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Erneuerbare Energien

31.03.2011

St. Nikolaus heizt sich jetzt selber ein

Seit September ist das Biomasseheizkraftwerk des Förderungswerks St. Nikolaus in Dürrlauingen schon in Betrieb – gestern wurde es offiziell eingeweiht und den Besuchern präsentiert.
Bild: Foto: Bernhard Weizenegger

Im Förderungswerk Dürrlauingen wurde das Biomasseheizkraftwerk eingeweiht. Eine Tonne Hackschnitzel werden dort pro Stunde verbrannt

Dürrlauingen Das Förderungswerk St. Nikolaus in Dürrlauingen produziert seine Heizungswärme jetzt selbst – mit einem Biomasseheizkraftwerk. Gestern wurde es feierlich eingeweiht.

Als ein „Wunderwerk der Technik“ bezeichnete Prof. Karl-Heinz Eser, Gesamtleiter des Förderungswerks, das Kraftwerk. Pro Stunde werden dort circa ein bis eineinhalb Tonnen Hackschnitzel verbrannt. Der gesamte Ablauf ist voll automatisiert. Jeden Tag kommen circa vier Lastwagenladungen Material an. Nur ein Arbeiter ist während des normalen Betriebs in dem Kraftwerk beschäftigt, das 24 Stunden am Tag läuft, berichtet Eser. Das Kraftwerk liefert nicht nur die Heizungswärme für die gesamte Einrichtung, sondern soll künftig auch den gemeindlichen Gebäuden in Dürrlauingen – der Schule, der Turnhalle und dem Vereinsheim – einheizen. Außerdem wird Strom in das allgemeine Netz eingespeist – nach Angaben von Michael Breitsameter, Leiter der Abteilung Berufliche Bildung und Integration der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg, liefert das Kraftwerk den jährlichen Strombedarf für circa 400 Haushalte. Neben dem Kraftwerk soll auch eine Wäscherei entstehen, die das Werk mit Dampf versorgt.

Rohstoffe aus der Region

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Nachhaltigkeit, Importunabhängigkeit und Regionalisierung sind die drei Kriterien, für die das Kraftwerk steht, sagte Prälat Günter Grimme, Vorstandsvorsitzender der Katholischen Jugendfürsorge, zu der das Förderungswerk gehört, in seinen Grußworten. Die Energiegewinnung auf nachwachsende Rohstoffe umstellen, sich nicht vom Öl und den damit verbundenen Preisabsprachen abhängig machen und Rohstoffe aus der Region nutzen, das sind für Grimme die wesentlichen Vorteile des Kraftwerks. Die Hackschnitzel stammen von der Firma Oberschmid aus Winterbach.

Bundestagsabgeordneter Dr. Georg Nüßlein bezeichnete den Bau des Biomasseheizkraftwerks als einen „entscheidenden, vorbildhaften Akt“, um die erneuerbaren Energien voranzubringen. Als er vor einigen Monaten eingeladen wurde, hätte er nicht gedacht, so der Bundestagsabgeordnete, wie aktuell dieses Thema am Tag der Einweihung sein wird – und nahm damit Bezug auf die aktuelle Debatte um den Atomausstieg.

Fast ein Jahr lang wurde gebaut: Im Oktober 2009 ging es los, seit September 2010 ist es am Netz. Die Verantwortlichen wollten sicher gehen, dass das Kraftwerk auch einwandfrei läuft und haben daher die Einweihung erst einige Monate später angesetzt. Ihr Fazit: Es gibt keine Komplikationen; die Anlage läuft einwandfrei, so Andreas Renner, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma aus Lauingen, die für den Bau der Technik zuständig war.

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