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Kreis Günzburg

13.06.2017

Sport für Hund und Besitzer

Übung macht den Meister: Das gilt auch für Suchhund Dina und Hundeführer Hans-Peter Kühling von der Rettungshundestaffel der Johanniter in Kötz.
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Übung macht den Meister: Das gilt auch für Suchhund Dina und Hundeführer Hans-Peter Kühling von der Rettungshundestaffel der Johanniter in Kötz.
Bild: Greta Kaiser

Beim Tag der offenen Tür der Rettungshundegruppe Leipheim geht es aber auch um das Gesellige. Auf dem Gelände ist einiges geboten.

Lina ist eine Französische Bulldogge. Und mit Verlaub: Sonderlich sportlich sieht der kleine Vierbeiner auch auf den zweiten Blick nicht aus. Dennoch ist Lina Mitglied in einem Hundesportverein – und in dieser Eigenschaft einer von zahlreichen Gästen beim Tag der offenen Tür der Rettungshundegruppe Leipheim. Vierbeiner aller Größen und Gestalten hatten sich am Tag des Hundes auf dem Vereinsgelände auf dem ehemaligen Fliegerhorst versammelt, um zusammen mit Frauchen und Herrchen einen geselligen Sonntag zu erleben. Und ein bisschen Sport zu treiben – so wie Lina.

Der Name Rettungshundegruppe ist ein bisschen irreführend. „Wir gehen nicht in Einsätze“, erklärt die Vorsitzende Sabine Becker. „Wir sind rein sportlich tätig.“ Und das aus einem schlichten Grund: „Es macht einfach Spaß.“ Das findet auch Familie Fiesel aus Kirchen bei Ehingen. Vater, Mutter und Tochter haben nicht nur Lina mitgebracht, sondern auch Paul, der als Straßenhund in Griechenland auf die Welt gekommen ist. „Die Hunde sind nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert“, erklärt die Familie, während Lina und Paul über Bretter auf Rollen balancieren oder behende durch tücherne Röhren schlüpfen. Andere Hunde erhalten einen Suchauftrag und schnüffeln versteckten Gegenständen hinterher. Auch ein 50-Meter-Lauf für Hund und Halter stand am Sonntag auf dem Programm.

„Nach einem solchen Sportprogramm sind die Hunde ausgelastet und zufrieden“, versichert Bianca Karsseboom-Römpp, die Pressereferentin der Leipheimer Rettungshundegruppe. „Und es ist ein sportlicher Ausgleich für Frauchen und Herrchen.“ 31 Mitglieder zählt der im Oktober vergangenen Jahres gegründete Verein, der auf dem ehemaligen Fliegerhorst, dem Areal Pro, ein idyllisches, von großen Bäumen gesäumtes Gelände gefunden hat. Die versammelten Hunde machen in der Tat einen ausgeglichenen Eindruck. Gekläffe ist kaum zu hören, aggressiv ist ohnehin keiner. Allenfalls müssen hin und wieder junge Hunde ein wenig enger an die Leine genommen werden. Der Sportbetrieb scheint zu fruchten. Zu den Angeboten der Leipheimer Rettungshundegruppe zählen neben der sportlichen Betätigung auch Erziehungs- und Gehorsamskurse, es gibt eine Hunde- und Welpenschule sowie ein spezielles Nasentraining. Und das nicht nur für Rasse-, sondern auch für Mischlingshunde. Die Vorsitzende Sabine Becker: „Alle sind willkommen.“

Stetige Übung macht den Meister

Einen engen Kontakt pflegt der Leipheimer Verein mit der Rettungshundestaffel der Johanniter-Unfallhilfe aus Kötz. Deren Tiere sind tatsächlich im Rettungseinsatz – vor allem bei der Suche nach vermissten Menschen. 20 bis 25 Mal pro Jahr müssen die Hunde, ihr Führer und ein Helfer als Dreierteam ausrücken, um nach Vermissten zu fahnden. „Nicht selten nachts“, wie der stellvertretende Staffelleiter Peter Braun erklärt. Den Hunden macht das nichts aus. Für Führer und Helfer ist es schon beschwerlicher, bei der nächtlichen Suche über Stock und Stein zu stolpern. Stetige Übung macht auch bei den Suchhunden den Meister, wie am Sonntag von den Kötzer Teams unter Beweis gestellt wurde. Die Hunde kletterten über Wippen und wackelige Stege, nach der „Arbeit“ wurde zur Belohnung getollt und gespielt. Entgegen dem landläufigen Klischee sind dabei nicht nur Schäferhunde im Einsatz. Hündin Silver zum Beispiel ist ein Australian Mini-Shepherd der besonders putzigen Art. Abgerundet wurde der Tag mit Speis und Trank, Spielangeboten für die Kinder und Live-Musik der Gruppe Beaverdale Project (mit Übungsraum in Bibertal) sowie zahlreichen Verkaufs- und Informationsständen. Das alles unter dem Motto: „Ein Leben ohne Hund ist ein Irrtum“.

Hunde sind schon seit Tausenden von Jahren ein treuer Begleiter des Menschen. Schätzungsweise fünf Millionen Hunde leben aktuell allein in Deutschland. Weltweit wird die Zahl der Hunde auf eine halbe Milliarde geschätzt. Im Jahr 2010 ist der nationale Tag des Hundes vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ins Leben gerufen worden. In diesem Jahr wurde er am vergangenen Sonntag begangen. Der VDH hat nach eigenen Angaben 176 Mitgliedsvereine mit mehr als 650 000 Mitgliedern. Hunde leben nicht nur als Haustier in Millionen von deutschen Familien, sie werden auch in vielfältiger Weise eingesetzt – etwa als Polizei-, Such- und Rettungshunde, Hütehunde oder Blindenhunde.

Kontakt Nähere Informationen zur Rettungshundegruppe Leipheim sind im Internet unter www.sv-og-leipheim.de zu finden oder bei der Vorsitzenden Sabine Becker unter Telefon 0152/09873610 erhältlich.

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