Newsticker

EU sichert sich bis zu 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Schulabbrecher werden Steuerzahler

Bildungspolitik

21.04.2018

Schulabbrecher werden Steuerzahler

Zu einem Fachgespräch über die Lage des Berufsbildungswerkes Dürrlauingen trafen sich (von links) Ausbildungsleiter Georg Weizmann, MdB Dr. Georg Nüßlein, KJF-Abteilungsleiter Michael Breitsameter, Einrichtungsleiter Konrad Fath und stellvertretender Ausbildungsleiter Daniel Kiesel.
Bild: Martin Beil/KJF

Das Berufsbildungswerk Dürrlauingen ist besorgt, weil die Arbeitsagentur immer weniger neue Auszubildende schickt. Ein Gespräch mit dem Abgeordneten Nüßlein

Berufsbildungswerke bringen Menschen in Lohn und Brot, die ohne diese Unterstützung wahrscheinlich auf Dauer kaum Chancen auf ein selbstständiges Leben hätten. Vertreter des KJF-Berufsbildungswerks Dürrlauingen schilderten dem Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein ihre Sorgen, weil das bei der Integration in den Arbeitsmarkt im bundesweiten Vergleich herausragend erfolgreiche Berufsbildungswerk Dürrlauingen so schlecht belegt ist.

Die Entscheidung, ob eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk stattfinden soll, trifft die zuständige Arbeitsagentur; sie bezahlt dann auch das Berufsbildungswerk für diese intensive Förderung und Unterstützung. Und sie erzielt damit laut Pressemitteilung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) auf Dauer für die Gesellschaft einen großen Gewinn, denn im Gegenzug werden so junge Menschen auf dem Weg in die Arbeitslosigkeit gestoppt und auf Dauer zu Steuerzahlern.

Allerdings haben die Berufsbildungswerke in Bayern im bundesweiten Vergleich rückläufige Anmeldezahlen. Beim Berufsbildungswerk Dürrlauingen sind die Zahlen sogar stark rückläufig: Wurden dort vor zehn Jahren noch 140 Jugendliche und junge Erwachsene von den Arbeitsagenturen für eine Ausbildung angemeldet, so starteten im September 2017 lediglich 44 Azubis ihre Ausbildung.

„Das ist existenzgefährdend“, sagt Michael Breitsameter, beim Träger KJF zuständiger Abteilungsleiter für Berufliche Bildung und Integration.

Der Bundestagsabgeordnete Nüßlein lobte die hervorragende Integrationsarbeit im Berufsbildungswerk Dürrlauingen und fragte, warum die vielfältigen Kompetenzen des Berufsbildungswerkes nicht für andere Zielgruppen in Anspruch genommen werden. Bewährte Strukturen würden gefährdet, obwohl man wisse, dass man sie in Zukunft wieder dringend brauchen werde, sagte er.

Ziel von Nüßlein und Berufsbildungswerk wird es sein, auch Jugendlichen, die formell nicht die Kriterien für eine Ausbildung im Berufsbildungswerk erfüllen, aber dennoch die besonderen Hilfen eines Berufsbildungswerkes zur gelingenden Berufsausbildung benötigen, in Zukunft einen Zugang zum Berufsbildungswerk in Dürrlauingen zu ermöglichen. Dies sei vor allem eine geschäftspolitische Entscheidung der Agentur für Arbeit, vor allem aber eine Weichenstellung, die von der Politik vorangetrieben werden muss, sagte der Bundestagsabgeordnete Nüßlein. Mit Blick auf dieses Ziel wollen sich die Vertreter des Berufsbildungswerks Dürrlauingen mit der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit in Bayern, aber auch mit dem Bundesministerium für Arbeit über die erarbeiteten Vorschläge in Verbindung setzen. (zg)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren