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Landkreis Günzburg

14.01.2019

Sie sehen gute Job-Aussichten für die Region

Das Foto zeigt (von links) Axel Schimanski (Geschäftsstellenleiter Günzburg), Inge Großkopf (Pressesprecherin) und Werner Möritz (operativer Geschäftsführer Agentur für Arbeit Donauwörth).
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum Verantwortliche der Agentur für Arbeit die Lage im Kreis günstig beurteilen – und wo dennoch Risiken stecken.

Die Automobilbranche und damit die Zulieferer steuern auf Probleme zu, die Aussichten für die wirtschaftliche Lage in Deutschland trüben sich ein: Die Vorzeichen für die Entwicklung des Arbeitsmarktes, der sich zuletzt von Rekord zu Rekord gehangelt hatte, sind nicht mehr so gut wie noch vor wenigen Monaten. Der operative Geschäftsführer der auch für den Landkreis Günzburg zuständigen Agentur für Arbeit Donauwörth, Werner Möritz, sieht trotzdem für die Region noch keine Anzeichen für eine Konjunkturabkühlung. Vielmehr werde sich eine Normalisierung einstellen, auch was den Arbeitsmarkt angeht.

Der Agenturbezirk, zu dem die Landkreise Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm gehören, habe für fast ein Dreivierteljahr die niedrigste Arbeitslosenzahl in ganz Deutschland aufgewiesen. Und auch für die Zukunft sieht Möritz gute Perspektiven, da die Region im Gegensatz etwa zur Stadt Augsburg in „der glücklichen Lage ist“, bei den Unternehmen breit gefächert zu sein. Es gibt hier eben nicht ein paar große Firmen, die das Gros der Arbeitsplätze stellen – und wodurch bei Problemen dann direkt ein großer Teil an Beschäftigten den Job verliert. Die Struktur ist viel differenzierter. Aber die Arbeitgeber auch in der Region müssten aufpassen, bei der Digitalisierung nicht den Anschluss zu verpassen.

Die Vollbeschäftigung steht der Qualifizierung entgegen

Zwar gibt es mit dem noch recht neuen Qualifizierungschancengesetz neue Möglichkeiten, Beschäftigte auf die Zukunft vorzubereiten – wenn auch nicht jeden in gleichem Maße wegen der unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen. Doch die Vollbeschäftigung stehe dem entgegen: Wegen der guten Auftragslage werde jeder für die tägliche Arbeit benötigt, die Resonanz auf die neuen Möglichkeiten sei derzeit noch gering. Dabei unterschätzten viele die Gefahr, „links überholt“ und damit abgehängt zu werden. Die Dynamik des digitalen Wandels sei nun einmal viel größer als die früherer Entwicklungen. Wer jetzt nicht an die Zukunft denke, laufe Gefahr, dass der Betrieb „ganz schnell weg ist“, sagt Möritz beim Gespräch mit unserer Zeitung und warnt ausdrücklich davor.

Problematisch ist es derzeit nach wie vor für die Unternehmen, Personal zu finden. Dass die Arbeitslosenzahl im Landkreis im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 1352 Menschen beziehungsweise 1,9 Prozent lag, macht sich stark bemerkbar – und dass sie nach Angaben der Agentur innerhalb von zehn Jahren um 49 Prozent gesunken ist. Bei den Langzeitarbeitslosen waren es immerhin 23 Prozent.

Die Arbeitsagentur muss individueller beraten

Die Entwicklung führte übrigens nicht dazu, dass das Personal in der Geschäftsstelle Günzburg verringert worden sei – im Gegenteil. Wie der neue Standortleiter Axel Schimanski sagt, sind hier in allen Bereichen gut 40 Mitarbeiter tätig. Denn die hohe Dynamik des Arbeitsmarktes mache wiederum mehr Arbeit als eine hohe, aber statische Zahl von Joblosen. Es gehe darum, individueller auf die Bedürfnisse sowohl der Kunden als auch der Unternehmen einzugehen. Es reiche schließlich nicht, mit dem Computer nach jemandem zu suchen, um eine Stelle zu besetzen. Denn es gebe, wie Möritz sagt, angesichts des „abgegrasten“ Marktes nicht mehr die eine passende Person für einen Job.

Viele konnten von der Entwicklung des Arbeitsmarktes profitieren, inzwischen auch Schwerbehinderte und Ausländer, sagt auch Pressesprecherin Inge Großkopf. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze habe sich ebenfalls gut entwickelt. Dass es trotzdem nach wie vor Menschen gibt, die nicht mit ihrem einen Job über die Runden kommen – vor allem im Bereich der Alleinerziehenden mit Teilzeitstellen und in Großfamilien mit einem Alleinverdiener –, liege vor allem an den stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. Der Wohnungsmarkt habe sich zum Problem entwickelt.

Lesen Sie hier den Schwaben-Check: Wie stark ist unsere Region wirtschaftlich wirklich?

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