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Kammeltal

18.12.2020

So soll die Nachverdichtung in Kammeltal gelingen

In Ortsteilen und Splittersiedlungen – im Bild „An der Richtstatt“ in Wettenhausen –sollen mit einem neuen Siedlungskonzept Baumöglichkeiten für Einheimische geschaffen werden.
Bild: Wolfgang Kahler

Plus Die Gemeinde möchte mehr Bauland in den Ortsteilen schaffen. Es werden mehr Geschwindigkeitsmessgeräte gegen Temposünder angeschafft.

Bauland ist knapp im Kammeltal. Mehrfach hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren durch Einbeziehungssatzungen in den neun Ortsteilen die Bebauung von Grundstücken ermöglicht. Jetzt sollen die ortsansässigen Häuslebauer durch ein Siedlungskonzept noch mehr Chancen bekommen. Wegen des Corona-Lockdowns wurde die Tagesordnung des Gemeinderats im Eiltempo durchgezogen.

Eine Anweisung des Günzburger Landratsamts ans Kammeltaler Rathaus hatte die letzte Sitzung des Jahres in der Mehrzweckhalle der Wettenhauser Grundschule beeinflusst. Wegen der in Bayern geltenden Ausgangssperre ab 21 Uhr wurde dem Gremium die dringende Empfehlung gegeben, die Sitzung spätestens um 20.45 Uhr zu beenden, denn „Gemeinden und Behörden kämen eine wichtige Vorbildfunktion zu“, wie Bürgermeister Thorsten Wick aus der Anweisung informierte. Deshalb wurde die Empfehlung gegeben, größere Diskussionen zu bestimmten Tagesordnungspunkten auf den nächsten Termin zu verschieben, die am 19. Januar nächsten Jahres schon um 18 Uhr beginnt.

Baugrundstücke künftig für Einheimische reservieren

Bei zwei Bauanträgen war das der Fall. In Wettenhausen wird in der Von-Rehlingen-Straße nun statt einer Gemeinschaftsunterkunft in einem Bestandsgebäude ein normales Wohnhaus sowie die Umnutzung eines Stadels zur Wohnnutzung geplant. Trotzdem blieben bei Gemeinderäten Unklarheiten wegen der Veränderung und der notwendigen Stellplätze. Im Goldbacher Neubaugebiet südlich der Jettinger Straße plant ein Bauträger auf zwei nebeneinander liegenden Grundstücken zwei Doppelhäuser. Gemeinderat Bernhard Grüner wies darauf hin, dass künftig solche Baugrundstücke für Einheimische reserviert werden sollten. Bürgermeister Wick sagte zu, dass dieser Punkt zu behandeln sein werde. Als zulässig stufte der Gemeinderat die Anfrage wegen einer Nutzungsänderung eines Einfamilienhauses in Ettenbeuren in eine „Ambulante Intensivwohngemeinschaft“. Dort sollen künftig bis zu sechs intensiv pflegebedürftige Patienten rund um die Uhr betreut werden. Die Zulässigkeit dieses Antrags wird vom Landratsamt überprüft.

Weil es im Kammeltal, einer Gemeinde aus früher ehemals selbstständigen Ortsteilen mit vier Weilern an neuen Baugebieten mangelt, wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Einbeziehungssatzungen erlassen. Im Rahmen eines Siedlungskonzeptes soll nun mit einem städtebaulichen Konzept zur Nachverdichtung zusätzliches Bauland für einheimische Häuslebauer geschaffen werden. Das bedeutet, in den Ortsteilen werden geeignete Flächen zur Ortsabrunden erfasst.

Neue Bebauungsmöglichkeit in Ortsteilen

Beispielhaft erfolgt dies jetzt für die Splittersiedlung „An der Richtstatt“ in Wettenhausen. Das Gebiet weise laut Verwaltung einen „entwicklungsfähigen Siedlungsansatz“ aus, und es könnten dort Baugrundstücke ausgewiesen werden. Das war bisher nicht möglich, weil die Umgebung als Außenbereich galt, wie es in anderen Ortsteilen des Kammeltals schon mehrfach der Fall war. Der Gemeinderat hat für diesen Siedlungsbereich sowie in den Ortsteilen Behlingen und Unterrohr eine neue Bebauungsmöglichkeit mit einer Enthaltung einstimmig beschlossen. Ergänzend wurde der Antrag von Gemeinderat Johann Anwander aufgenommen, dass Grundstücksbesitzer künftig die gesetzlich geforderten Ausgleichsflächen selbst nachweisen oder bei der Gemeinde ablösen müssen.

Zum 1. Januar 2021 hätten die Einwohner im Kammeltal neue Abwassergebührenbescheide erhalten sollen. Das damit beauftragte Unternehmen hat die Abrechnungen wegen der Corona-Pandemie und Personalwechseln nicht rechtzeitig geschafft. Der Gemeinderat hat daher eine rückwirkende Erhöhung der Abwassergebühren ab Beginn des nächsten Jahres beschlossen, da die entsprechenden Bescheide erst verspätet verschickt werden.

Kammeltal besitzt bald fünf Geschwindigkeitsmessgeräte

Die Gemeinde Kammeltal hat zu den bereits vorhandenen zwei Geschwindigkeitsmessgeräten weitere drei Anlagen zum Preis von 7411 Euro beschlossen. Die Anzeigetafeln werden an den neuralgischen Punkten in den Ortsteilen aufgestellt, um dort die Anzahl der Temposünder zu ermitteln.

und Tablets Zur Überwachung der Kohlenmonoxid-Konzentration in Kindergärten und Schulen im Kammeltal werden 29 Messgeräte mit Warnfunktion ähnlich Rauchmeldern zu Kosten von 130 Euro pro Stück beschafft. Vom Staat wird diese Investition mit sieben Euro pro Kind bezuschusst. Außerdem bekommt die Grundschule Wettenhausen im Rahmen des Förderprogramms der Staatsregierung 18 I-Pads als Leihgeräte für solche Kinder, die nicht über Tablets verfügen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie im Kammeltaler Ortsteil Unterrohr keine Dienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr mit Kommandanten-Neuwahlen durchgeführt werden konnten, muss der Gemeinderat einen Notkommandanten bestellen. Einstimmig wurde Fabian Nätscher mit Vertreterin Daniela März in dieses Amt bestellt.

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