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Freihalden

07.11.2017

Selten war der Tod lustiger

Teletubbies auf Sendung: „Die Lebenden beschwören die Toten. Willi, hörst du uns?“ Von links auf der Freihalder Theaterbühne: Phillip Stöckle (Emmeran), Annalena Ohnesorg (Finni), Paul Kronwitter (Willi), verdeckt ganz rechts: Florian Kraftmayer (Steffl).
Bild: Jürgen Bigelmayr

Das Stück „D’r Himmel wartet et“ ist nicht der einzige Gewinn an diesem Premierenabend.

Theaterpremiere im Freihalder Sportheim. Ausgerechnet dann, wenn auf Sky Dortmund gegen Bayern kommt! Aber es hilft nichts, ich muss hin, denn: „D’r Himmel wartet et!“ Ob das wirklich ein himmlisches Vergnügen wird, wie es der Stücktitel verspricht? Kurz nach 22 Uhr, als zum Schluss Händels „Hallelujah!“ erklingt, steht fest: Engel boinige, des war a Gaudi! Und Bayern hat auch gewonnen – 3:1! Erfreulicher hätte der Abend nicht sein können.

Dabei ging’s todtraurig los: Der Polizeibeamte Steffl (Florian Kraftmayer) hat das Zeitliche gesegnet, und sein Feuerwehrspezl, Schreinermeister Willi (Paul Kronwitter), ist im ewigen Schlaf versunken. „Engelsanwärter“ Steffl soll ihn mit den „Trompeten von Jericho“ aufwecken und ihn mit in den Himmel nehmen. Das ist der „Spezialauftrag“, den der Himmlische Bote (Florian Schmid) vom Herrgott überbracht hat.

Dann aber droht Willis Tochter Anna (Melanie Seibold), die die Schreinerei erbt, Unheil. Willi, obwohl tot, will sie unbedingt davor bewahren. Doch wie? Zahlreiche Schwierigkeiten gilt es zu überwinden. Erstens: Der Schreinerei droht die Insolvenz, weil ein Großauftrag weggebrochen ist. Zweitens: Nur 24 Stunden haben Steffl und Willi Zeit, ihre Mission zu erfüllen, dann schließt die Himmelspforte, und Steffl und Willi bleiben für immer ausgesperrt. Drittens: Niemand Irdischer hört und sieht die beiden Geister Steffl und Willi. Und viertens: Die schmarotzerhafte, gierige Verwandtschaft, „Mamme“ und „Bappe“ Froschmeier (Martina Frieder und Markus Hofmiller), ist hinter dem Objekt der Begierde her.

Das Benachrichtigungsschreiben, dass Willi und damit Anna als seine Erbin drei Millionen Euro im Lotto gewonnen haben, gelangt in die Hände der Froschmeiers. Jetzt müssen sie nur noch das Los finden – und „wir sind reich, Bappe!“

Doch, wo hat Willi kurz vor seinem Ableben das Los versteckt? Er weiß es, aber keiner der Lebenden. Wie nur kann er seine Tochter Anna vor den „hinterfotzigen Dachplattengrattlern“ beschützen und ihr mitteilen, wo sich das Los befindet?

Die Rettung naht in Gestalt der „Himbeergeist-Resi“, der trinkfesten Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins (Carola Bigelmayr), und der an Übersinnliches glaubenden Haushälterin Finni (Annalena Ohnesorg), die sich in Schreiner-Geselle Emmeran (Phillip Stöckle) verkuckt hat.

Alles gipfelt in der Geisterstunde, welche die Freihalder Theaterfreunde mit komödiantischer Klasse und ausgeklügelten Spezialeffekten auf der von Henriette Degen-Mager (auch Co-Regisseurin und Souffleuse) einfallsreich designten Bühne inszenieren.

Am Ende siegt auch auf der Bühne wieder einmal die Gerechtigkeit. Viel Applaus war der Lohn für das Ensemble, dessen Lokalspitzen auf das Dorfleben dem Schwank einmal mehr die unverwechselbare humoristische Note gaben. Selten war der Tod lustiger.

Der lustige Dreiakter „D’r Himmel wartet ed!“ wird noch fünfmal aufgeführt: am Freitag, 10., Samstag, 11., Freitag, 17. und Samstag, 18. November, jeweils ab 19.30 Uhr, sowie am Sonntag, 12. November ab 15.30 Uhr. Karten können unter der Telefonnummer 0171/4909341 reserviert werden.

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