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Planung

01.02.2019

Stadt gibt Regierung Contra

Die Kommune solle sich mehr mit einer flächensparenden Entwicklung der Siedlung befassen. Das will sie so nicht stehen lassen

Was nützen den Autenriedern Wohnbauflächen in der Ichenhauser Kernstadt oder in anderen Stadtteilen, wenn sie in ihrem Ort bleiben und dort bauen wollen? Die Stadt Ichenhausen hat der Regierung von Schwaben deshalb Contra gegeben. Die Höhere Landesplanungsbehörde in Augsburg hatte geäußert, dass „sich die Stadt Ichenhausen nach hiesiger Auffassung noch nicht ausreichend mit den Aspekten zur flächensparenden Siedlungsentwicklung auseinandergesetzt hat“. Dem hielt Bürgermeister Robert Strobel in der Sitzung des Bauausschusses entgegen: Für die 13 Baugrundstücke, die im Gebiet Südlich der Anhofer Straße II in Autenried geschaffen werden sollen, liegen mehr Bewerbungen vor als Grundstücke zu vergeben sind.

Dabei handelt es sich laut Strobel überwiegend um Ortsansässige, also um Autenrieder, die in ihrem Stadtteil bleiben wollen und um „einige wenige auswärtige Bauwerber, die sich auf einer Vormerkliste eingetragen haben“. Für den Bürgermeister ist das „ein deutliches Zeichen dafür, dass Ortsansässige in ihrem Heimatort Autenried bleiben und bauen möchten“.

Es ist fast eine Binsenweisheit: Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung. Theorie und Praxis klaffen hier aber oft auseinander – nicht zuletzt deshalb, weil Grundstücke innerorts nicht für eine Bebauung zur Verfügung stehen. Die Stadt hält deshalb an dem Bebauungsplan Südlich der Anhofer Straße II fest, der im beschleunigten Verfahren nach den Paragrafen 13a und 13b vorangetrieben wurde und den der Bauausschuss mit wenigen redaktionellen Änderungen einstimmig als Satzung beschlossen hat.

Ebenfalls einstimmig fiel der Satzungsbeschluss für die Einbeziehung eines Flurstücks in Hochwang. Es liegt am nördlichen Siedlungsrand, dort wo der Abzweig des Zeiterwegs einen Knick macht. Auch hier will die Stadt Ichenhausen mit der Einbeziehungssatzung Wohnbau ermöglichen.

Ein besonderes Augenmerk gilt hier der Ortsrandgestaltung. Sowohl das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach als auch das Landratsamt in Günzburg haben im Rahmen der Anhörung von Trägern öffentlicher Belange eine konsequente und auch dauerhaft gepflegte Ortsrandeingrünung gefordert. Diese Ortsrandeingrünung soll als Ausgleichsmaßnahme zu der Bebauung des Grundstücks realisiert und mit einem Grundbucheintrag dauerhaft dinglich gesichert werden, fordert die Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege am Landratsamt.

Ein Hinweis des Wasserwirtschaftsamtes in Donauwörth bezieht sich auf die frühere Nutzung einer Teilfläche als Kiesgrube. Laut den Unterlagen ist die ehemalige Kiesgrube nur mit unbelastetem Abraummaterial der Zuordnungsklasse Z0 verfüllt. Für den Fall, dass bei Erdarbeiten dennoch belastetes Bodenmaterial gefunden würde, müsste das Landratsamt Günzburg eingeschaltet und auch über den Umgang mit dem Niederschlagswasser neu nachgedacht werden. Bürgermeister Robert Strobel konnte hier die Ratsmitglieder beruhigen: Eine Untersuchung habe ergeben, dass, wie dokumentiert, nur unbelastetes Z0-Material verfüllt worden ist. (ilor)

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