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Ichenhausen

18.05.2015

So kann es mit der Freundschaft weitergehen

Zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt lud Bürgermeister Robert Strobel (hinten rechts) Beate Böhme, Denis Moucel, Marcel Blanchet und Thierry Fresnais ein.
Bild: Adlassnig

Nach 20 Jahren Partnerschaft blicken die Bürgermeister aus Frankreich und Deutschland in die Zukunft

Zum letzten Akt der großen Jubiläumsfeier kamen die Freunde der Städtepartnerschaft erneut im Park der Partnerschaften zusammen, um mit offiziellen Ansprachen und gegenseitigen Geschenken, musikalisch umrahmt von der Musikschule Ichenhausen, die seit zwanzig Jahren andauernde Partnerschaft zu bekräftigen.

Blau-weiß-rote und schwarz-rot-goldene Luftballons, die zum Ende des zweistündigen Festaktes in den Himmel geschickt wurden, gaben der förmlichen Feier einen heiteren Anstrich, der mit einem Gruppenfoto aller Gäste endete. Robert Strobel, Denis Mouchel und Marcel Blanchet, die Bürgermeister von Ichenhausen, Changé und dem vor fünf Jahren der Städtepartnerschaft beigetretenen St. Germain le Fouilloux gaben in ihren Reden ihre persönliche Sicht auf Geschichte, Perspektive und Zweck der Verbindung. Strobel sieht vor allem die Ähnlichkeiten, die zwischen den Menschen in den drei Orten auszumachen sind. Aus ihnen erwachse Verständnis, Vertrauen und schließlich Freundschaft. Dies sei umso bemerkenswerter, als die Kontakte sich in der Regel auf Kurzbesuche konzentrierten. 70 Jahre nach Kriegsende bedeuten 70 Jahre Frieden in denen die deutsch-französische Freundschaft eine herausragende Rolle einnehme. Verantwortlich für den Frieden sei aber jeder einzelne Bürger. Mit dem Engagement in der Städtepartnerschaft übernehmen Stadträte, Bürgermeister und Komiteemitglieder Verantwortung, denen Strobel seinen Dank aussprach.

Changés Bürgermeister Denis Mouchel fügte seiner Freude über die intensiven Kooperationen nicht nur zwischen den organisierten Bürgern, sondern auch zwischen Vereinen, den Musikschulen, und den Schulen auch warnende Worte hinzu. Da sei zum einen das Sprachproblem. Obwohl Deutschkenntnisse in Frankreich bei der Arbeitssuche Punkte bringen, gebe es immer weniger junge Leute, die die Sprache erlernen wollen. Schulreformansätze zielen auf eine weitere Reduzierung des Deutschunterrichts. Dabei sei es die Aufgabe der Jugend, ein echtes Europa über die Grenzen hinweg zu gestalten; ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln auf der Basis gemeinsamer Werte in einem gemeinsamen europäischen Kulturraum. Aber es ist die Aufgabe der Gesellschaft, den Jungen die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Schließlich freute sich Thierry Fresnais, der Präsident des französischen Komitees, dass die Verbindung Ichenhausen – Changé / St. Germain nichts an Lebendigkeit verloren habe. Die von den Bürgern gestaltete Partnerschaft werde durch immer neue Projekte belebt. So wurden auch die Schüleraustausche intensiviert. Mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wurde schließlich die zwanzigjährige Partnerschaft erneut bestätigt. Aufgerollte Nationalflaggen, Marseillaise, Deutschlandlied und Beethovens zur Europahymne erhobene, Neunte gaben den feierlichen Rahmen.

Beate Böhme, Hauptorganisatorin des Festaktes, Moderatorin und Übersetzerin, konnte auch noch Freunde aus Italien ankündigen. Die Partner aus Valeggio hatten es sich nicht nehmen lassen, eine Abordnung zur Jubiläumsfeier zu schicken, auch sie mit vielen Geschenken im Gepäck. Außer Glückwünschen brachten sie auch die Ankündigung, die Beziehung zu den französischen Partnern Ichenhausens gerne durch eine direkte Kontaktaufnahme zu vertiefen.

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