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20.02.2018

Sprecht bairisch!

Sprache Warum führende Professoren einen Aufruf zum Dialekt unterzeichnet haben

München Führende Professoren der Technischen Universität (TU) München haben zu einem selbstbewussten Umgang mit dem bayerischen Dialekt aufgefordert. Sie unterzeichneten zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache einen Aufruf des Dialektfördervereins „Bund Bairische Sprache“.

Das Überleben der bayerischen Sprache mit ihren lokalen Ausprägungen ist nach Ansicht von Sprachwissenschaftlern gefährdet. So gilt der Münchner Dialekt in der mittleren und jüngeren Generation mittlerweile als ausgestorben. Auch in anderen Ballungsräumen und selbst in ländlichen Regionen drohe eine ähnliche Entwicklung, befürchtet der Vorsitzende des „Bundes Bairische Sprache“, Sepp Obermeier. Er führt dazu eine Aussage des Sprachwissenschaftlers Anthony Rowley auf: „Wenn eine Sprache stirbt, dann wird die Sprache nicht gemeuchelt, sondern die Sprecher verzichten auf die Sprache.“ Nach Überzeugung Obermeiers wird Mehrsprachigkeit im 21. Jahrhundert zum Normalfall werden.

Die Verwendung des Dialekts stehe „einer modernen und weltoffenen Lebenskonzeption nicht entgegen“ und habe mit rückwärtsgewandter Bayerntümelei nichts zu tun, heißt es in dem von sieben Professoren, darunter TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann, unterzeichneten Aufruf. Während der Dialekt für die Verwurzelung in der heimatlichen Kultur und Geschichte stehe, garantiere südhochdeutsche Standardsprache die Verständigung im gesamten deutschen Sprachraum. Englisch und andere Fremdsprachen ermöglichten zudem die Kommunikation im internationalen Maßstab. (dpa)

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