dabei innerhalb eines Kalenderjahres gesammelt und im darauf folgenden Januar über die Regierung von Schwaben an das Ministerium zur Bewilligung und Festsetzung der Entschädigungshöhe weitergeleitet. Nicht weitergeleitet werden Schäden unter der Bagatellgrenze von 50 Euro oder die nicht innerhalb einer Woche ab Kenntniserlangung durch den Geschädigten gemeldet werden.

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