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Turncable Thannhausen

28.07.2010

Selbstversuch auf einem Wakeboard: Waaah!!! Ich fliege...

Beine aufs Brett und los geht's! Marit Schmid hat bei der Turncabelanlage in Thannhausen ausprobiert, wie es sich anfühlt, auf einem Wakeboard zu stehen.
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Beine aufs Brett und los geht's! Marit Schmid hat bei der Turncabelanlage in Thannhausen ausprobiert, wie es sich anfühlt, auf einem Wakeboard zu stehen.

Das Auto rollt langsam auf den Turncable-Parkplatz bei Thannhausen, ich erblicke die riesige Wasserfläche und zugleich verschwindet der letzte Rest Mut aus meinem Körper, genauso wie die Luft aus einem Luftballon. Dort soll ich mich gleich aufs Wakeboard schwingen, ohne größere Zwischenfälle übers Wasser gleiten und dabei auch noch versuchen, gut auszusehen? Von Marit Schmid

Das

Auto

rollt langsam auf den Turncable-Parkplatz bei

Thannhausen

, ich erblicke die riesige

Selbstversuch auf einem Wakeboard: Waaah!!! Ich fliege...
Wasserfläche

und zugleich verschwindet der letzte Rest Mut aus meinem Körper, genauso wie die Luft aus einem Luftballon. Dort soll ich mich gleich aufs

Wakeboard

schwingen, ohne größere Zwischenfälle übers Wasser gleiten und dabei auch noch versuchen, gut auszusehen? Ein Ding der Unmöglichkeit! Zum ersten Mal werde ich meine Tauglichkeit im Hinblick auf die Wassersportart namens Wakeboarden testen.

Turncable in Thannhausen: eine der derzeit 70 Wakeboard- und Wasserskiparks in Deutschland. Schon im Schulbus dröhnt einem der Satz "Wir sehen uns ja dann beim Turncable!" entgegen und bei Facebook erhält man die Information, dass Freundin XY sich heute dort die Sonne auf den Bauch scheinen lässt.

Highlight am Baggerweiher

Also auf zum neuen Highlight an den alten Baggerweihern. Früher gab es dort nur Algen, viele Kieselsteine und eher gähnende Langeweile. Aber seit meinem letzten Badebesuch hat sich dort einiges verändert. Schon an den Autos auf dem Parkplatz zeigt sich deutlich, dass nicht mehr nur die Einheimischen, sondern auch Gäste aus Stuttgart und München, aber auch aus der Schweiz oder dem hohen Norden Deutschlands begeisterte Fans der neuen Attraktion sind. Kaum berühren meine Flip-Flops den Boden und erblicken meine Augen den architekto- nischen Augenschmaus, schon fühle ich mich um Tausende Flugmeilen von zu Hause entfernt. "Dieses abgelegene und ganz für sich spre chende Paradies kann doch unmöglich nur sechs Kilometer von meinem Zuhause entfernt sein", schießt es mir durch den Kopf und im nächsten Moment finde ich mich eingepackt in Schwimmweste, Sicherheitshelm sowie mit einem Wakeboard in der Hand wieder.

Das Wakeboard in der Hand

Meinen Anfängerkurs besuchen sechs Teilnehmer und zusammen mit unserem Lehrer, dem Geschäftsführer Roy Thormann, machen wir uns auf den Weg zum glücklicherweise abgelegenen Anfängersee. Zumindest kann mich dort niemand aus der Schule beobachten - ein großer Vorteil. Nach einer Sicherheitseinweisung und nützlichen Tipps sind die meisten meiner Zweifel und Horrorvorstellungen, wie zum Beispiel, dass ich am Wochenende mit Schürfwunden und blauen Flecken durch die Welt spazieren muss, beseitigt und es geht an die erste Trockenübung, die beim Wassersport dann doch eher halbtrocken ist. Nachdem ich die Bekanntschaft mit meinem Board gemacht habe, geht es auf zum Steg, von welchem ich in wenigen Sekunden starten werde.

Erfunden wurde das Wakeboarden von einigen Amerikanern, denen fürs Wellenreiten dummerweise etwas Notwendiges fehlte, nämlich der Wind. Also ließen sie sich kurzerhand von einem Boot ziehen und siehe da, eine neue Sportart war geboren.

So sitze ich also, die Beine und das daran befestigte Board im Wasser baumelnd, auf dem Startsteg. Der Puls steigt, ich höre das Rattern des Lifts, von dem ich gleich gezogen werden soll und versuche gemäß der Anweisung des Lehrers die Bauchmuskeln, insofern vorhanden, anzuspannen. Zack! Ich stehe auf dem Board! Unglaublich! Mein Gehirn verbucht einen Mega-Erfolg, und schwupps ist mein Höhenflug auch schon wieder beendet ... Nach dem dritten Anlauf schaffe ich es aber bereits, bis zum Ende der Strecke zu fahren, mehr oder weniger elegant. Zurück am Ufer bestaune ich die Wasserfläche und kann es nicht fassen, das Unerwartete geschafft zu haben. Mein Ego wächst um Größenordnungen und sofort geht's zurück an den Startpunkt, um mich aufs Neue vom Zauber des Wassers und der warmen Sommerluft berauschen zu lassen.

Der Anfängerkurs dauert alles in allem zwei Stunden und ist jeden Cent der 30 Euro wert. Durch die kleine Teilnehmerzahl erhält jeder individuelle Tipps und kann sich so verbessern. Nach dieser Zeit bin ich ziemlich geschafft, aber andererseits auch stolz wie Oskar (warum gibt es eigentlich keine weibliche Variante dieses Spruchs zum Beispiel "stolz wie Gaby"? Diskriminierung!). Die verlorene Kraft kann man sich danach in der Bar bei einem leckeren Burger oder Wrap wieder zurückholen und dort den Abend am Steg mit einer gehörigen Portion Urlaubsflair ausklingen lassen.

Eine Portion Urlaubsflair

Zu Hause angekommen lasse ich den Nachmittag Revue passieren und kann es noch immer nicht glauben, dass ich das auf den Bildern sein soll.

Jetzt werde ich die nächsten Tage erst mal meinen Muskelkater auskurieren, wobei ich bei jeder schmerzlichen Bewegung davon überzeugt bin, dass es das wert war. Und eines ist klar: Sobald es mir möglich ist, werde ich keinen total überladenen Koffer ins Auto laden und mich in eine stickiges Flugzeug Richtung Süden setzen, sondern einfach nur mein Badehandtuch unter den Arm klemmen und mich in einen nur sechs Kilometer entfernten Kurzurlaub auf 14,5 Hektar Fläche begeben. In Facebook wird dann zu lesen sein: "Marit Schmid ist wie alle anderen auch beim Turncable." Marit Schmid

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