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Lesart

19.01.2013

Seelenverwandtschaften gefunden

Seine Begeisterung über das südostasiatische Land Burma stellte Bestsellerautor Jan-Philipp Sendker in den Mittelpunkt seiner Autorenlesung in Günzburg.
Bild: Kraus

Jan-Philipp Sendker bringt nicht nur sein Buch „Herzenstimmen“, sondern auch Inneneinsichten aus Burma mit

Günzburg So wie Buchautor Jan-Philipp Sendker in seinem neuesten Buch „Herzenstimmen“ die Hauptfigur Julia an einem eisigkalten Tag von New York nach Kalaw in die Berge von Burma fliegen lässt, so nimmt er mühelos und äußerst unterhaltsam die rund 60 Leseabendbesucherinnen aus dem tief verschneiten Günzburg für knappe zwei Stunden mit nach Burma (Myanmar) in das Ferne Asien. Eingeladen hatte dazu Lesart, die Vortragsreihe der Volkshochschule Günzburg, Buchhandlung Hutter und Volksbank Günzburg.

„Ich werde mehr erzählen und sie neugierig auf das Land machen, denn Lesen können sie auch zu Hause“, eröffnete der eloquente Erfolgsautor, dem 2002 mit „Das Herzenhören“ ein Bestseller gelang, den Abend im Panoramasaal der Volksbank. Nun also zehn Jahre später ein zweiter Band. Davon sei er selber etwas überrascht, sagt der Autor. Doch auf einer seiner vielen Burma-Reisen sei im klar geworden, dass nur die Protagonistin Julia dafür infrage komme, eine Herzensstimme zu hören und sich mit dieser Stimme auf die Suche nach sich selbst zu machen. Das Motiv der inneren Stimme habe in schon länger fasziniert.

Handlungsort bleibt neben New York natürlich Burma, ein Land in Südostasien, vom dem der ehemalige Stern-Korrespondent mit Stationen in Amerika und Asien sagt: „Es kommt kein Land an Burma heran.“ Im Mai 1995 landete Sendker zum ersten Mal auf dem Flughafen in Rangun und fühlte sich wohl um Jahrhunderte zurückversetzt. Er erzählt von tief gehenden Bekanntschaften, einem alten Mann in einem Buchladen, der ihm die Seele des burmesischen Volkes näher bringt, von einer Bummelzugfahrt in der Holzklasse und von einem Heiratsantrag, der ihm gemacht wird. Wie bedauernd und fast schon argwöhnisch er angeschaut wird, als er zugibt, dass er allein lebe und nie und nimmer sein Abschiedsgeschenk, einen großen Sack voll Tee, trinken könne.

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Seit dem ersten Besuch habe sich natürlich auch in Burma viel geändert. Sendker entdeckte ein Internetcafé und staunte über ein dort hängendes Schild mit der Aufschrift, „Bitte respektiere dich selbst!“ Das soll vor dem Ansehen von pornografischen Seiten warnen, wurde ihm erklärt. Für unsere Kultur ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig die Sichtweise, dass man sich dafür bedankt, jemanden eine Freude machen zu dürfen. Doch trotz aller Unterschiede betont Sendker, habe er in den entlegensten Hütten des bitterarmen Landes nicht die Fremdheit gespürt, sondern die Seelenverwandtschaft in den grundlegenden Dingen des Lebens. Und darin vermutet er den Erfolg seiner Liebesgeschichte „Das Herzenhören“, die 600000 Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt wurde.

Lust aufs Lesen des Nachfolgebands „Herzenstimmen“ macht Sendker mit gut ausgewählten Abschnitten, die er gekonnt vorliest. Mit spontanem Applaus quittieren die begeisterten Hörerinnen die Ankündigung eines dritten Bandes. „Doch vorher erscheint der dritte Band der China-Trilogie“, legt der sympathische Autor die Reihenfolge seiner Bücher fest. Zehn Jahre will er die Leserinnen aber nicht auf die Fortsetzung der Liebesgeschichte um Julia warten lassen. „Mir sind die Hauptfiguren selbst ans Herz gewachsen, ich will wissen, wie es weitergeht“, spricht Sendker seiner Leserschaft aus dem Herzen.

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