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Wettenhausen

08.04.2017

Sie machen sich ein Bild vom Kloster

In der Studierstube des Klosters Wettenhausen wurde diese Woche tatsächlich wieder studiert: Angehende Landschaftsarchitekten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben Konzepte für die Gestaltung der Außenanlagen entwickelt.
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In der Studierstube des Klosters Wettenhausen wurde diese Woche tatsächlich wieder studiert: Angehende Landschaftsarchitekten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben Konzepte für die Gestaltung der Außenanlagen entwickelt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Angehende Landschaftsarchitekten haben Ideen für die Gestaltung der Außenanlagen gesammelt. Was sie dabei entdeckt haben.

Viel hat die Studierstube des Klosters Wettenhausen in den vergangenen Jahren gesehen – Theater, Konzerte, Vorträge. Studiert hat dort aber schon lange niemand mehr. Das hat sich diese Woche geändert. Studenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben sich in dem Raum mit Transparentpapier und Fotos, mit Skizzenblöcken und Mäppchen voller stiften ausgebreitet. Aus der historischen Studierstube wurde eine moderne Ideenwerkstatt. Innerhalb von vier Tagen haben die angehenden Landschaftsarchitekten Konzepte entwickelt, wie die Außenanlagen des Klosters künftig aussehen könnten.

Und das mit einer Begeisterung, die auch die beiden Professorinnen Birgit Schmidt und Ingrid Schegk beeindruckt hat. „Die Studenten arbeiten bis in die Nacht hinein an den Entwürfen“, sagt Birgit Schmidt. Denn der Ort, an dem die Sechstsemester ihr Praxisprojekt durchführen, hat alle in den Bann gezogen. „Für Projekte wie dieses brauchen wir Mitspieler aus der Praxis, die uns machen lassen“, formuliert es Birgit Schmidt. Und die Schwestern lassen die jungen Fachleute nicht nur machen, sondern unterstützen sie auch mit Anregungen und Ideen, die dann in die Entwürfe einfließen. Christina Stangl und Jessica Serres haben den Wandel der Außenanlagen in Wettenhausen aufgrund von alten Karten, Stichen und Bildern skizziert – jetzt arbeiten sie daran, eine neue Form der Gestaltung auszuarbeiten. Ihr Gedanke dahinter ist eng an die Geschichte der Dominikanerinnen angelehnt: Generationenübergreifende Angebote stellen sie in den Mittelpunkt. „Ein vergrößerter Pausenhof für das benachbarte Gymnasium könnte die Beziehung zum Kloster zeigen“, sagt Christina Stangl. Das gegenseitige Helfen, das sie auch in der Hilfsbereitschaft der Schwestern sieht, könne auch in gemeinsam genutzten Gärten eine Rolle spielen.

Die Recherche eines anderen Studierendenteams ging buchstäblich in die Tiefe: Anna Winkelmair und ihre Kollegen haben den Mühlbach entdeckt, der gegenüber dem Kloster im Boden verschwindet, und sich auf die Suche danach gemacht, wo er hinführt. Tatsächlich läuft er unterirdisch auf dem Klostergelände weiter. „Landschaftsarchitekten haben vielleicht einen ganz eigenen Blick für solche Dinge“, sagt Anna Winkelmair. So entstand die Idee der Gruppe, den Bach wieder ans Tageslicht zu holen. Auf dem Gelände sichtbar gemacht, könnte er mit Treppen oder einer Mauer eingefasst werden – im Team arbeiten sie nun an verschiedenen Varianten.

„Die Studenten erschließen ihre Aufgabe selbst“, sagt Ingrid Schegk. „Sie sollen den Ort lesen lernen.“ Das denkmalgeschützte Ensemble, baugeschichtliche und geschichtliche Besonderheiten, unterschiedliche Nutzergruppen – all das soll in die Planungen einbezogen werden. Gar nicht so einfach, wie die Gruppe erkennt, die sich mit dem Innenhof des Klosters beschäftigt, wo heute Kindergartenkinder spielen und Autos parken, bei einer späteren Nutzung des Klosters beispielsweise Hotelbesucher, Gäste in einem Hochzeitsstadel und natürlich nach wie vor die Schwestern als Bewohnerinnen des Klosters berücksichtigt werden müssten. „Auch ungewöhnliche, zeitgenössische Ideen dürfen durchaus stattfinden“, so Birgit Schmidt. „Aber sie müssen gut begründet sein, um einen möglichen Auftraggeber zu überzeugen.“ Schließlich geht es in dem Projekt auch darum, fit für den künftigen Beruf zu werden.

Dabei ist jedoch eines klar: Gebaut werden und dürfen die Konzepte der Studenten nicht. Denn die Hochschule könne nicht in Konkurrenz zu einem Planungsbüro treten, betonen die Professorinnen. Die Vorschläge der Studenten sollen vielmehr dazu führen, über die Möglichkeiten für die Klosteranlage ins Gespräch zu kommen und über Ideen zu diskutieren. Die Entwürfe, die die Studierenden nach dieser Woche mitgenommen haben, werden sie noch weiter ausarbeiten, im Sommer wird es in der Hochschule dazu eine Ausstellung geben. „Etwa im September wollen wie die Ausstellung dann auch hier in Wettenhausen zeigen“, sagt Birgit Schmidt. Denn genau hier, wo auch über die künftige Nutzung des Klosters diskutiert wird, soll auch über das künftige Gesicht der historischen Anlage gesprochen werden.

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