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Feldgeschworene

11.07.2018

Sie sind erfahrene Hüter der Grenzen

Landrat Hubert Hafner und Vermessungsamtsleiter Peter Lauber (von links) dankten den Feldgeschworenen aus dem Landkreis für ihren ehrenamtlichen Einsatz: Jeweils 25 Jahre übten dieses Amt Erwin Mayer (Deisenhausen), Roland Menner (Günzburg) und Josef Eberle (Anhofen) aus. Die Zweiten Bürgermeister Anton Gollmitzer (Günzburg) und Lorenz Dirr (Bibertal) gratulierten. Auf dem Foto fehlt Johann Weber aus Ebersbach, der 50 Jahre als Feldgeschworener aktiv war.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ehrung für langjähriges ehrenamtliches Engagement im Landkreis

Sie bekleiden das älteste Ehrenamt des Freistaats und sind seit 2016 Teil des immateriellen Weltkulturerbes: Feldgeschworene. 24000 Bürger sind mit dieser Aufgabe in Bayern betraut, 2400 gibt es in Schwaben und darin ist mit 570 Feldgeschworenen der Bezirk des Vermessungsamts Günzburg Spitzenreiter. Peter Lauber als Leiter der Behörde dankte gestern vier im Landkreis Günzburg Aktiven für ihren langjährigen Einsatz. „Ihr Wissen hat Gewicht“ lobte Lauber die wichtige Mittlerfunktion zwischen Bürgern und Amt. Die angesehenen „Siebener“, wie sie auch genannt werden, trügen ganz wesentlich zur Akzeptanz der behördlichen Entscheidungen bei.

Landrat Hubert Hafner überreichte im Auftrag des bayerischen Staatsministers für Finanzen, Albert Füracker, eine Dankurkunde.

Grenzangelegenheiten sind seit Menschengedenken ein sensibler Bereich des Eigentumsrechts. Trotz moderner Vermessungstechnik kommt es dabei immer wieder zu Grenzstreitigkeiten. Hier beweisen die Feldgeschworenen Fingerspitzengefühl und Augenmaß. Ihre Ortskenntnis und Sachverstand machen sie bei Vermessungs- und Abmarkungsarbeiten zu wichtigen Ansprechpartnern. Das „Siebenergeheimnis“ wird von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Nur die Siebener kennen die geheimen Zeichen auf oder unter Grenzsteinen und können somit feststellen, ob Grenzpunkte unerlaubt versetzt worden sind.

Jeweils 25 Jahre als Feldgeschworene waren Erwin Mayer aus Deisenhausen (52 Jahre), Roland Menner aus Günzburg (86 Jahre) und Josef Eberle aus Anhofen (67 Jahre) im Einsatz. Johann Weber aus Ebersbach bekleidet das Ehrenamt inzwischen sogar schon seit 50 Jahren. Er konnte die Ehrung leider nicht entgegennehmen. Mit Sorge blickt Peter Lauber auf den Nachwuchs: „Ich wünsche mir, dass die 2017 im Kreistag erhöhte Aufwandsentschädigung von 12,50 Euro je Stunde ein Anreiz für jüngere Frauen und Männer ist, Feldgeschworener zu werden.“ (bwz)

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