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Günzburg

12.06.2020

So steht es um die „Fahrradstadt 2025“

Günzburg will verstärkt aufs Fahrrad setzen.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Die Corona-Pandemie verlangsamt das Vorwärtskommen des Vorhabens in Günzburg. Was die Bürger fordern.

Vier Monate nach der stark besuchten Auftaktveranstaltung zur „Fahrradstadt 2025“ fand die Befahrung des Bestandsnetzes an Straßen sowie Wegen durch das beauftragte Institut für innovative Städte statt. Mit der direkten Erhebung von Daten über die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Auftaktveranstaltung und einer Online-Beteiligung wurden auch die Nutzer eingebunden.

„Zum Schutze unserer Umwelt müssen wir ein vielschichtiges Mobilitätskonzept für unser morgen entwickeln. Klar ist, dass wir den Individualverkehr im Auto reduzieren müssen. Klar ist aber auch, dass Bürger nur dann umsteigen, also auf ihr Auto verzichten, wenn wir attraktive Alternativen zur Verfügung stellen und bereithalten. Auf diesen Weg haben wir uns in Günzburg begeben“, erklärt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig.

Nur 68 Bürger beteiligen sich an Umfrage

Vom 12. Februar bis 5. April fand eine Online-Umfrage für die städtischen Einwohner statt, die im Vergleich zu anderen Städten etwas weniger angenommen wurde. Insgesamt haben sich 68 Personen an der Umfrage beteiligt. Die Stadt vermutet, dass dies mit dem Zusammenfall des Umfragezeitraums mit dem Beginn und der Ausweitung der Covid-19-Pandemie zu erklären ist. Dennoch hat sich Befragung laut Pressemitteilung der Stadt Günzburg gelohnt und es konnten hilfreiche Erkenntnisse für die Erstellung des Radverkehrskonzeptes gewonnen werden.

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Gerhard Jauernig wirbt für den Weg zur „Fahrradstadt 2025“.
Bild: Julia Ehrlich/Stadtverwaltung

Die Online-Beteiligung bestand aus drei Aufgabenstellungen (Befragung, Bewertung bebilderter Führungsformen, Verortung von Mängeln und fehlenden Radwegen in einer Karte des Stadtgebiets). Am häufigsten werden eine stärkere Trennung vom Kfz-Verkehr und der Bau von mehr Radwegen sowie Fahrradstraßen gefordert. Am meisten Potenzial für den Radverkehr sehen die Bürger für die Fahrtzwecke Einkauf/alltägliche Besorgungen, Arbeit und Schule/Ausbildung. Von den Führungsformen wurden gut gestaltete Fahrradstraßen, baulich getrennte Radwege und allgemein rot eingefärbte Radverkehrsanlagen am besten bewertet.

Es gibt Verbesserungspotenzial im Stadtgebiet

Außerdem machten die Bürger auf Verbesserungspotenzial im Stadtgebiet aufmerksam, die sich vor allem an den Themenbereichen Sicherheit – zum Beispiel Verhalten der Autofahrenden, Falschparker, unsichere Querungshilfen – und Radverkehrsinfrastruktur wie beispielsweise fehlende oder zu schmale Radwege, Ampelschaltungen, Bordsteinabsenkungen, plötzliches Radwegeende – orientieren. Eine Häufung von Angaben zu fehlenden Radwegen traten vor allem in Bezug auf die Riedstraße und der Strecke zwischen dem Bahnhof und dem Gewerbegebiet „Südlich der Ulmer Straße“ auf.

Die Ergebnisse der Online-Umfrage und der Auftaktveranstaltung fließen in das Radverkehrskonzept des Instituts für innovative Städte mit ein. Die finale Karte der Anregungen aus der Online-Beteiligung kann unter www.guenzburg-fahrradstadt.de/ eingesehen werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie und dem trotzdem fortlaufenden Projekt muss zum Schutz der Bürger auf die geplante Aktion mit den „Markttischen“ verzichtet werden. Ein Ersatz für diese Bürgerbeteiligung ist in Planung und soll in Form einer weiteren Online-Beteiligung zum Netzplanentwurf stattfinden. Die Vorstellung der Zwischenergebnisse bei der Stadt erfolgt Ende Juni. Im Juli finden Gespräche mit dem „Runden Tisch Radverkehr“ statt, bevor auf Basis der Bestandsanalyse ein Netzplan entworfen wird, der die künftigen Routen für den Radverkehr festhält. (zg)

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