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Schwabens BKH-Chef Thomas Düll muss gehen: Was uns dieses Beispiel lehrt

Kommentar Von Till Hofmann
07.11.2020

Plus Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken Schwaben wird nicht verlängert. Von der schwierigen Suche nach den Hintergründen und der Wahrheit.

Einer meiner Lieblingssätze lautet: „Es gibt keine Wahrheit, sondern nur Interpretationen davon.“ Wer die Wahrheit nicht schätzt, außer sie dient zufälligerweise eigenen Zwecken, ist Donald Trump. Jahrelang hat er auf verwerfliche Art bewiesen, dass „alternative Tatsachen“ das Koordinatensystem von Moral und Wahrhaftigkeit verschieben können.

Verschiedene Wahrheiten gibt es auch, wenn es um die Einschätzung seiner schillernden Person geht. Mit „Er ist einer von uns“ erklären viele in den USA, die finanziell gerade Mal um die Runden kommen, warum sie den Multimilliardär gerne für vier weitere Jahre im Weißen Haus sähen.

Aber wir brauchen erst gar nicht über den Atlantik und auf die Bühne der Weltpolitik blicken. Es reicht unsere Region und die ungewöhnlichen Vorgänge, die mit der Trennung der Bezirkskliniken Schwaben von ihrem Vorstandsvorsitzenden Thomas Düll zu tun haben. Wir haben am vergangenen Dienstag über den Vorstandschef berichtet, der Ende Januar das Kommunalunternehmen verlassen muss, weil es der Verwaltungsrat und dessen Vorsitzender, Bezirkstagspräsident Martin Sailer, wollen.

Ohne Not wird auf die Kompetenz von Noch-BKH-Chef Thomas Düll verzichtet

Vor wenigen Monaten waren die Entscheidungsträger noch gegenteiliger Ansicht. Dies verwundert zum einen wegen des plötzlichen Meinungsumschwungs, der aber vermutlich eine lange Vorgeschichte hat. Zum anderen scheint hier ohne Not auf die ausgewiesene Kompetenz eines Mannes verzichtet zu werden, der sich auch für das Fortkommen des Klinikstandortes Günzburg über die Maßen hinaus ins Zeug gelegt hat.

Nach der Veröffentlichung der Recherchen – und jetzt kommen wir wieder zur Interpretation der Wahrheit – riefen zwei Personen in der Redaktion an. Der eine nannte wenigstens im zweiten Anlauf seinen Namen. Er beschrieb Düll als harten Hund, der nicht leicht zu überzeugen sei und dem man unvorbereitet auch nicht kommen müsse. Am Ende aber siege das beste Argument und nicht irgendwelche Rechthaberei.

Die schwierige Suche nach der Wahrheit

Der andere gab seinen Namen auch auf mehrfache Nachfrage nicht preis. Nach der Beschreibung von Mister X ist Düll ein übler Narzisst, der von der Ansicht anderer nicht viel halte und sich einiges habe zuschulden kommen lassen.

Nach diesen Darstellungen könnte fast vermutet werden, es gebe zwei Ausgaben von ein und derselben Person. Das Beispiel zeigt, wie schwierig es manchmal sein kann, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben. Und es zeigt, wie interessengeleitete Informationen verbreitet werden – versehen mit dem Deckmäntelchen der Aufklärung, um letztlich aber nur eigene Ziele zu verfolgen. Das Ziel lautet: gut dastehen. Mit der eigenen Wahrheit gelingt dies immer.

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