1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Sparkasse schließt vier Filialen

Banken

25.01.2016

Sparkasse schließt vier Filialen

Copy%20of%20Sparkasse_Obergessertshausen_Jan16_7(1).tif
4 Bilder
Die Sparkasse Günzburg-Krumbach macht Filialen dicht. Ab 1. März gibt es für die Kunden  in Obergessertshausen ...
Bild: Bernhard Weizenegger

Es trifft vor allem den südlichen Landkreis Günzburg. Nur an einem Ort gibt es kein Bargeld mehr.

Lange war dieser Schritt erwartet worden, nun hat sich die Sparkasse Günzburg-Krumbach entschlossen, ihn auch tatsächlich zu gehen: Sie macht einen Teil ihrer Filialen dicht. Betroffen davon ist vor allem der Süden des Kreises, wo drei Niederlassungen vom 1. März an für immer geschlossen bleiben. Im Norden ist es eine.

Das war schon seit Längerem diskutiert worden, wie der Vorstandsvorsitzende Walter Pache im Gespräch mit unserer Zeitung beteuerte. „Das hat nichts mit einer möglichen Fusion zu tun.“ Es wäre ohnehin notwendig gewesen, das Netz von bisher 21 Filialen zu reduzieren. Nun bleiben 17 übrig.

Das Kundenverhalten hat sich deutlich gewandelt, was auch andere Geldhäuser beklagen. Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes kommen Kunden durchschnittlich nur noch einmal im Jahr in ihre Filiale, um sich beraten zu lassen. Jedoch besuchen sie 108 Mal die Internet-Filiale für das Online-Banking und nutzen 192 Mal pro Jahr die Sparkassen-App für Smartphones, um mit ihrem Geldinstitut in Kontakt zu treten. Viele Kontakte und Beratungsgespräche beschränken sich mittlerweile auf einen Telefonanruf. Pache: „Damit lässt sich viel erledigen.“ Mittlerweile seien es nicht mehr nur die jungen Kunden, die ihre Geldgeschäfte per Computer oder Smartphone erledigen, das gehe querbeet durch alle Altersschichten. Per Onlinebanking werden laut Pache bereits 40 Prozent des Privatkundengeschäfts erledigt. Entsprechend sind bereits die Öffnungszeiten der kleinen Geschäftsstellen reduziert worden. So hat die Sparkasse in manchen Orten nur noch eine Handvoll Stunden pro Woche Kundenverkehr.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Um sozusagen auszusortieren, welche der Filialen im Landkreis am wenigsten rentabel sind, hat die Bank externe Fachleute hinzugezogen. Die legten im vergangenen Herbst ihre Ergebnisse in Form einer Studie auf den Tisch. Die Bank entschied sich, vier ihrer Filialen aufzugeben – wenn es nach den Gutachtern gegangen wäre, hätte sie fast das Doppelte dichtmachen müssen. Dennoch werde die Sparkasse an so vielen Zweigstellen wie möglich festhalten, versicherte Pache, denn „das Filialgeschäft hat uns als regionale Bank stark gemacht. Diesen Ast sägen wir doch nicht ab.“ Dennoch sei es unumgänglich gewesen, die kleinen Niederlassungen mit nur noch ein bis zwei Beschäftigten aufzugeben. Die Mitarbeiter werden jedoch nicht entlassen, sie arbeiten stattdessen eben in einer Nachbarstelle. Dort werden dann längere Öffnungszeiten angeboten, verspricht Pache, um das Beratungsangebot nicht zu verschlechtern. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da wir wissen, dass vor allem ältere und weniger mobile Kunden die Sparkasse vor Ort vermissen werden“, sagt der Vorstandschef.

Im einzelnen trifft es folgende Filialen:

lGundremmingen Dort ist der Schalter in der gemeinsam mit der Raiffeisenbank Offingen genutzten Service-Stelle nur noch sechseinhalb Stunden pro Woche geöffnet. Künftig finden die Kunden dort lediglich einen Geldautomaten vor. Dieses Angebot zur Bargeldbeschaffung scheint den Meisten am wichtigsten, doch es kostet die Bank viel Geld. Nach den Worten von Pache muss die Sparkasse für den Unterhalt eines Geldautomaten einen „höheren fünfstelligen Betrag“ pro Jahr aufbringen, um das Gerät mit Scheinen zu versorgen, zu warten und zu betreiben. Weil dies so teuer ist, beteiligt sich in Gundremmingen die Gemeinde an den Kosten. Pache: „Etwas in dieser Form haben wir noch nie gehabt.“ Die Kundenberatung findet in Offingen statt.

lObergessertshausen Auch dort gibt es „bis auf weiteres“ künftig nur noch einen Geldautomaten. Es ist der entlegenste Sparkassen-Standort im Landkreis. Zur Beratung müssen die Kunden künftig nach Ziemetshausen fahren.

lNiederraunau Im größten Stadtteil von Krumbach gibt es Bargeld künftig zusammen mit frischen Semmeln: In der Bäckerei Weindl können Sparkassen-Kunden am Girokarten-Terminal pro Tag bis zu 250 Euro abheben.

lMünsterhausen Dort zieht sich die Sparkasse komplett zurück. Die Kunden müssen sich künftig nach Thannhausen aufmachen.

Mehrfach versicherte Pache gegenüber unserer Zeitung, dass die Sparkasse an der Beratung nicht sparen werde. So sollen nach dem Vorbild der HypoVereinsbank in absehbarer Zeit ebenfalls Beratungsgespräche per Videokonferenzen angeboten werden. Dabei lassen sich von einer Zentralstelle aus Spezialisten für allerlei Geldgeschäfte hinzuschalten, wenn es etwa um Geldanlagen oder eine Immobilienfinanzierung geht. Pache: „Da sind wir dran.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20P1170374.tif
Konzert

Verschollene Musik wiederentdeckt

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen