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Konzert

07.05.2013

Sopranistischer Dreiklang

Geballte weibliche Musikalität: Miku Nishimoto Neubert, Yvonne Madrid, Susanne Steinle und Eva Maria Summerer (von links).
Bild: Neuhäusler

Susanne Steinle, Eva Maria Summerer und Yvonne Madrid auf Italienisch und Deutsch

Burgau Drei glänzend aufgelegte Sopranistinnen brachten am Samstagabend musikalisches Feuer in die Kapuzinerhalle in Burgau. Die Sopranistinnen Susanne Steinle, Eva Maria Summerer und Yvonne Madrid gewannen ein begeistertes Publikum mit berühmten Frauenterzetten, Soli und Duetten. Am Flügel begleitete hervorragend und einfühlsam Miku Nishimoto Neubert.

Wohl verschieden in den Charakteren, wusste sich jede der drei Sängerinnen ganz individuell zu empfehlen: in natürlicher Ausstrahlung und freudig verspielt die erste, in beherrschter Grazie die zweite und etwas verhalten jedoch mit ausdrucksvoller Mimik agierend die dritte. Aber gerade diese feinen Unterschiede waren es, die dem Abend Spannung und Schönheit verliehen.

Italienisch war die Sprache des ersten Teiles. Im Garten vor ihrem Haus träumen die beiden Schwestern Fiordiligi und Dorabella alias Susanne Steinle und Eva Summerer in „Ah guarda sorella“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte“ in einem schwärmerischen Duett von ihren Verlobten. Summerer rezitierte anschließend „verzweifelt“ die Arie „Ah scostati“ und Yvonne Madrid behauptet alsdann „Temerari… come scoglio“, ihr Herz sei fest wie ein Felsen. Im Duett „Prendero quel brunettino“ verraten die „Schwestern“ Madrid und Summerer, welchen der Männer sie bevorzugen. Abschließend verrät Steinle, zuerst mit leichten Tremolos, feinen Legati und hauchdünnen Ansätzen, später jedoch voller Klarheit und Dramatik, dass sie dem Werben ihres Galans nicht nachgeben, sondern standhaft bleiben will. Temperamentvoll und resolut folgt das Terzett „Triumph“ aus Mozarts Zauberflöte. Mal leise und dann wieder kraftvoll schmetternd erklingt im Terzett der drei Nymphen aus Anton Dvoraks „Rusalka“ das „Hou, Hou, Hou“.

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Im „deutschen Teil“ treten die drei Sängerinnen zuerst mit Arien aus Johann Strauss Operette „Die Fledermaus“ als Solistinnen auf, Eva Summerer mit „Ich lade gern mir Gäste ein“, mit „Klänge der Heimat“ Susanne Steinle und mit „Meine Lippen, die küssen so heiß“ Yvonne Madrid. Im abschließenden Terzett „Marie Theres“ divergiert die Melodieführung auseinander, die Sängerinnen treten in einen verdrängenden Wettstreit und enden im donnernden Fortissimo.

Außerordentlich gut gefiel Miku Nishimoto Neubert am Klavier. Sie gab die Stimmungen voraus, innig und andächtig, kraft- und temperamentvoll, schenkte jedem Werk die ihm eigene Identität und zeigte sich dazu als sehr einfühlsame Begleiterin. Beim Umblättern assistierte ihre Tochter Elisabeth. Auswendig spielend beeindruckte Nishimoto Neubert mit Felix Mendelsohn-Bartholdys „Variations serienses d-Moll, op. 54“. Unmittelbar nach dem von Fortissimo geprägten Terzett der drei „Rheintöchter“ aus Richard Wagners „Rheingold“ ließ sie es zuerst bedachtsam und beschaulich angehen. Ausdrucksstark entwickelte sie die vielen interessanten Melodien. Energisch erfolgten Wechsel in rasant dahinhämmernde Passagen, atemberaubend schnell flogen Arme, Hände und Finger über die Tasten in beflügelten Läufen. Dafür gab es Bravorufe. Nicht weniger gefiel Nishimoto Neubert mit Wilhelm Hensel-Mendelssohns musikalische Referenz an dessen Frau „Fanny“.

Lang anhaltender Applaus holte die Musikerinnen immer wieder auf die Bühne. In ihrer Zugabe, dem bewegenden Abendgebet aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von E. Humperdinck trafen Steinle und Summerer noch einmal in die Herzen der Zuhörer.

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