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Konzert

28.04.2015

Slowenische Beatles im Holzwinkel

Die slowenische Band „Help!“ coverte im voll besetzten Dorfzentrum Mindelaltheim Beatles-Songs.
Bild: Gah

Die Band Help! covert beim Mindelaltheimer Kulturverein die Songs der Pilzköpfe und kommt ganz nahe ans Original

Es war vor der dritten Zugabe im Mindeltaltheimer Dorfzentrum. Einer der Musiker der slowenischen Band Help! schildert es so: „Nach der zweiten Zugabe war ich der Letzte auf dem Weg zur Garderobe. Da sagte ich den Kollegen, dass die Leute immer noch klatschen. Also zogen die Kollegen die Jacken wieder an und setzten die Perücken wieder auf“. Mit detailgetreuen Covers von Beatles-Songs verwandelten sie das Dorfzentrum in einen Hexenkessel. Da macht das Publikum gerne mit, klatscht mit, singt mit, schreit „Yeah!“, macht sogar eine Polonaise.

Schließt man die Augen, sind Help! von den echten Beatles kaum zu unterscheiden: Pauls ideenreiche Basslinien sind genauso da wie Johns schnelle und zackige Rhythmusgitarre und sein bluesiger, aber doch druckvoller Mundharmonika-Stil. Georges Sologitarre ist mal bluesig-jammernd, mal filigran gezupft. Auch der Satzgesang ist bei Stücken wie „Paperback Writer“ oder „Help“ perfekt aufeinander abgestimmt. Bei „A Hard Day’s Night“ wirkt der Kontrast zwischen Johns kratziger und Pauls klarer Stimme. Öffnet man die Augen, ist man irritiert, dass einige Zuordnungen nicht stimmen. Der Bassist Ernie Mendillo hat Johns kratzige, der Rhythmusgitarrist Robert McKenzie Pauls klare Stimme. Die Mundharmonika spielt nicht der Rhythmusgitarrist, sondern der Sologitarrist Ziga Stanonik. Diese optischen Irritationen tun der hohen musikalischen Qualität keinen Abbruch.

Qualität ist auch beim Schlagzeuger gegeben. Gasper Oblak alias „Ringo“ spielt sogar noch kraftvoller als der echte Ringo Starr. Bei seinem Gesangssolo „I wanna be your man“ lässt er mit seinem Schlagzeug den Boden so erbeben, dass das Gesangsmikrofon umfällt. Ein Roadie muss ihm zu Hilfe kommen.

Die englischen Ansagen zu den Liedern sind meist knapp gehalten und werfen kurze, statistische Streiflichter auf die Karriere der „Fab Four“. So erfährt das Publikum, dass „Please please me“ ihre erste Nummer 1 in Großbritannien war, die erste Nummer 1 in den USA aber „I want to hold your Hand“. Es fehlen jedoch humorige Beigaben zu den Ansagen. So sagte zum Beispiel John bei einem Konzert vor der Queen: „Die Leute auf den billigen Plätzen: Klatschen Sie bitte mit. Die anderen können einfach mit ihren Juwelen rasseln“. Nur bei der Ansage zur Pause kommt der Humor durch: „Sie können in der Pause rauchen, was Sie wollen, danach wird es sowieso psychedelisch“.

Das musikalische Programm ist ausgewogen. Es reicht von der ersten Single „Love me do“ bis zur letzten Single „Don’t let me down“. Auch Coverversionen wie „Rock and Roll Music“ (Chuck Berry) und „Long Tall Sally“ (Little Richard) haben darin ihren Platz. Die Band „Help!“ wagt sich sogar an Songs aus der Zeit nach 1966, als die Beatles keine Live-Konzerte mehr gaben. Zum Beispiel „Lucy in the Sky with Diamonds“ und „Yellow Submarine“. Diese spielen sie ohne Orgel und Blasmusik. Die Blasmusik machen sie kurzerhand mit dem Mund, die fehlende Orgel lassen sie durch perfekten Satzgesang vergessen.

Detailgetreu ist auch die Ausstattung, die einen glauben lässt, man sähe ein Video aus den Sechzigerjahren: die Jacken wie beim Konzert im Shea-Stadion, die tiefschwarzen Vox-Verstärkerboxen, Pauls bauchige Bassgitarre, Johns spitzige Rhythmusgitarre und schließlich Georges Sologitarre, weiblich-kurvig-breit.

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