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Landkreis Günzburg

18.04.2019

So kann Günzburg weiter blühen

Günzburgs OB Gerhard Jauernig hält die Günzburger Gartenmappe, Redaktionsleiter Till Hofmann die Kartons voller Blumenzwiebeln, die verschenkt werden.
Bild: Julia Ehrlich/Stadt Günzburg

Die Stadt hat für umwelt- und artenschutzbewusste Bürger eine kostenfreie „Gartenmappe“ aufgelegt, die wertvolle Tipps bereithält. Was mit der Aktion bezweckt werden soll.

Vor ungefähr fünf Jahren hat die Stadt Günzburg systematisch damit begonnen, beispielsweise Blühflächen auszuweisen und dort, wo sie selbst gestalten kann, es möglichst naturnah sprießen zu lassen. Anfangs, so Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, gab es schon Fragen, „wo die Stiefmütterchen auf den Verkehrsinseln geblieben sind“. Die damit verbundene Kritik ist längst verstummt. Inzwischen werde anerkannt, dass die gefundene Lösung nachhaltiger sei und die Pflanzen länger blühten. Außerdem müsse die Stadtgärtnerei eine nicht mehr ganz so aufwendige Pflege betreiben.

Jetzt geht die Stadt einen Schritt weiter und macht – theoretisch – die knapp 21000 Bürgerinnen und Bürger zu Garten- und Naturexperten. Unter dem Motto „Günzburg blüht weiter“ verteilt die Stadt von nun an eine Günzburger Gartenmappe – mit dem Ziel, deutlich mehr Anflugstationen für Biene und Co. im Stadtgebiet zu schaffen.

Der Oberbürgermeister gerät ins Schwärmen

Im Vorwort zur Gartenmappe gerät der Rathauschef über die „tolle Win-win-Situation“ beinahe ins Schwärmen: „Sie lassen die Natur für sich arbeiten, mähen weniger Rasen, der an wenig benutzten Stellen zur Blumenwiese wird. So gewinnen Sie Zeit für sich, lassen die Seele baumeln und schauen den Bienen, Hummeln und Schmetterlingen zu, die Ihren Garten dafür bereichern.“

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Der „Mut zur Wildnis“, zu der Jauernig rät, wird mit praktischen Tipps unterfüttert: Das „Netzwerk Blühende Landschaft“ (Rosenfeld, Baden-Württemberg) informiert über blütenbesuchende Insekten im Gemüse-, Kräuter-, Blumenbeet und in Gehölzen. Ebenso wird eine kleine Auswahl insektenfreundlicher Zwiebel- und Knollenpflanzen aufgeführt – von der Anemone bis zur Wildtulpe. Die Experten sagen aber auch, wie und wann man Blumenzwiebeln und Knollen setzt, was sie nicht mögen und wie die Pflege ablaufen sollte. Es gibt weitere Listen – nämlich die blühender Stauden für den Garten und eine über Gehölze für Blütenbesucher. Nun hat nicht jeder in einer Stadt gleich ein Stück Garten, das er entsprechend bepflanzen kann. Deshalb darf eine letzte Liste nicht fehlen: die für den „blühenden Balkonkasten“.

Auch der Bund Naturschutz informiert

Beigefügt sind außerdem zwei Informationsbroschüren vom Bund Naturschutz in Bayern. Eine davon rät zu einem „Garten ohne Gift“ und zählt die Gefahren glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel auf. In der anderen lernen die Leserinnen und Leser das Leittier des erfolgreichen Volksbegehrens zur Artenvielfalt genauer kennen: die Wildbiene. Eine erschreckende Zahl darin bezieht sich auf die knapp 520 Wildbienenarten, die in Bayern heimisch sind – oder besser waren. Denn 40 davon sind bereits verschwunden. Knapp zwei Drittel aller heimischen Arten sind in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Bayerns aufgeführt.

Eine Entwicklung, die man nicht hinnehmen muss. Das findet Christine Hengeler, die Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung für die Stadt seit 25 Jahren begleitet und anstößt. Von einer Tagung hat sie im vergangenen Jahr die Idee mitgebracht, die die Gemeinde Pettendorf (Kreis Regensburg) bereits in die Tat umgesetzt hatte. Herausgekommen ist nun die Gartenmappe, die jeder Interessierte erhalten kann.

Ein Geschenk für Schnelle

Neben der Günzburger Gartenmappe für jedermann (erhältlich im Bürgerservicecenter der Stadt Günzburg) gibt es für die schnellsten 55 Bürger eine Mischung aus je 25 Blumenzwiebeln geschenkt, die Stadt und Günzburger Zeitung verschenken.

- Stadt Bürgerservicecenter, Schlossplatz 1, ab Donnerstag, 18. April, 8 Uhr (30 Kartons).

- Günzburger Zeitung Hofgasse 9, 1. Stock, am Dienstag, 23. April, von 11 bis 12 Uhr (25 Kartons).

Abgabe, solange der Vorrat reicht!

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