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Günzburg

16.07.2020

Schwaben investiert mehr als 90 Millionen in Günzburger BKH

Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 wurde auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses eine Isolierstation für an Pocken erkrankte Personen errichtet.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Am Bezirkskrankenhaus Günzburg wird eine Psychiatrie gebaut. Außerdem wird ein Gebäude abgerissen. Was dort entsteht und welche Probleme es auf dort gibt.

Der geplante Neubau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit knapp 300 Betten und einer Tagesklinik mit 20 Plätzen stellt das größte Bauvorhaben in der Geschichte des Günzburger Bezirkskrankenhauses dar. Der Bau soll die historischen Einzelgebäude auf dem weitläufigen Klinikgelände durch einen kompakten Baukörper ersetzen. Dafür wird viel Geld investiert.

Der Günzburger Bau- und Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Baugenehmigung für den zweiten Abschnitt des Großprojekts erteilt. Der erste Bauabschnitt beinhaltet unter anderem den Neubau des Casinos und der Mehrzweckhalle sowie des Radiologiezentrums, die bis Anfang 2021 fertiggestellt sein sollen. Diese Bauanträge wurden bereits 2015 beziehungsweise 2017 positiv vom Bauausschuss bewertet. Der nun abzustimmende Bauantrag beinhaltet zwei folgende Bauabschnitte – und zwar den Neubau der Psychiatrie. Dieser Neubau besteht aus vier Teilbereichen – die beiden östlichen in Richtung Kreiskrankenhaus sind mit drei oberirdischen Geschossen geplant. Die beiden westlichen Teilbereiche sollen dagegen viergeschossig werden.

Gesundheitsstandort Günzburg wird weiter gestärkt

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bezifferte die Summe, welche der Bezirk Schwaben am Standort Günzburg investiert, auf knapp 83 Millionen Euro. „Darüber kann man sich vor allem in der heutigen Zeit nur freuen“, sagte Jauernig. Er sei froh darüber, dass der Gesundheitsstandort Günzburg durch diese „gigantische Baumaßnahme“ weiter gestärkt und die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Stadtrat Thomas Ermer ( CSU) sprach auch dank des Neubaus von einer „tollen Zukunftsperspektive“.

Schwaben investiert mehr als 90 Millionen in Günzburger BKH

Trotz aller Freude hob Günzburgs Oberbürgermeister eine immer dringlichere Lösungsfindung hervor: „Es wird notwendig, dass im Rahmen des Bauvorhabens ein Parkierungskonzept für das gesamte Gelände erstellt wird.“ Diesbezüglich herrsche Einigkeit mit der Regierung von Schwaben und dem Landkreis. Jauernig könne sich vorstellen, dass ein kostenpflichtiges Parkhaus auf dem Areal die Situation deutlich verbessern würde. UWB-Fraktionsvorsitzender Hans Kaltenecker sprach von einem Parkplatzdruck: „Ein Parkhaus gegen Entgelt ist zwingend notwendig.“ FDP-Stadtrat Joachim Bandlow bezeichnete dies ebenfalls als einzige Möglichkeit, um die Parkplatzprobleme in den Griff zu bekommen. Die Stadt Günzburg appelliert an die beiden Träger der Kliniken, zeitnah das Problem zu lösen und genügend Parkflächen für Besucher, Patienten und nicht zuletzt für Beschäftigte zu schaffen.

BKH Günzburg: Ehemalige Isolierstation für Pockeninfizierte wird abgerissen

Der zweite Bauantrag, der das Bezirkskrankenhaus in Günzburg betraf, fällt mit einem Investitionsvolumen von 9,9 Millionen Euro deutlich geringer, aber immer noch sehr hoch aus. An der Reisensburger Straße am nördlichen Rand des Klinikareals soll ein Gebäude abgerissen werden – und zwar das im Jahr 1972 für die Olympischen Spiele in München als Isolierstation für mögliche Pockeninfizierte errichtete Haus Nummer 56. Glücklicherweise musste es nie für seinen ursprünglichen Zweck genutzt werden.

Nun soll das Gebäude abgerissen und auf dem 7500 Quadratmeter großen Grundstück ein knapp 2000 Quadratmeter großer Neubau für die Beherbergung seelisch erkrankter Personen entstehen. Dieser zweigeschossige Neubau wird in vier Wohngruppen für insgesamt 48 Bewohner aufgeteilt – und zwar in Einzelzimmer.

Unterkunft für seelisch Erkrankte auf drei Ebenen

Im Untergeschoss des aus drei Ebenen bestehenden Neubaus sind ein Fitnessraum, Umkleiden sowie Technikflächen untergebracht. In den beiden darüber liegenden Geschossen werden jeweils zwei Wohngruppen für elf beziehungsweise 13 Bewohner sowie Aufenthaltsräume, ein Speisesaal und Diensträume für das Pflegepersonal errichtet.

Stadtrat Günter Treutlein (CSU) lobte die Optik des neuen Gebäudes, das „gut an diese Stelle passt“. Dritter Bürgermeister Anton Gollmitzer (Freie Wähler) begrüßte das Bauvorhaben ebenfalls, da es eine bessere Betreuung sowie Unterbringung für die Patienten bedeute. Simone Riemenschneider-Blatter (SPD) freute sich, dass das so viele Jahre ungenutzte Gebäude abgerissen, neu aufgebaut und eine sinnvolle Funktion erhalten wird. „Ganz wichtig ist es, den alten Baumbestand zu erhalten“, sagt Riemenschneider-Blatter zu dem Vorhaben.

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