Schwäbisches Mariensingen

02.10.2013

Singen für Maria

Ganz ohne Instrumente, aber dafür wohltuend ausgeglichen, bereicherten die Niedersonthofer Singfehla das 41. schwäbische Mariensingen in Allerheiligen.
Bild: Neuhäusler

Zarte Klangfülle und nachhaltige Gedanken bei der 41. Volksmusikveranstaltung in Allerheiligen

Jettingen-Scheppach Zum 41. Mal fand in der Wallfahrtskirche Allerheiligen in Scheppach unter Leitung der Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks das schwäbische Mariensingen statt. In innigen Liedern und Weisen wurde Maria als Muttergottes, Gnadenspenderin und Helferin verehrt. Claudia Nietsch-Ochs, Referentin im Exerzitienhaus Leitershofen, gab den vielen auf den Berg gepilgerten Zuhörern Gedanken mit nach Hause.

Mit nachhaltigen Gedanken zwischen den Vortragsblöcken bereicherte die Theologin die hauptsächlich vom Gefühl getragenen Musikbeiträge. So wie sich Maria einst hinauf in das Bergland von Judäa begab, seien die Zuhörer heute auf den Allerheiligenberg, von der Ebene in die Höhe gekommen, um die eigene Kraft zu spüren, den Alltag hinter sich zu lassen, Orientierung in Stille, Beruhigung und Begegnung zu erfahren.

Die musikalischen Darbietungen eröffnete das Bläserensemble Dinkelscherben unter Leitung von Gerhard Kratzer mit der „Aufzugsmusik“. Mit Trompeten, Posaune, Eufonium und Horn traten die fünf jungen Männer zum Lobe Mariens an. Bei homogenen Ansätzen und behutsamer Tonführung fanden ihre Instrumente zu harmonischem Klang im barocken Kirchenraum. Da wurde sogar ein „Jodler“ zu einem bewegenden Moment. Weitere Stücke waren „O Maria, Morgenstein“ und eine „Sarabande“.

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Der Klosterlechfelder Johannes Sift, sonst in unterschiedlichen Volksmusikgruppen spielend, bereicherte als Solist mit seiner steirischen Harmonika den Melodienreigen. Eine besonders schöne Stimmung gelang ihm mit seiner eigenen Komposition „Schnee im September“. Immer wieder von Moll zu Dur wechselnd malte er die bezaubernde Winterlandschaft rund um das Allgäuer Gunzesried. Im „Bröllopsmarsch“ folgte auf eine schlichte Melodieeinführung ein mächtiges „Bassorchester“.

Zarte Klangfülle bescherte die Illertisser Stubenmusik mit Gitarre, Hackbrett, Zither und Harfe. Die vier Musikerinnen und der Gitarrist starteten behutsam mit „Erster Schönauer Landler“. Besonders gefiel das „Feiertagsstückl“, in dem sich die sonst so einfühlsame Harfe etwas in den Vordergrund spielen durfte.

Zwei besonders schöne Stimmen, die sich gegenseitig tragen und ergänzen, fanden sich im „Reichertshofener Zweigesang“: Christoph Lambertz, Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik des Bezirks Schwaben, und Johanna Kufer aus Reichertshofen. Die Herzen der Zuhörer berührte vor allem das „Sancta Maria“. Fantastische Harmonie entfalteten sie, von Lambertz mit der Gitarre begleitet, im „Ora pro nobis“ sowie in den weiteren Liedern „Auf, auf, Maria zu loben“, „Freu dich Maria werte“ und „Maria, Königin, sei uns´re Trösterin“. Den Schutz Mariens auf der Reise „ins ewige Vaterland“ erbaten sie mit „Wenn mein Schifflein will anlegen“.

Ganz ohne Instrumente kamen die Niedersonthofer Singfehla aus. Wohltuend ausgeglichenen verneigen sich die fünf Frauen mit „Sei gegrüßt, Gebenedeite“ vor der Gottesmutter. Zum feierlichen Höhepunkt avanciert „Es blüh´n drei Rosen auf einem Zweig“, überaus lebendig gestaltet mit fein abgestimmten Crescendi und behutsamen Ritardandi. Neben „O heilige Maria“ und „Die schönste Ros“ zeigte sie auch im Moll gestimmten „Zu dir Maria kommen wir“ sehr gut Artikulation und Stimmsicherheit. Beendet wurde der besinnliche und schöne Mariennachmittag unter den Klängen des Bläserensembles mit dem gemeinsamen Lied „Segne du, Maria“.

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