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Konzert

16.09.2013

So singt dr Schwob

Das Konzert beendeten der Gesangverein Burtenbach und der Männerchor Aichen gemeinsam.
Bild: Emil Neuhäusler

Eine musikalische Reise durchs Schwabenland mit dem Gesangverein Burtenbach

Burtenbach Zu einer „Musikalischen Reise durchs Schwabenland zum Alpenrand“ hat sich der Gesangverein Burtenbach unter Leitung von Wolfram Seitz am Samstagabend aufgemacht. Zudem sorgte der Männerchor Aichen unter Dirigent Christoph Maurer als Gastchor für ausgezeichnete Stimmung. Die gut 200 mitreisenden Gäste fanden, wie der große Schlussapplaus bewies, großen Gefallen an den vielen Liedern in schwäbischer Mundart. Zusätzlich bereicherte der Ziemetshauser Pfarrer und Heimatdichter Karl Thoma mit heiteren Geschichten das Reiseprogramm und bewies sich so als guter Reiseführer.

„Wir machat a Reise durchs Ländle mitanand“: So führte der Vorsitzende der Burtenbacher, Heinz Gruber, bei der „Abfahrt“ ein. Dann übernahm Mundartdichter Pfarrer Thoma die Regie. Er komme aus einer Generation, wo man „dahoi schwäbisch gschwätzt und in dr Schual deitsch glernt hat“. Mit humorvollen Gedichten und Geschichten und der Erklärung schwäbischer Wörter brachte er die Zuhörer immer wieder zum Lachen. Außerdem rückte er gekonnt in den Fokus, was die Schwaben so liebenswert mache: das „Essa“ und „Bacha“, die schwäbische Frau, die Heimat mit den Flüssen Mindel und Zusam, die Eisenbahn, ja, und immer wieder das Essa, wiederholte er schmunzelnd. Dies alles war dann auch Inhalt der Liedvorträge.

„Heute wollen wir singen, schön ist unser Schwaben und wir haben frohen Mut“ stellte sich der Aichener Chor in seinem ersten Gesangsstück, von Bürgermeister Alois Kling mit dem Akkordeon begleitet, vor und überbrachte nicht nur Grüße aus dem oberen Zusamtal, sondern auch eine überzeugende Einladung: „Macht uns die Freude, besucht uns, dann geben wir einen aus!“ So erklang es aus den 18 Männerkehlen. Im nächsten Lied stellten sie die Frage: „Was isch der Schwob?“ Und da gab es vom Chor die Aufzählung vieler genüsslicher Attribute: tapfer, edel, „dicke Schädl hant se“, sie „dont wandra, kämpfa, dichta und schimpfa“, sie fürchten sich vor nichts und mögen vor allem „Sauerkraut und Spätzla und ihr lieabs Schätzle.“ Das abschließende „Heimatlied“ war noch einmal eine Hommage an die Heimat: „O du mein schönes Zusamtal im schönen Schwabenland!“

So singt dr Schwob

Mit einer Liebeserklärung an Burtenbach im „Burtenbacher Heimatlied“ eröffneten die elf Männer und 16 Frauen des Gesangvereins ihren Liederreigen. Wie beim Aichener Chor gefiel auch bei ihnen ganz besonders die ausgezeichnete Artikulation beim Besingen schwäbischer Lebensart. Die Mehrzahl der Liedvorträge waren von Dirigent Wolfram Seitz selbst komponiert und arrangiert worden, zum Beispiel „Luschtig, luschtig mueß ma sei“, „I bin a armer Bäck“ und das „Hoch, hosch, hosch“ mit witzigen Reim-Wort-Spielerein.

Zum Höhepunkt avancierte „Auf de Schwäbische Eisebahne“ von Joachim Rohrer. Hier bewiesen die Burtenbacher Sänger, dass sie auch mit schwierigerer Musikliteratur Glanzpunkte setzen können. Tempowechsel, Melodieführung in angenehmen Dissonanzen und ein Sprechsolo des Vorstandes begeisterten die Zuhörer.

Den vergnüglichen Abend beschlossen die beiden Chöre gemeinsam mit „Scho wieder isch a Liedle gsonga“.

Bei den Zuhörern kam es überdies gut an, dass die schwäbischen „Küchle“ nicht nur besungen wurden, sondern in der Pause tatsächlich gekostet werden konnten.

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