1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Slalom fahren durch Winterbach

Bürgerversammlung

25.05.2019

Slalom fahren durch Winterbach

Karl Oberschmid

Was die Einwohner bewegt. Und warum große Investitionen in der Holzwinkelgemeinde anstehen

Seinen letzten Rechenschaftsbericht legte Karl Oberschmid bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus des Winterbacher Ortsteils Rechbergreuthen ab. Der Rathauschef tritt bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht mehr an (wir berichteten) und freute sich über die große Resonanz bei den Einwohnern der Holzwinkel-Gemeinde. Die Anliegen der Bürger reichten von Hundetoiletten über Krötenzäune und Internet bis zum Artenschutz.

In Sachen Hundesteuer, die vom Winterbacher Gemeinderat angepasst wurde, regte eine Rechbergreutherin die Einrichtung von Hundetoiletten an. An einigen Plätzen seien die Hinterlassenschaften besonders intensiv. „Vorschlag angenommen“, reagierte Bürgermeister Oberschmid. Bisher habe sich die Belästigung durch Hundekot in Grenzen gehalten, aber besonders für Landwirte sei dies ärgerlich auf Wiesen, von denen Grünfutter geerntet werde. „Die Dinger sind nicht billig“, meinte Oberschmid zu den Hundetoiletten – die Preise liegen zwischen 200 und 600 Euro. „Ein stinknormaler Mülleimer tut’s auch“, hakte die Fragestellerin nach. Da sei der Punkt Abholung allerdings schwierig, so Oberschmid und müsste mit der Kreisabfallwirtschaft geklärt werden. Die Hinterlassenschaft streunender Hunde wurde ebenfalls beklagt.

Kritische Worte fand Brigitte Hörger, als es um den Krötenschutz ging. In den vergangenen Jahren sei der Zaun immer ehrenamtlich aufgebaut worden, doch damit sei jetzt Schluss. In Nachbargemeinden würde diese Arbeit vom Kreisbauhof erledigt, beklagte Peter Hondscha, aber „wir müssen’s selber machen.“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Wenn die Aufstellung des Krötenzauns von ehrenamtlichen Helfern nicht mehr funktioniere, müsse nach einer anderen Lösung gesucht werden, reagierte der Bürgermeister. Der Kreisbauhof könne nicht überall diese Arbeit übernehmen.

Nach dem Artenschutz-Volksbegehren erwartet Brigitte Hörger, dass die Landwirte jetzt ihre Blumenwiesen länger stehen lassen, um Insekten genügend Nahrungsfläche zu bieten. Dafür seien in Rechbergreuthen auch die Flurstücke vorhanden. Oberschmid sicherte zu, dass sich der Gemeinderat im Zuge eines Ortstermins um diese Angelegenheit kümmern werde.

In Rechbergreuthen laufen gerade viele Tiefbaumaßnahmen, was, so der Rathauschef, zu einer Art „Slalomparcours“ in der Dorfstraße führt. Dazu gehört auch die Verlegung des Glasfaserkabels für die schnelle Breitbandversorgung. Ein Anlieger sah sich benachteiligt, weil im östlichen Bereich der Dorfstraße kein direkter Glasfaseranschluss möglich sei.

Wegen der Ausschreibung für den Ausbau noch nicht mit 30 Megabit/Sekunde versorgter Ortsgebiete sei leider nur die Westseite anschließbar, sagte Oberschmid und wehrte sich gegen den Vorwurf, die Gemeinde habe die Sache verschlafen. Ein anderer Rechbergreuther wünschte sich, dass der Ortsteil nach den ganzen Bauarbeiten wieder „so hergerichtet wird, wie man’s kennt“. Kritik gab es in diesem Zusammenhang auch an der Abholzung mehrerer Obstbäume am Dorfanger. Wegen des Kanalbaus hätten dort einige Bäume entfernt werden müssen. Aber anschließend müssten dort, vertraglich vereinbart, wieder neue gepflanzt werden, informierte Bürgermeister Oberschmid, der sich über die „sehr engagierte Diskussion“ freute.

In seinem Rechenschaftsbericht ging Oberschmid auf die wesentlichen Eckpunkte der Holzwinkel-gemeinde im vergangenen und in diesem Jahr ein. Dazu gehört die Erschließung des Baugebiets „Westliche Lehen II“. Im Herbst wird die Fertigstellung des Radwegs Winterbach-Baiershofen erwartet. Durch eine Innenverdichtung entstehen in Winterbach fünf neue Bauplätze.

So werde 2019 ein „richtiges Baujahr“, mit der höchsten Investitionssumme der vergangenen Jahre, sagte Oberschmid. Zur Finanzierung dieser Aufgaben müssten aus der Rücklage 865000 Euro entnommen und ein Kredit in Höhe von einer halben Million Euro aufgenommen werden. Als positiv bewertete Oberschmid die 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegene Geburtenzahl in Winterbach bei zugleich sinkenden Sterbefällen. Trotzdem ist die Einwohnerzahl in der Holzwinkelgemeinde von 771 auf 769 leicht rückläufig. Es sei wichtig, gerade für die ältere Generation Möglichkeiten zu schaffen, am Ort zu bleiben, betonte der Bürgermeister. Die Anfänge dafür seien gemacht und würden angenommen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Parkplatz%20Einweihung%20Kissendorf%20.tif
Kissendorf

Gewitterregen und Weihwasser für den neuen Parkplatz

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen