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Landkreis Günzburg

13.11.2019

So ehren die Städte im Landkreis ihre verdienten Bürger

Der neue Ehrenring der Stadt Günzburg und die Heinrich-Sinz-Medaille der Stadt Ichenhausen. Zwei Beispiele, wie Städte im Landkreis Günzburg verdiente Mitbürger ehren.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Das Engagement der Bürger ist für die Gemeinschaft unverzichtbar. Wie verdiente Persönlichkeiten gewürdigt werden – und was nach dem Tod passiert.

Ehre, wem Ehre gebührt! Nach diesem viel zitierten Ausspruch verleihen auch die Städte im Landkreis Günzburg an verdiente Bürger Auszeichnungen für besonderen Einsatz in der Gesellschaft. In politischen Gremien, Einrichtungen und Vereinen oder für die Ortsgemeinschaft. Aber auch persönliche Bestleistungen im Bereich Sport finden die öffentliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung, wie unsere Zusammenfassung zeigt.

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Günzburg

Die Große Kreisstadt ehrte vor wenigen Tagen zwei verdiente Persönlichkeiten mit dem Ehrenring für ihre besondern Verdienste in der Kommunalpolitik: Bürgermeister Anton Gollmitzer (Freie Wähler) ist seit 1972 Gemeinde- und Stadtrat, Günter Treutlein (CSU) seit 1978. Nur sieben Personen wurde seit 1982 diese Auszeichnung verliehen. Davon auch zwei Bürgermeistern der französischen Stadt Lannion für Verdienste um die Städtepartnerschaft.

Die höchste Auszeichnung der Stadt Günzburg ist die Ehrenbürgerwürde nach Art. 16 der Gemeindeordnung: 17 Personen wurde sie seit 1886 zuteil – derzeit ist es der 90-jährige Paul Ermer. Von den verliehenen Auszeichnungen während der NS-Zeit hat man sich nach dem Krieg 1946 distanziert.

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Es folgt die Bürgermedaille für besondere Verdienste im sozialen Bereich, der Kunst und Geschichte, aber auch im Bereich der Wirtschaft. 16 Personen wurden damit seit 1916 geehrt.

Weitere Auszeichnungen gibt es für Verdienste im Ehrenamt oder von Kulturschaffenden mit der Goldenen und Silbernen Ehrenmedaille. Die Vorschläge dafür kommen direkt aus den Organisationen, Vereinen oder von Einzelpersonen.

Die Sportlerehrung berücksichtigt Erfolge auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene sowie bei Europa- und Weltmeisterschaften. Die Stadt Günzburg verleiht ihre Auszeichnungen ausschließlich höchstpersönlich und an lebende Personen. Somit erlöschen die Ehrungen automatisch mit dem Tod.

Ichenhausen

Die Stadt Ichenhausen hat für besondere Verdienste eine ganze Reihe von Auszeichnungen vorgesehen. „Die Vielfalt ist groß, um die Verdienste in den verschiedenen Bereichen hervorzuheben“, betont Bürgermeister Robert Strobel. So kann die Stadt neben der Ehrenbürgerwürde, der höchsten Auszeichnung der Stadt, einen Ehrenring, die Heinrich-Sinz-Medaille und die Silberne oder Goldene Bürgermedaille verleihen. Wichtig für Strobel ist, dass die Auszeichnungen „nicht inflationär“ vergeben werden, „sonst würden sie an Wert verlieren“.

Über eine Liste aller Ehrenbürger verfügt die Stadt nicht, der einzige noch lebende Ehrenbürger ist der ehemalige Kultusminister Hans Maier. Der inzwischen 88-Jährige hat die Auszeichnung seit 1986 inne. Einziger Träger der Goldenen Bürgermedaille ist Rudolf Thoma, der 36 Jahre im Ichenhauser Stadtrat mitgewirkt hat. Wer nach mindestens 24 Jahren aus dem Gremium ausscheidet, bekommt die Silberne Bürgermedaille. Diese Regelung hat der Stadtrat 1996 einstimmig beschlossen.

Die Heinrich-Sinz-Medaille aus Silber wird seit 1992 an Mitbürger verliehen für herausragendes Engagement im sozialen, humanitären und kirchlichen Bereich. Zuletzt erhielten diese Auszeichnung Eva Gantner als Direktorin der Hans-Maier-Realschule und Otto Imminiger als Rektor der Freiherr-von-Stain-Mittelschule im Jahr 2014. Eine wertvolle und seltene Auszeichnung ist der Ehrenring, ein Ring aus purem Gold mit dem Wappen der Stadt. Ihn erhalten seit 2005 Personen für Verdienste im wirtschaftlichen Bereich oder soziales Engagement.

Erst sieben Menschen sind Träger der Auszeichnung. Anfang Oktober wurde Ernst Pfaff, Chef der Ichenhauser Werkzeugfirma Scheppach, mit dem Ring geehrt. Besonders am Herzen liegt Bürgermeister Robert Strobel die Ehrenurkunde, die die Stadt seit 2016 für bürgerschaftliches Engagement verleiht. Die Anzahl dieser Verleihungen wird auf drei Persönlichkeiten pro Jahr beschränkt. „Jede Kommune lebt und profitiert von den Ehrenamtlichen. Das sind Vorbilder, deshalb wollen wir sie mit einer Auszeichnung in den Fokus rücken“, so Strobel.

Burgau

In der drittgrößten Stadt des Kreises werden das Ehrenbürgerrecht, die Silberne Bürgermedaille und die Bürgermedaille verliehen. Derzeit gibt es in Burgau mit Peter Jendruscsik einen Ehrenbürger, für den es am 6. Dezember einen Festakt geben wird, 14 Träger der Silbernen Bürgermedaille sowie fünf Träger der Bürgermedaille. Regeln über das Erlöschen der Auszeichnung sind in der Satzung der Stadt nicht festgehalten.

Ehrenbürger kann werden, wer „durch ein besonders herausragendes Wirken entscheidend die Entwicklung der Stadt mit beeinflusst und das Wohl der Bürgerschaft gefördert“ hat; die Silberne Bürgermedaille ist für Menschen gedacht, die sich um die Stadt Burgau besonders verdient gemacht haben; und die Bürgermedaille kann erhalten, wer sich um Burgau verdient gemacht hat. Zudem gibt es bei der Silbernen Bürgermedaille für den Bereich der Kommunalpolitik und der übrigen Gesellschaft spezielle Kriterien. Auch wer eine „außergewöhnliche Zuwendung“ an die Stadt Burgau leistet, kann ausgezeichnet werden. Die Entscheidung, wer ausgezeichnet wird, fällt in nicht öffentlicher Sitzung im Stadtrat. Es gibt weitere Ehrungen wie für Sportler oder die ältesten Männer der Stadt.

Krumbach

Hier gibt es Ehrungen für besondere Verdienste im Sport (Sportlerehrung), im Ehrenamt und Vereinsleben (Verdienstmedaille) sowie die Goldene Bürgermedaille. Pro Jahr werden circa 100 Sportler ausgezeichnet; im Bereich Ehrenamt wurden in diesem Jahr 17 Bürger geehrt, insgesamt bisher 124. Bei der Goldenen Bürgermedaille gibt es derzeit drei lebende ausgezeichnete Personen, maximal dürfen es sechs sein. Die Ehrung erlischt hier nicht nach dem Tod, die Erben behalten die Medaille als Andenken. Verliehen wird die Auszeichnung durch einen Beschluss des Stadtrates an Personen, die sich um Krumbach besonders verdient gemacht haben.

Leipheim

Die höchste Auszeichnung der Stadt Leipheim ist die Ehrenbürgerschaft. Allerdings wurde diese in den vergangenen Jahrzehnten nie verliehen, wie Bürgermeister Christian Konrad erklärt. „Vielleicht lag es daran, dass diese Ehrung mit nichts verbunden ist“, vermutet der Leipheimer Bürgermeister. Das soll sich ändern. Zum. 1. Januar 2020 tritt die neue Satzung über die Verleihung von Ehrungen und Auszeichnungen in Kraft. Vom kommenden Jahr an ist die Ehrenbürgerschaft mit der Verleihung eines Ehrenrings verbunden. Dieser besteht aus Gold mit aufgesetzten Onyxplatten in Wappenform. Auf diese aufgesetzt sind drei goldene Sterne des Wappens der Stadt Leipheim. Auf der linken und rechten Seite der Ringschiene sind je drei überlappende Eichenblätter angebracht.

Die Ehrenbürgerschaft und der Ehrenring sollen an Personen verliehen werden, die „durch besonders fruchtbares Wirken entscheidend die Entwicklung der Stadt beeinflusst und so das Wohl der Bürgschaft gefördert haben oder sie in herausragender Weise das Ansehen der Stadt außergewöhnlich gemehrt hat“, wie es in der Satzung heißt. Die zweithöchste Auszeichnung der Stadt ist die Goldene Bürgermedaille. Derzeit sind fünf Bürger Träger der Goldenen Bürgermedaille: Alfred Allgaier, Herbert Biefel, Erich Broy, Gerhard Hartmann und Rainer Kreibich. Die Auszeichnung können höchstens fünf lebende Persönlichkeiten gleichzeitig innehaben. Das gilt auch für die Silberne Bürgermedaille. Die Ehrenurkunde für bürgerschaftliches Engagement wird an drei Persönlichkeiten pro Jahr verliehen.

Thannhausen

Die Ehrenbürgerwürde wurde seit 1920 in Thannhausen zwölf Mal verliehen, zuletzt 1991. Die Silberne Bürgermedaille erhielten seit 1991 insgesamt 22 Bürger, seit 2008 wurde sie nur drei Mal verliehen, zuletzt im vergangenen Jahr. Zudem gibt es die Christoph-von-Schmid-Medaille, die zuletzt 2010 verliehen wurde und seit 2008 nur drei Mal. Seit 2000 gab es sie 29 Mal. Außerdem vergibt die Stadt den Ehrenring – nur an nicht Thannhauser. Über ihn konnten sich zwei Träger freuen, letztmals 2001.

Für die Auszeichnungen gibt es Ordnungen beziehungsweise Stadtratsbeschlüsse, die Regeln werden aber gerade überarbeitet, erklärt Bürgermeister Georg Schwarz. So müsse etwa die Christoph-von-Schmid-Medaille eigentlich dreimal im Jahr verliehen werden, was solch eine Auszeichnung „ad absurdum führt und deren Wert beim Ausgezeichneten schmälert“. Schon seit Jahren werde deshalb sehr sparsam damit umgegangen. Die Bürgermedaille verbleibt nach dem Tod des Ausgezeichneten bei der Familie als Andenken.

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